Darum liebe ich meinen Podcast – oder wie „Krisenfest“ mit mir gewachsen ist
Es gibt wieder eine Blogparade! 🥳 .. und ich glaub auch nicht mehr an Zufälle sondern an Synchronizität, denn mit welchem Inhalt hätte ich meine 150ste Folge Krisenfest besser feiern können als mit einem Rückblick und der Antwort auf die Frage:
Warum liebe ich meinen Podcast.
Eingeladen dazu haben meine Mentorinnen Dagmar Recklies und Barbara Riedl-Wiesinger die mit ihrem Mikro-Audio-Symposium aufgerufen haben – und wie könnte ich widerstehen bei einer Podcast-Blogparade mitzumachen! 🤣 Also kannst du hier den Blog zum Podcast lesen.
Ich wollte immer schon einen Podcast
Ich wollte immer schon einen Podcast starten. Aber ich wusste nie genau über welches Thema. 🤦🏽♀️
Ich habe Hörbücher schon als Kind geliebt. Ich liebe Lesen auch, aber Audio nimmt dich ganz anders mit. Podcast hören ist für mich wie ein Gefährte. Ich höre Podcasts beim Spazierengehen, beim Autofahren, beim Kochen. Für mich ist Podcast hören wie ein in die Welt lauschen und ich liebe es, dass Audio direkt im Ohr ist. Es ist so persönlich. Ich liebe ich Stimme vermutlicht deshalb auch so sehr, weil Menschen nicht nur Worte hören, sondern sie auch Gefühle transportieren, es ist eine stille Pause in deinem Leben und man fühlt Nähe zum gehörten. Also eine Ohr-Hirn-Herz-Verbindung
Ich glaube allerdings, dass ich kaum eine reine Audio-Folge gemacht habe. Aktuell nehme ich alle meine Interviews über Zoom auf. Ich sehe meine Gäste also bei der Aufnahme. Upgrade auf Riverside ist im Plan, aber ich mag die Sicherheit bei Zoom – die meisten meiner Podcastfolgen gibt es also auch schon immer als Video. Ich mag es meine Gäste sichtbar zu machen, einerseits mit ihrer Geschichte, aber auch mit ihrem Gesicht. Es gibt so viele tolle Frauen mit unglaublich starken Geschichten – das ist auch meine Motivation und Inspiration für meinen Podcast. Trotzdem liebe ich auch reines Audio – wie gesagt .. Ohr-Hirn-Herz-Verbindung.
Corona – 33 Interviews – komplettes Harakiri
Als Corona kam war ich gerade raus aus meinem persönlichen Lockdown – fast ein Jahr Pause und warten auf meine neue Lunge, die Transplantation im Juni 2018, dann ein Jahr ohne viel Öffentlichkeit und gerade als ich dachte: yes! Leben du hast mich wieder. .zack.. Corona. Irgendwie war das alles am Anfang surreal, aber im zweiten Lockdown haben wir uns nicht mehr gewundert sondern geärgert. Die Welt war nicht mehr die selbe – und ich – ich habe mit vielen Freundinnen telefoniert – du auch?
Dabei habe ich festgestellt wie unglaublich krisenfest und stark viele meiner Freundinnen waren – und ich dachte mir – ich will diese Gschichten erzählen. Ich wollte unbedingt zeigen, welche unglaubliche Resilienz und Krisenfestigkeit Frauen haben.
Den Einfall hatte ich im Oktober oder November 2020.. und Anfang März ging „wir sind krisenfest“ online. 7 Fragen – 33 Interviews und es waren tolle Gespräche! Ich hab mich allerdings völlig überfordert. Eine eigene Website bauen, Werbung machen, Interviews führen, schneiden und eine Beschreibung machen.. dann Mails schreiben, Facebook-Seite warten.. ich hab sicher was verdrängt.. Jedenfalls habe ich fast alles allein gemacht, ohne Ahnung davon was das im Endeffekt für eine Arbeit ist.. Harakiri. Echt
Nebenbei hab ich mein Buch veröffentlicht und versucht Sanskrit zu lernen.. Völliger Irrsinn! und genauso habe ich mich danach gefühlt – wie Matsch..
Dazu kam dass ich mir gewünscht hatte, es würde mehr Resonanz bringen. .. und für mich fühlte es sich am Ende an wie eine völlige Niederlage. Ein Fail und ein echter Flop. Ja, es hatten einige, den Newsletter abonniert und haben die Videos bekommen, aber ich habe gefühlt kein Feedback bekommen. und auch nicht abgeholt.. Ich wusste zu wenig, wollte zu viel und habe mich gefühlt wie eine Versagerin.
Was hat es dir denn eingebracht wollte mein Mann wissen. Viel Erfahrung war meine Antwort.
Wieso „Krisenfest“ trotzdem geblieben ist
Man könnte es besser gewusst haben 😂 .. denn 2022 habe ich noch einmal so ein Projekt gestartet. „Lunge bewegt“. 22 Interviews zum Thema: wie kann gesunde Bewegung für Menschen mit Lungenerkrankungen funktionieren.
Während ich die Interviews gemacht habe dachte ich mir immer wieder: Wieso sollen die vielen schönen Krisenfest-Interviews eigentlich in der Lade bleiben? Warum nicht etwas damit machen? Warum nicht einen Podcast starten! 😎 Also habe ich die Frauen gefragt die ich interviewt hatte und fast alle stimmen zu, das ich ihre Interviews neu als Podcast veröffentlichen durfte und so hat im März 2022 alles angefangen mit dem Krisenfest Podcast. Ich habe von Anfang an auch Solofolgen gemacht,, fand aber alles, was ich zu sagen hatte, total uninteressant – zu wenig, nicht gut genug – wer würde das hören wollen?
Heute muss ich darüber lachen, aber damals .. das war eine echte Hürde: wer wird dich hören wollen… was hast du den zu sagen.. das waren echte innere Hindernisse.
Meine Stimme war für mich lustiger weise nie das Hindernis: Ich höre mich selbst gern zu. 😂
Wie ich meine Gäste auswähle
Ich habe den Podcast immer als Raum gesehen, die Frauen interviewen zu können, die ich toll fand. Bis heute wähle ich so auch meine Gäste aus. Wenn in mir ist: „Oh, die würde ich gern interviewen“, dann lade ich die Frauen ein. Ich bin inspiriert, ich schau mir mehr an, ich frage nach. Bekannte Personen zu interviewen ist sicher aufregend, aber suche keine perfekten Gäste. Ich will echte Frauen, echte Geschichten. Ich will unperfekt.
Trotzdem war eines meiner Highlights im Podcast das Interview mit Margot Flügel-Anhalt.(Folge 75) Ich hatte ihr Buch zu Weihnachten bekommen und fand unglaublich, was diese Frau geschafft hatte und wie ihr Blick auf die Welt war. Also habe ich mir gedacht: Warum nicht? Ich habe ihr eine Mail geschrieben und sie um ein Interview gebeten. Ich war so aufgeregt.
Es war toll, als sie zugesagt hat… ich hab das so gefeiert
Auch das Gespräch mit Sarah Benz (Folge 46) ist mir unglaublich nahe gegangen. Das war emotional wahrscheinlich die schwierigste Folge für mich, weil ich dabei stark an meine Oma denken musste.
Dann war da noch das Interview mit meiner Gastprofessorin an der Uni, Wendy Philipps-Rodriguez (Folge 44). Das war mein erstes und bisher einziges Interview auf Englisch. Aber ein sensationeller Einblick.
Heute gibt es mit dieser 150 Folgen und ich habe 59 Frauen interviewt. Ich liebe es, mit Frauen zu reden, mich zu verbinden und und wissen, dass diese Gespräche für alle zu hören sind, freut mich besonders. Als ich das gezählt habe wurde mir erst bewusst das ich ganz schön viele Solo-Folgen gemacht habe.. und das hat mich im Nachhinein stolz gemacht, weil ich losgegangen bin – und durchgehalten habe!
Meine Vorbilder und Motivation
Meine Vorbilder für meinen Podcast sind Größen Oprah Winfrey, Lewis Howes oder Jay Shetty. Ich finde es total interessant zu schauen wie sie Interviews führen und vor allem bin ich inspiriert von etwas das ich Lewis Howes sagen hörte.. Er sagte, er will nicht im Vordergrund sein, er will die Menschen zeigen. Das resoniert total mit mir und ich glaube, das beschreibt auch meinen Podcast ganz gut. Ich möchte meinen Podcast nicht nur als Bühne für mich nutzen. Ich will Menschen zeigen. Frauen, die vielleicht sonst nicht gehört werden könnten.
Ich verdiene nchts mit meinem Podcast, es fließt nur Energie und Geld hinein. Versteh mich nicht falsch Reich und berühmt tät ich schon nehmen 😂. Ich bin keine Heilige. Natürlich wünsche ich mir auch wirtschaftlichen Erfolg. Aber ich möchte ihn mit etwas erreichen, das mich erfüllt und anderen Menschen echt etwas bringt. Das ist warum ich los gehe und heute Folge 150 in die Welt schicke – Weil ich es liebe.
Was der Podcast verändert hat
Natürlich hat sich der Podcast verändert seit 2022 ..4 Jahre ist es her dass ich dachte: komm! Geht los! Ich würde weniger sagen verändert eher hat es sich gezeigt, dass der Podcast mich und meine Veränderung zeigt. Was mich bewegt, wer mich interessiert, welche Themen im Podcast besprochen werden. Das alles ist mein Weg und ich habe erst in der Vorbereitung zur Folge verstanden, dass ich im Podcast alles verbinden. kann. Es ist – neben meinem Pocketyoga – lange der einzige Raum gewesen, in dem ich vollständig ich sein kann. Ich ziehe in den Gesprächen mein Wissen aus allen Bereichen heran und kann so als Gesprächspartnerin für viele Menschen interessant sein, die richtigen Fragen stellen und zwar genau über die Themen, die in den Menschen sind.
Das ist so fabelhaft.
Ich glaube, ich liebe meinen Podcast deshalb auch so, weil ich spielen kann. Weil ich mich ausprobieren, weil ich wachsen kann. Das ist etwas, was ich gern tue. Ich lerne gern.
Ich habe mich sehr weiter entwickelt, denn Stimme ist nicht nur klang. Es ist auch das sprechen können von Gedanken, es ist das Zusammenführen von vielem.
2025 habe ich mich kommittet. Ich habe mit Louise von Bülow und Nikola Vodicka zusammenarbeiten durfte, um den Podcast durch meine Stimme noch besser zu machen und Menschen mehr zu berühren. Nicht perfekter zu werden, sondern echter. Zudem hab ich mir ein Pocast-Coaching mit Anika von Podcastwonder gemacht. Ich meine es also ernst und bin gekommen um zu bleiben.
Mit Louise hab ich übrigens auch schon zwei sehr schöne Gespräche veröffentlicht. Über ihre Geschichte – Klinge wie du bist und Über das eigene Tempo
Von der Krise zur Ent-wicklung
Ich habe irgendwann aufgehört, mich zu verstecken und ich habe begonnen mich zu trauen mit meinem Thema raus zu gehen. Seit 2024 ist das Thema Selfcare bei mir ganz groß geworden. Seitdem ist der Podcast persönlicher geworden. Ich habe noch immer viele anderer Themen aber Selfcare scheint überall klar durch. Ich habe mir erlaubt anzukommen.
Wenn ich meine alten Folgen höre, denke ich auch, dass sich meine Stimme verändert hat. Wer etwas zu sagen hat, und klar hinter sich steht beginnt sichtbar zu werden. Krisenfest bedeutet heute für mich inzwischen auch etwas anderes als 2021. Damals war das Thema Krise viel stärker im Vordergrund, heute ist es mehr die Entwicklung. Es ist das was ich erlebt habe: Der Weg ist das Glück und ein: „Ich schaff das auch.“ Das will ich zeigen.
Das Leben hat mich vorbereitet -Heute kann ich alle meine Krisen als Basis für meine Arbeit heranziehen. Ich hatte sie alle: Mindestens eine Krise als Kind, als Jugendliche, durch meine Krankheit, mein Burnout, mein Leben – alles leben Lernen für krisenfest.
Krisenfest Podcast goes Selfcare-Vision
Ich denke Selfcare ist aufgelegt für das Medium Podcast – und für alle Nicht-Wiener – Podcast und Selfcare passen einfach gut zusammen. Zeit für sich, still werden können, spüren, was in uns passiert, während wir hören – nachd-denken und sich erinnern. Wer beim Spazieren, Kochen, bügeln, Sport, entspannen und nichts tun zuhört, ist irgendwie anders „dabei“
Bügeln hab ich übrigens nur gehört – das ist eine meiner „am-liebsten-tu-ich-es-lieber-nicht-Beschäftigungen, aber beim Kochen liebe ich 2 Dinge – Stille, ok ..3, Musik und Podcasts.
Ich denke überhaupt, dass Zuhören heute immer wichtiger geworden ist. Langsames zuhören nämlich und nicht so viel reden. (Jetzt lachen sicher einige die mich kennen 🤪) Wir lernen, wenn wir zuhören und spüren, was in uns mitschwingt mit dem, was gesagt wurde. Das fühlt sich für mich an wie ein gutes Gespräch.. So eines, wo vergessen wird, dass es ein Interview ist.
Wenn da ein Gespräch ist, Verbindung passiert, ein lachen entsteht, man sich denen nahe fühlt denen man zuhört, dann sind das Momente in denen man sich wie in einer Gemeinschaft fühlt – .. und ohne eso sein zu wollen.. Krisenfest als Kreis von Frauen denken, die für eine Sache losgehen, die ihre Geschichte erzählen. Wenn Gespräche im Kopf und im Herzen bleiben entsteht dieser Kreis und ich bin überzeugt – wir (Frauen) brauchen solche Räume um uns selbst wieder zu entdecken und uns weniger allein zu fühlen.
Aus dieser Überzeugung ist auch die Idee für mein Pocket Yoga entstanden. Frauen suchen nicht nur Informationen. Sie suchen Begleitung und kleine Momente die sie in Atempausen finden, wo sie spüren, dass ihr Nervensystem entspannt und sie in Verbindung sind. Der Krisenfest Podcast und Pocket Yoga sind zwei Angebote die die selbe Quelle haben und unterschiedlich wirken
Meine Wünsche für die Zukunft
Ich wünsche mir sehr, dass wir Frauen unsere Einzigartigkeit viel früher erkennen können und dass es viel mehr Miteinander gibt.Ihc wünsche mir, dass mehr Informationen gefunden werden, dass wir verstehen, dass wir alle mit Zweifeln kämpfen, aber dass jeder Schritt in die Richtung, jede Verbindung die du fühlst, dich stärker macht.
150 Folgen und die Zukunft
Wenn du mich fragst, mit welcher Folge du beginnen sollst sag ich gleich mal: die letzte, denn die ist immer die Essens von Jetzt, und wenn du mich besser kennenlernen magst, die Folge 100. Mit der hat sich etwas verändert. Ich habe das Leben gefeiert, meinen Geburtstag und die 100ste Folge.
Ich erlaube mir heute Dinge, die ich mich früher nie getraut hätte und 2026 wird geplant zum ersten Mal auch ein Mann bei Krisenfest zu Gast sein – das fühlt sich total richtig an. Wie ein nächster logischer Schritt, denn bei allem was es aktuell an Schwierigkeiten gibt. Es geht nur gemeinsam mit Verständnis und in Verbindung.
Hätt ich, wär‘ ich, tät‘ ich
„Hätt i, war i, tät i“.. sagt man im Wienerischen – würde ich was ändern? Würde ich etwas anders machen. Diese Frage ist müßig, denn sie setzt eigentlich voraus wir hätten nicht immer unser Bestes gegeben, und das hab mein Bestes gegeben. Versteh ich jetzt vieles bessser? Ja. Weiß ich mehr als früher? Ja. Also was würde ich heute anders machen?
Nichts.
Außer mehr Werbung 😂 Aber das hab ich schon begonnen, aber was ich niemals ändern würde ist mein Weg.
Wer ich heute bin ist die Summe aller Entscheidungen, Erfahrungen und die Folge 150 hätte ich niemals ohne die vorangegangenen 149 Folgen aufnehmen können. So einfach ist es. Wir müssen los gehen, weiter machen, scheitern, trotzdem weiter gehen.
und deshalb liebe ich meinen Podcast, weil er mit mir wächst, weil ich mit ihm spielen kann, experimentieren, weil ich mich ausprobieren kann und mit den Menschen in Verbindung treten kann.
Welche Folgen den Weg zeigen? Das hab ich die KI gefragt:
Folge 53: Vom Leben nach zwei Lungentransplantationen
Folge 78: Im Jetzt leben: Wege zur inneren Ruhe und Kraft
Folge 79: Transformation durch Krisen: Mutig den Sprung wagen
Folge 91: Echte Selfcare kommt von innen – Willkommen zur Selfcare-Revolution
Folge 110: Wecke die Göttin in dir – Interview mit Rita Gavrielova

