Ein besonderes Gespräch – fraubraucht.at

Für meinen Krisenfest Podcast habe ich mit Maria Lankmair gesprochen, der Gründerin von fraubraucht.at. Was dieses Gespräch so besonders macht, ist, dass es nicht mit einer Business-Idee beginnt, sondern mit einer echten Krise! Ein Gespräch perfekt für den KrisenfestPodcast!

Im Gespräch geht um Hilfe annehmen, Gemeinschaft und um die Erfahrung, dass wir oft viel mehr tragen, als wir eigentlich müssten. Und dass genau dort, wo wir denken, wir sind allein, oft schon Verbindung da ist.

Auf Soundcloud on Spotify on Apple

Über Hilfe in der Not

Maria erzählt ganz offen von ihrer schweren Covid-Erkrankung. Sie beschreibt, dass sie plötzlich nichts mehr konnte. Nicht gehen, nicht stehen, nicht essen. Der Alltag ist komplett weggebrochen. In dieser Zeit war ihr Mann extrem gefordert, er hat den Alltag zwar getragen, die Kinder versorgt, alles am Laufen gehalten, aber auch er war bald am Limit.

Was dann passiert ist, klingt eigentlich ganz einfach, hat aber Marias Situation völlig verändert. Zwei Frauen aus ihrem Umfeld, die sie teilweise kaum kannte, waren auf einfach für sie da, haben gekocht, sind mit ihr zum Arzt gefahren, haben die Kinder unterstützt. Ein echter Segen und der Beginn von einer wunderbaren Vision.

Warum fällt es uns so schwer, Hilfe anzunehmen?

Ein ganz zentraler Teil im Gespräch war genau das. Maria sagt ganz klar, dass es für sie extrem schwer war, Hilfe anzunehmen. Nicht, weil sie sie nicht gebraucht hätte, sondern wegen allem, was rundherum passiert. Gedanken wie: Wie schaut es bei mir zu Hause aus? Was denken die anderen? Kann ich das überhaupt annehmen?

Ist das nicht interssant, das es oft gar nicht um die Hilfe selbst geht, sondern um unsere eigenen Bewertungen über uns!?!?

Dabei ist gleichzeitig aber noch etwas anderes sichtbar geworden: die Frauen, die geholfen haben, haben selbst etwas bekommen. Maria konnte beobachten, dass sie aufgeblüht sind, weil sie gebraucht wurden, dass ihr Essen geschmeckt hat und ihr Beitrag für Maria und ihre Familie unglaublich hilfreich war. Echte Hilfe ist also niemals einseitig – es entsteht immer ein Austausch.

Wie ist fraubraucht.at entstanden?

Die Idee ist Maria erst viel später gekommen – verständlich, wenn soviel gleichzeitig passiert. Etwa zwei Jahre nach dieser Zeit beschreibt, Maria, dass sie irgendwann da gesessen ist und überlegt hat, wie sie ihren Alltag gut organisieren könnte. Gleichzeitig dachte sie auch andere Frauen, an Freundinnen, an unterschiedliche Lebenssituationen und so gewann sie die Erkenntnis, dass unser Alltag oft einfach unglaublich komplex ist. Wir stemmen sehr vieles allein, und genau die Unterstützung, die sie während ihrer Erkrankung erlebt hat, fehlt oft. So ist die Idee zu „Frau braucht“ entstanden. Maria wollte eine Plattform schaffen, auf der man ganz einfach sagen kann: Ich brauche etwas. Oder: Ich kann etwas anbieten.

Wie funktioniert fraubraucht.at im Alltag konkret?

Die Plattform ist sehr einfach aufgebaut. Es gibt eine „Suche“- und eine „Biete“-Funktion. Jede Frau kann dort ganz unterschiedliche Dinge finden oder anbieten. Unterstützung im Haushalt, Hilfe bei der Kinderbetreuung, Begleitung zu Terminen, aber auch professionelle Angebote wie Ärztinnen, Anwältinnen oder Therapeutinnen. Es gibt viele Kategorien, die genau auf den Alltag abgestimmt sind und das Ganze funktioniert österreichweit, mit der Möglichkeit, ganz konkret nach Region zu filtern.

Was ich besonders schön finde, ist, dass es nicht nur um Dienstleistungen geht. Sondern auch um Austausch. Also zum Beispiel: Ich mache etwas für dich und du unterstützt mich bei etwas anderem. Gleichzeitig sind auch Männer willkommen. Der Fokus liegt zwar auf Frauen, aber es geht um ein Miteinander, nicht um ein Ausschließen.

Wie wirkt fraubaucht.at im Leben der Frauen?

Im Gespräch sind viele Beispiele gefallen: Eine Frau konnte für ihre Mutter in einer anderen Stadt Unterstützung organisieren. Andere haben über die Plattform berufliche Kontakte gefunden oder konkrete Hilfe in schwierigen Situationen.

Und dann gibt es noch die Netzwerktreffen. Dort kommen Frauen zusammen, die sich vorher nicht kennen. Und trotzdem entsteht sofort Verbindung. Dort wird geredet, gelacht, unterstützt. Es entstehen neue Kontakte, manchmal sogar neue berufliche Wege. Das zeigt etwas ganz Einfaches: Wir brauchen einander. Und wenn Räume dafür da sind, dann nutzen wir sie auch.

Über Frauen und unsere Gesellschaft

Ein großer Teil des Gesprächs ist dann noch weiter gegangen. Es ging um Frauen, um Veränderung, um Verantwortung. Und auch um die Frage, welche Rolle Frauen in unserer Gesellschaft spielen. Maria sagt ganz klar, dass Frauen eine große Rolle haben. Dass es mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen braucht. Und gleichzeitig auch mehr Unterstützung untereinander. In unserem Gespräch ging sehr stark hervor, wie wichtig dieses Thema ist. Dieses weniger gegeneinander und mehr füreinander und auch der Gedanke, dass Gemeinschaft nicht etwas Großes sein muss. Sondern im Alltag beginnt. Im Gespräch. Im Dasein.

Was ist die wichtigste Botschaft aus dieser Folge?

Für mich ist es ganz klar dieser eine Satz: Du bist nicht allein. Das war auch mein Impuls als ich 2021 das Projekt „Wir sind krisenfest“ gestartet habe. „Gemeinsam ist man weniger allein“ dachte ich damals. Meine Intention war damals auch, Frauen zu stärken indem ich zeigen wollte, wie unglaublich resilient und lösungsorientiert Frauen sind. fraubraucht.at scheint mir wie die logische Antwort darauf zu sein, denn auch wenn es sich manchmal so anfühlt,  wenn der Alltag schwer ist und man nicht weiß, wohin mit sich. – Es gibt Möglichkeiten, es gibt Menschen und  es darf leichter werden – und sein.

Was ist „Fraubraucht Bewegung“?

Ein neues Projekt, das aus diesem Netzwerk heraus entstanden ist, ist „Frau braucht Bewegung“. Im Sommer gibt es Treffen an verschiedenen Orten in Österreich, bei denen Bewegung, Begegnung und gemeinsames Erleben im Mittelpunkt stehen. Es geht nicht um Leistung, sondern um gemeinsam aktiv sein, sich begegnen und danach einfach noch Zeit miteinander verbringen.

Die Termine sind im Juli geplant und finden unter anderem im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark statt.

Welche Links und Informationen sind wichtig, wenn du mehr erfahren möchtest?

Website: https://www.fraubraucht.at
Kontakt: kontakt(at)fraubraucht.at

Wer ist Maria Lankmair und was ist fraubraucht.at?

Maria Lankmair ist die Gründerin von fraubraucht.at. Die Idee entstand aus einer persönlichen Erfahrung, in der sie selbst auf Unterstützung angewiesen war und erlebt hat, wie kraftvoll echter Zusammenhalt sein kann.

fraubraucht.at ist eine Plattform, auf der Frauen unkompliziert Hilfe finden oder anbieten können. Über „Suche“- und „Biete“-Funktionen entsteht ein Netzwerk für Unterstützung im Alltag.

Wenn Du jetzt begeistert bist und dich eintragen möchtest, dann spring gleich ins Netzwerk!
Du hast etwas anzubieten, oder brauchst etwas? Jede von uns kann dazu beitragen dass dieses Netzwerk etwas besonderes wird!

Frau braucht

Wie kannst du dich selbst stärken?

Wenn ich das Gespräch für mich weiterdenke, dann geht es nicht nur um die Plattform, es geht auch um die Frage, wie wir im Alltag mit uns selbst umgehen. Und genau da setze ich auch mit meiner Arbeit an. Mit Pocket Yoga begleite ich dich mit kurzen, einfachen Impulsen durch deinen Alltag. Kleine Momente, in denen du wieder bei dir ankommen kannst. Ohne Druck, ohne große Vorbereitung.

Wenn du spürst, dass du dir mehr Raum für dich wünschst, dann findest du hier mehr dazu:  https://www.rani-yoga.at/pocketyoga/

Und wenn dir der Podcast gefällt du meine Arbeit unterstützen möchtest, kannst du mir hier einen Kaffee spendieren
https://ko-fi.com/raniyogaselfcare

Wenn du das gesamte Gespräch im Detail nachlesen möchtest, findest du hier das vollständige Transkript als PDF:

→ [Download Transkript]