Die COPD Stufen-Challenge ein besonderes Event

COPD Challenge 2026 Georg Illek
Dieses Jahr war ich auch dabei bei der StufenChallenge 2026. Als ich ankam, wurde ich freundlich begrüßt und gleich von Georg gefragt, ob ich beim Hinaufgehen die Teilnehmer:innen ein wenig bremsen könne.
Gar kein Problem! Ich habe diese Aufgabe deshalb so gern übernommen, weil ich von der chronischen Abstoßung meiner ersten transplantierten Lunge eine Ahnung bekommen habe, wie sich COPD anfühlt. Man fühlt sich gebremst, ist manchmal wütend und geht dann über seine Grenzen, aber das Gehirn schätzt es wenig, zu wenig Sauerstoff zu bekommen.
Der eigene Rhythmus ist wichtig.
Von Eberhard wusste ich, wie viel er für diese Challenge trainiert hat. Es mögen für einen gesunden Menschen nur ein paar Stufen sein, aber wenn man lungenkrank ist, sind Stufen so etwas wie der Endgegner.
COPD Challenge 2026 Gruppenfoto Stephansdom oben
Ich habe jahrelang beim Anblick von Stufen einen Anflug von Panik gespürt.
Ich habe wirklich jede und jeden bewundert, der es die Stufen hinauf zum Westturm geschafft hat. Es bedeutet nämlich nicht nur, die Stufen geschafft zu haben. Es geht um Sichtbarkeit, Mut und Selbstwirksamkeit, denn Betroffene ziehen sich oft zurück und schämen sich.
Hier konnten sie zeigen: Ja, ich bin krank, aber ich schaffe trotzdem etwas.
Was ist die COPD Stufen-Challenge?
Die Stufen-Challenge gibt es seit 2018. Zum Welt-COPD-Tag am 21. November 2018 stieg Eberhard Jordan zum ersten Mal die 343 Stufen zur Türmerstube im Südturm des Wiener Stephansdoms hinauf.
Sein Ziel: Es zu schaffen – mit und trotz COPD – und auf diese Erkrankung aufmerksam zu machen. Seine Motivation war, herauszufinden, was trotz eingeschränkter Lungenfunktion noch möglich ist. Am 11. März 2023 ist er leider gestorben.
Was mich so inspiriert hat an Eberhard war, dass er zwar kein Vorbild sein wollte, aber doch eines war – ein Vorbild, das dazu inspiriert hat, den eigenen Weg zu finden und so fanden auch dieses Jahr wieder motivierte Teilnehmer ihren Weg zur COPD Challenge in Wien.
Unser Gespräch kannst du hier nachhören:
https://www.rani-yoga.at/eberhard-jordan/
Eberhard hat Monika Oberndorfer motiviert, auch in Innsbruck eine solche Challenge zu starten. Inzwischen gibt es sie in Wien, St. Pölten, Graz und Innsbruck.
Mehr über die Challenge und die gemeinsame Arbeit erzähle ich auch in diesem Gespräch:
https://www.rani-yoga.at/copd-austria-podcasthon/
Wer steht hinter der COPD Austria?
Judith und Georg Illek sind die Gründer und Obleute von COPD Austria. Ich habe die beiden für ein Interview für Lunge bewegt kennenlernen dürfen und war sofort ganz hin und weg von ihrer Herzensenergie.
Wer sich vorstellen kann, wie anstrengend ein Leben mit eingeschränkter Luft ist, kann auch erahnen, was für eine Leistung es ist, so ein Event auf die Beine zu stellen.
Mehr Infos findest du hier: https://copd-austria.at/
Wenn du mehr über Judith und Georg und ihre Arbeit erfahren möchtest:
https://www.rani-yoga.at/copdaustria/
Warum ist Bewegung bei COPD so wichtig?
Eine engagierte Ärztin, Dr. Frau Dr. Aleksandra Berthold von der Klinik Floridsdorf war vor Ort und hat es ehr klar gesagt: „Jede Bewegung zählt, egal wie langsam oder wie schnell, egal wie klein der Schritt ist.“
Bewegung ist Leben – und bei COPD Teil der Therapie.
Deshalb ist es Georg und Judith auch so wichtig, Bewegungsgruppen ins Leben zu rufen. Das ist nicht nur ein Event, bei dem man in Bewegung kommt, sondern auch ein sozialer Treffpunkt.
Körper, Geist und Seele gehören zusammen.
Auch aus therapeutischer Sicht habe ich darüber mit Dr. Christoph Puelacher von der Reha Innsbruck gesprochen – das Gespräch findest du hier: https://www.rani-yoga.at/christoph-puelacher/

Wie läuft die Challenge ab?
Wer sich für eine Teilnahme interessiert, kann sich direkt bei der COPD Austria anmelden. Dabei sein kann jede/r! Betroffene, Angehörige, Interessierte und alle die unterstützen wollen.
Was ich besonders toll fand: Es wurde für Sicherheit gesorgt – durch medizinische Begleitung, einen Check mittels Messung des Sauerstoffs und ein zusätzliches Sauerstoffgerät vor Ort.
Mutig ja, aber leichtsinnig nein.
Im Pfarrkaffee gab es vor dem Start Kaffee und Kipferl und danach nochmals eine Stärkung.
Warum ist Sichtbarkeit so wichtig?
COPD ist nicht sichtbar – so wie viele andere Erkrankungen. Und es ist mir als zweifach lungentransplantierte ehemalige Lungenhochdruck-Patientin wichtig zu zeigen: Man muss sich nicht schämen, krank zu sein. Unsichtbare Erkrankungen sind doppelt schwer, weil es einem am Anfang oft niemand glaubt.
COPD wird oft als „Raucherkrankheit“ bezeichnet – ein Stigma, das so nicht immer stimmt.
Krank werden kann jede und jeden treffen. Gerade deshalb ist es so wichtig, sichtbar zu werden und dazu zu stehen.

COPD Stufenchallenge Gruppenbild COPD Austria Toni Faber
Dompfarrer Toni Faber motiviert
Der Dompfarrer Toni Faber nahm sich nach dem Event Zeit für die Teilnehmer:innen. Die Menschen fühlten sich gesehen – und ich denke, das ist ganz besonders wichtig. Er ging auf die Entwicklung rund um Eberhard Jordan ein und würdigte, dass daraus eine gemeinschaftliche Bewegung entstanden ist.
Faber betonte, dass COPD keine Erkrankung ist, über die man sich freut. Umso bemerkenswerter sei es, wenn Menschen lernen, bewusst damit umzugehen. Ein wichtiger Punkt war sein Hinweis auf Menschen, die sich für ihre Erkrankung schämen.
Dem stellte er die Teilnehmer:innen gegenüber, die zeigen, dass Offenheit möglich ist.
Der Pfarrer erzählte auch von einer früheren Erfahrung am Stephansdom, bei der er aus heutiger Sicht zu viel Risiko eingegangen ist. Heute sagt er klar, dass er vorsichtiger geworden ist.
Seine zentrale Botschaft: Kleine Ziele sind die Grundlage für große Ziele. – und: „Es geht nicht nur darum, mit der Krankheit zu leben, sondern gut zu leben.“
Persönliche Gedanken
Das Dabeisein dieses Jahr war mir wichtig. Ich wollte meine Solidarität zeigen – und mit diesem Blogartikel und meinem Projekt Lunge bewegt Mut machen, sich zu zeigen und sich nicht aufzugeben.
Selfcare next level.
Was ich mitnehme:
Ein besonderes Erlebnis
Ein volles Herz
So viele liebe Menschen
Und die Erinnerung daran:
Es sind die kleinen Schritte, die zählen.
Hier findest du Bilder: Die COPD Stufenchallenge 2026
Dein erster kleiner Schritt
Gerade wenn Bewegung schwerfällt, dürfen die Schritte klein sein.
Genau dafür habe ich Pocket Yoga entwickelt – kurze, einfache Impulse für jeden Tag:
https://www.rani-yoga.at/pocketyoga/


