Warum echte 5 Minuten oft mehr bringen als große Vorsätze
„Ich würde gerne besser auf mich achten, aber ich habe keine Zeit.“ Ich glaube, diesen Satz habe ich in den letzten Jahren hunderte Male gehört. Von Yogaschülerinnen, von Freundinnen, von Frauen rundherum. Und ehrlich gesagt habe ich ihn selber auch jahrelang gesagt.
Ich würde gerne öfter Yoga machen. Ich würde gerne mehr für mich tun. Ich würde gerne entspannter sein. Ruhiger. Mehr bei mir, aber der Alltag war immer wichtiger. Ich habe jahrelang daran gearbeitet wie mein Leben für mich funktionieren soll, meine Morgenroutine, Bewegung, Arbeiten, Entspannen, Selfcare und über die Jahre ist aus meiner Erfahrung und meinem Wissen Pocket Yoga entstanden.
Es ist nicht noch ein Yoga-Programm, keine Alternative zu einem Yogakurs oder eine Technik möglichst viele Übungen zu lernen – obwohl du auch das aus Pocket Yoga heraus holen kannst. Es ist aus der Frage entstanden:
Wie kann Selfcare mitten im echten Alltag stattfinden?
Zu Beginn war Pocket Yoga eigentlich ganz etwas anderes. Ich hatte keinen Yogaraum für den Sommer und habe mir gedacht: Was mache ich jetzt? Und dann ist die Idee entstanden, kurze Impulse aufzunehmen, die man einfach zwischendurch machen kann. Ursprünglich nur als Audio.
Dann kam aber eine Frau auf mich zu, die hörgeschädigt ist, und hat mich gefragt, ob sie Pocket Yoga auch machen kann – und ich sagte mir: „Natürlich kann sie das“. Ich lege sehr viel Wert darauf allen die teilnehmen möchten eine Teilnahme zu ermöglichen. Ich habe also damit begonnen die Übungen als Video aufzunehmen und über Vimeo werden sie mit Untertiteln ausgestrahlt. Zusätzlich gibt es Transkripte und Übungsbeschreibungen. Und so ist Pocket Yoga langsam in seine heutige Form hinein gewachsen. Außerdem hat sich gezeigt, dass Pocket Yoga mich immer mehr ein Feld geworden ist, in das ich alles einfließen lassen kann, was mir wichtig ist. Leben im Rhythmus der Jahrszeiten, Selfcare, Embodiement, Bewegung, Atemübungen, Stressmangement und vor allem eines: Mindsetarbeit für Frauen.
Pocket Yoga ist so einfach viel mehr geworden ist als nur „5 Minuten Yoga“.
Was ist Pocket Yoga eigentlich?
Das Schwierige für mich ist der Name. Denn er sagt sofort: Pocket, also man kann es mitnehmen und Yoga – und Yoga ist einfach die Basis, denn es gibt unendlich viel, was wir aus dieser Lehre für uns in den Alltag mitnehmen können. Und dann ist es wieder nicht nur Yoga, es ist Burnout und Stress-Prävention, es ist Ayurveda, es ist Entspannungstraining und Selbstliebe statt Selbstoptimierung. Aber weil ich im Moment keinen besseren Namen habe, bleibt er mal.
Vielen denken sofort Pocket Yoga wäre nur Yoga, und so höre ich oft: „Ich mache eh schon Yoga.“, „Ich gehe eh zu Pilates.“ „Ich habe eh einen Kurs.“
Und ich finde das alles super – aber was machst du die restlichen Stunden in der Woche? Wie fließt dein Gelerntes in deinen Alltag? Wie bindest du Atemübungen ein wenn du Stress hast? Wie kommst du nach einem langen Tag wieder „runter“. Wie schaffst du es unter Tags immer wieder aufzutanken.
Die Übungen kommen wie gesagt zwar aus dem Yoga, aber für mich bedeutet Yoga nicht nur, irgendwo hinzugehen, eine Matte auszurollen und eineinhalb Stunden zu üben.
Yoga bedeutet für mich auch, mich bewusst hinzusetzen und einmal tief durchzuatmen, bevor ich antworte.
Yoga bedeutet für mich auch, meinen Körper kennenzulernen. Meine Gedanken wahrzunehmen. Zu merken, wann ich gestresst bin. Zu merken, wann mein Nervensystem langsam kippt.
Und genau darum geht es bei Pocket Yoga. Nicht um die perfekte Praxis. Nicht um Leistung. Nicht darum, etwas „richtig“ zu machen.
Pocket Yoga ist keine Aufgabe.
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Satz überhaupt. Weil viele Frauen ohnehin schon das Gefühl haben, ständig irgendetwas schaffen, verbessern oder endlich konsequent umsetzen zu müssen.
Warum scheitern so viele Menschen an Morgenroutinen und Selfcare?
Ich glaube nicht, dass Menschen zu wenig wissen. Die meisten wissen längst, dass Bewegung gut tun würde, dass Atmung beruhigt, dass Pausen wichtig wären.. das Problem ist selten das Wissen.
Das Problem ist der Alltag dazwischen.
Mental Load, Termine, Erschöpfung, Dauerfunktionieren, und das Gefühl, ständig etwas erledigen zu müssen.. dazu kommen diese riesigen Vorstellungen davon, wie Selfcare aussehen sollte… oder die perfekte Morgenroutine, oder die perfekte Yogapraxis, das perfekte konsequent sein.. mit Druck selbstverständlich. So haben wir es gelernt. Wenn du fleißig genug übst und dir ein Beispiel nimmst, dann..
bist du nach meiner Erfahrung nach ein paar Wochen vor allem eines: frustriert und von dir selbst enttäuscht – und das völlig zu Unrecht, denn.. wenn wir etwas nicht schaffen, kommt sofort dieser Gedanke: „Ich kriege das wieder nicht hin.“ .. und ich kenne diese Gedanken extrem gut. Ich habe sie selber jahrelang wiederholt.
Aber es ist einfach nicht wahr. Wir brauchen nur mehr Übung darin die Dinge anders zu machen. Und davor braucht es die Dinge anders zu denken und anders zu erlauben. Irgendwann habe ich für mich verstanden, dass fünf Minuten einfach viel realistischer sind als die Vorstellungen davon, wie Selfcare aussehen müsste, die Menschen die um 5;00 schon wach sind oder ihre Meditationspraxis schon hinter sich haben. So funktioniert mein Leben nicht
Aber fünf Minuten gehen sich aus.
So habe ich gestartet, das hat für mich funktioniert und genau deshalb bin ich bei diesen kurzen Impulsen geblieben.
Warum 5 Minuten oft mehr verändern als große Vorsätze
Es geht nicht darum, dass fünf Minuten magisch sind. Es geht darum, dass sie mitten im Alltag möglich sind.
Nicht irgendwann, nicht im Urlaub, nicht im perfekten Morgen – sondern jetzt – einfach dazwischen. In dem Moment wo deine Energie weg ist, du müde und leer bist. Genau dann.
Zwischen zwei Terminen, vor dem Schlafengehen, im Auto oder in der U-Bahn, auf der Couch, im Business-Zeug oder im Pyjama. Es ist deine Pause. Deine.
Ich habe irgendwann verstanden, dass nicht die perfekte Stunde etwas verändert, sondern kleine Momente, die wirklich stattfinden. Manchmal reicht es sogar, sich nur das Audio anzuhören oder das Transkript zu lesen und die Übung später zu machen – weil es eigentlich darum geht, sich wieder an sich selbst zu erinnern und zu beginnen kleine Aus-Zeit-en zu nehmen. Zeit für dich. Weil du zählst.
Wie kann man Pocket Yoga im Alltag nutzen?
Ich denke das ist ganz unterschiedlich. Manche hören sich einfach nur die Impulse an. Manche machen dieselbe Atemübung wochenlang. Manche lesen nur die Nachricht und denken sich: „Wie geht es mir eigentlich gerade?“ Manche Üben alle drei Übungen auf einmal, manche machen wirklich jede sofort, andere gar keine. Aber auch schon daran denken und zu sagen: ich atme jetzt mal dreimal ein und aus, selbst das macht schon etwas.
Es geht nicht darum, perfekt zu funktionieren oder alles sofort umzusetzen, es geht darum, zwischendurch kurz aus diesem Dauerfunktionieren auszusteigen. Kurz durchzuatmen. Sich zu bewegen. Oder einfach einmal wahrzunehmen, wie es einem eigentlich gerade geht.
Warum wir keine perfekte Morgenroutine brauchen
Was ich sehe ist, das viele Menschen unglaublich erschöpft davon sind, ständig das Gefühl zu haben, sich verbessern zu müssen. Noch gesünder, noch achtsamer, noch disziplinierter oder noch produktiver.
Darum geht es finde ich überhaupt nicht. Das Ziel ist, entspannter zu sein – nicht perfekter.
Wir müssen uns nicht ständig optimieren! Wir dürfen mehr zu uns zurückkommen und dafür brauchen wir selten riesige Veränderungen. Oder hat das bei dir schon einmal geklappt? Wir brauchen nicht höher, schneller, weiter, sondern kleine Ruheinseln die in unseren Alltag passen. Kurze Momente, in denen wir wieder bewusst atmen und kurz bei uns ankommen.
Keine perfekte Morgenroutinen sondern unperfekte, aber entspannte Momente.
Warum Pocket Yoga für mich so wichtig geworden ist
Ich hatte selber schon ein Burnout und ich weiß, wie schnell man wieder in dieses Funktionieren hineinkommt. Gerade wenn man seine Arbeit liebt und immer versucht, alles gut zu machen. Ich weiß inzwischen auch, dass ich auf mich achten muss, weil ich sonst müde werde.
Und genau deshalb gibt es Pocket Yoga noch immer.
Nicht damit Menschen noch mehr tun sollen, sondern damit sie kleine Möglichkeiten haben, zwischendurch wieder bei sich selbst anzukommen.
Ich glaube wirklich, dass wir kurze Pausen unterschätzen – und die Forschung gibt mir Recht.
Wir denken gerne, Erholung müsste groß sein. Der perfekte Urlaub, das perfekte Wochenende, der perfekte freie Tag und vergessen im Rest der Zeit öfter mal bewusste Pausen mitten im Alltag zu machen. Das macht insgesamt einen viel größeren Unterschied, weil wir am Ende des Tages viel entspannter sind, besser einschlafen, schneller runterkommen, manche Gedanken gar nicht mehr denken müssen, weil wir uns dazwischen reguliert haben und schneller Lösungen gefunden haben.
Eine Lösung ist für mich Pocket Yoga.
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