Eva Karel

Ich freu mich sehr in diesem Podcast das Interview mit Eva Karel zu teilen. Warum? Weil es frisch ist, ehrlich, viel Yoga hat, aber auch zeigt wie viele Situationen im Alltag uns herausfordern – und – wie wir uns selbst stärken dürfen.

Das Interview erschien erstmals im Projekt Krisenfest im März 2021 und ich habe es überarbeitet und bringe es neu heraus. Langweilig? Nicht mehr aktuell. Nein. Im Gegenteil. Ich spüre, dass Heilung ein Prozess ist, und es kann gar nicht genug Information in die Welt kommen, um zu inspirieren, sich nicht so allein zu fühlen mit den Gedanken, von denen man selbst nicht weiß, woher sie kommen.

Viel Freude mit dem Interview

Krisenfest 014 - Eva Karel

Die Eva

Die Wilde! Die Sucherin und Finderin. Die Verbinderin. Unser Gespräch war erfrischend. Die Kombination aus wissenschaftlicher Lehre und eigenem Weg, dem Weg des Yoga und wie sie all ihr sein in ihrem Da-Sein integriert. Warum nix „draussen“ bleiben muss und warum es Reibung braucht, warum nix von Anfang an perfekt sein muss! Yoga auf Wienerisch.

Krise bedeutet für Eva

Krise bedeutet, dass das bereits eingespielte nicht mehr ganz funktioniert, es “holpert”. Ein Zeichen, dass es so nicht weiter geht.

Krise ist für mich, wie wenn alles auf einmal mit quietschenden Bremsen sozusagen, zu einem Stillstand ruckelt.“

Ehrlichkeit ist ihr wichtig und sie hat erfahren dass: “Es bewährt sich zuzugeben, dass man selber gerade nicht weiter weiß und dass man darüber redet. Ehrlich sein und zuzulassen, dann kann gemeinsam geschaut werden wie es weiter geht.

Ihre schwierigste Zeit war für Eva ihr Jugendzeit. Ihre Desorientierung. Kein Mensch, den sie kannte hatte einen Lebensplan, der ihr erstrebenswert erschienen wäre. Sie begann zu reisen, probierte den Weg der tibetischen Nonnen, aber sie fand niemals das wonach sie gesucht hatte.  Zurück in Wien fand sie heraus, dass ein Studienzweig gegründet wurde, der genau die Antworten versprach, die sie brauchte. Dieses Studium und die WG in der sie wohnte, gaben ihr wieder Sinn und Geborgenheit. Sie suchte Therapie und über die  Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenen Körper. Schreiben als Ausdrucksform, Yoga und Malen. Diese Auseinandersetzung findet sie im Schreiben, malen und Yoga. Sihc Zeit lassen, viel Ehrlichkeit zu sich selbst und ihren Mitmenschen.

Man darf auch mal zugeben, dass es einem schlecht geht. Eva spricht über das Impostor-Syndrom, auch Hochstapler-Syndrom genannt. Es betrifft hauptsächlich hoch qualifizierte Frauen. Die Angst, dass einem das Erreichte nicht zusteht. Betroffene sind mit massiven Selbstzweifeln hinsichtlich ihrer eigenen Fähigkeiten, Leistungen und Erfolge geplagt.

Zitate aus dem Interview

„Ich glaube, dass war diese Verbindung aus Sinn und Geborgenheit. Wo ich auf einmal satt war, Ich glaub ich war zum ersten Mal „satt“ in meinem Leben.“

„ich möchte ja, dass da diese Inspiration mit mir bleibt. Und das ist echt so eine Gratwanderung und bedarf so eines steten Nachjustieren, finde ich, damit es auch schön bleibt.“

„ich glaub, wir müssen gar nicht so tun, als hätt‘ man das irgendwie sehr souverän in petto. “

„Ich habe nicht aktiv eine Lösung herbeiführen können. Es war in Wahrheit ganz viel Geduld und glückliche Fügung dann im Spiel. “

„weil ich finde, dass fluchen ein prachtvolles Ventil ist.“

„Aber dann hab ich dann wirklich das Gefühl, jetzt wird dann jemand mit Clip Board bei mir anklopfen und sagen: So nicht, mein Fräulein, was glaubst du wer du bist. “

„Oft ist es dann einfach, ist schlafen zu gehen, konstruktiver als dann auch noch Yoga zu machen, zum Beispiel.“

Erwähnte Bücher & Yogastile

The War Of Art – By Steven Pressfield
Liz Gilbert Big Magic
Yin-Yoga

Eva über Eva

Unilektorin, Yogalehrerin, Autorin, Malerin

Ich treibe als Mitglied des Künstlerinnenkollektivs „Neigungsgruppe Schabernack“ im Atelier Brutstätte mein Unwesen. Dort unterrichte ich Yoga, denn seit 20 Jahren ist die Yogamatte quasi mein natürliches Habitat. Dort pinsle ich nackerte Menschen auf Leinwand und wenn ich nicht gerade Orakel verfasse, schreibe ich Bücher und Artikel (z.B. „Om, Oida! Yoga ohne Maskerade“ (2018), „Om, Oida 2! Yoga LEHREN ohne Maskerade“ (2020), Blog: evakarel.at). Ich lebe mit meinen beiden Söhnen und einem sehr lustigen Hund zusammen und navigiere mit größtmöglichem Humor durch diese „hatscherte“ menschliche Existenz. (Weil ja ziemlich viel Wunderbares in all den Rissen und Holprigkeiten, den Falten und Eigenheiten steckt.)

Websiten & Kontakt
www.evakarel.at
Facebook Eva / Atelier Brutstätte

Krisenfest und die Interview-Erfahrung waren für mich:

Ein Nachdenkraum, der sich ein bissl nach 4-Augen-Gespräch anfühlt.

Eva Karel - Auschnitt

Eva Karel - Schönfärberei

Bisher in dieser Serie erschienen