Warum meine eigene Stimme viel mehr ist als Worte – und was das mit Selfcare, Vertrauen und Vielfalt zu tun hat.

Als ich die Frage in der Blogparade von Susanne Richard gelesen habe, welches Talent ich lange unterschätzt habe, habe ich zuerst überlegt, ob ich überhaupt ein besonderes Talent habe. Ich unterrichte Yoga, ich schreibe gerne, ich denke gerne über die Welt nach und darüber, wie wir miteinander leben wollen. Aber nichts davon fühlte sich für mich lange Zeit wie ein Talent an.

Erst während ich über diese Frage nachgedacht habe, ist mir klar geworden, dass ich vielleicht genau das unterschätzt habe, was ich heute als mein größtes Talent empfinde.

Meine eigene Stimme

Ich glaube, ich habe erst in den letzten Monaten entdeckt, dass meine eigene Stimme ein Talent sein kann. Nicht meine Stimme im wörtlichen Sinn, sondern meine Art, Dinge zu sehen, Zusammenhänge zu erkennen und sie in Worte zu fassen. Dabei habe ich nicht den Anspruch recht haben zu müssen oder dass alle Menschen meiner Meinung sein solltenn. Ich glaube, ich habe erst in den letzten Monaten entdeckt, dass meine eigene Stimme ein Talent sein kann, weil sie Dinge verbindet, Zusammenhänge erkennt und Gedanken so zusammensetzt, dass etwas Neues entstehen kann.

Lange habe ich Talent immer mit etwas verbunden, das man besonders gut kann. Mit einer Fähigkeit, die man messen oder vergleichen kann. Heute glaube ich, dass ein Talent auch darin liegen kann, die Welt auf eine ganz eigene Weise zu sehen und den Mut zu haben, genau diese Sicht mit anderen zu teilen. Nicht weil sie richtiger wäre als die Sicht anderer Menschen, sondern weil sie einzigartig ist.

Andere dachte ich, könnten das sowieso besser. Sie schreiben schöner, formulieren klüger, haben mehr Wissen oder mehr Erfahrung. Deshalb habe ich oft versucht, möglichst „passend“ zu schreiben anstatt einfach zu sagen, wie ich die Welt sehe. Ich habe erkannt, dass genau diese Art, die Dinge auf meine Weise zu betrachten, etwas Einzigartiges ist, weil niemand die Welt mit genau meiner Geschichte, meinen Erfahrungen und meinem Blick sieht.

Anders ist nicht schlechter

Je mehr ich mir erlaube, meine Gedanken auszusprechen und sie mit der Welt zu teilen, umso mehr entdecke ich, dass es gar nicht darum geht, jemanden zu überzeugen. Es geht darum, eine andere Perspektive anzubieten. Die einen werden sagen: „Ja, genau so empfinde ich das auch.“ Andere werden sagen: „Nein, das sehe ich völlig anders.“

Und beides ist gut.

Vielleicht habe ich mein Talent deshalb so lange unterschätzt, weil ich dachte, es müsste etwas sein, das andere bestätigen. Dabei kann niemand meine Erfahrungen, meine Gedanken und meine Art, Zusammenhänge zu sehen, mit denen eines anderen vergleichen, denn genau darin liegt ihre Stärke.

Ich bin überzeugt, dass wir uns viel zu oft vergleichen und dadurch unsere eigenen Fähigkeiten klein machen. Wir schauen auf Menschen, die etwas besser können als wir, und übersehen dabei, dass die Kombination unserer Fähigkeiten, unserer Erfahrungen und unserer Persönlichkeit genau das ist, was uns einzigartig macht.

Anders ist nicht schlechter. Anders ist einfach anders.

Sich selbst zu vertrauen ist eine Fähigkeit

Für mich hängt das ganz eng mit Selfcare zusammen. Nicht mit Wellness oder einer Badewanne, sondern mit der Fähigkeit, sich selbst zu vertrauen und sich selbst zuzugestehen, dass die eigene Sichtweise einen Platz haben darf.

Ich muss nicht sofort denken: Das ist eine blöde Idee. Ich muss mich nicht fragen, wer das lesen oder hören möchte. Ich darf auch die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass das, was ich gerade denke oder schreibe, gut ist. Sicher nicht für alle. Aber für mich und möglicherweise auch für Menschen, die genau diesen Gedanken gerade brauchen.

Je mehr ich mir das erlaube, umso mehr entdecke ich, dass ich mich nicht beweisen muss. Ich muss nicht recht haben. Ich darf einfach meine Sicht auf die Dinge teilen und darauf vertrauen, dass genau diese Sichtweise ihren Platz in der Welt hat.

Ich übe das gerade jeden Tag

Am 17. Juli hab ich ein Projekt gestartet – 100 Tage – 100 Reels. Dabei habe ich bemerkt, dass es mir immer unwichtig wird, wie viele Menschen ein Video sehen oder ob daraus unmittelbar etwas entsteht. Es ist viel wichtiger für mich geworden, dass ich Freude daran habe, meine Gedanken auszusprechen, mich auszuprobieren und immer besser herauszufinden, wie ich das, was ich denke, so in Worte fassen kann, dass andere etwas für sich mitnehmen können. Also Spass zu haben und meine Erkenntnisse wert-zu-schätzen und sie zu teilen, auch wenn es unperfekt ist.

Früher hätte ich ganz sicher viel mehr darüber nachgedacht, geplant und hätte mich dann gefragt, ob das gut genug ist.. und wahrscheinlich nie begonnen sondern wieder die nächste, bessere Idee gehabt.. Heute denke ich viel öfter: Das bin ich, das ist meine Art, meine Weise zu leben, zu sprechen und zu denken und mein inneres Drängen, zu teilen, was ich gelernt habe, darf sein. so wie ich auch. Einfach Rani.

Respekt beginnt hier – mit dir.

Je mehr ich mir selbst erlaube, ich zu sein, umso leichter fällt es mir auch, andere Menschen so sein zu lassen, wie sie sind. Ich muss niemanden von meiner Meinung überzeugen und ich muss auch niemanden klein machen, nur weil er oder sie die Dinge anders sieht.

Ich wünsche mir eine Welt, in der wir weniger darüber diskutieren, wer recht hat, sondern neugierig werden auf die Sichtweise des anderen. Wo finden wir unseren gemeinsamen Nenner? Wo kann ich vielleicht von dir profitieren in deiner Meinung und wo kannst du von mir profitieren? Ich glaube, dass genau dort Respekt entsteht und vielleicht sogar ein kleines Stück Frieden.

Das hängt für mich unmittelbar mit der Frage zusammen, wie ich leben möchte.

Wäre es nicht toll,  in einer Welt zu leben, in der ich sein kann, wer ich bin, und in der ich andere genauso sein lasse, wie sie sind. Der Weltfrieden beginnt sicher nicht erst in der Politik, sondern in dem Moment, in dem wir aufhören, Anderssein als Bedrohung zu sehen – Politik sind wir. Ich denke das haben wir vergessen und geben unsere Macht viel zu gern ab an Menschen, die den Kontakt zu sich selbst wohl längst verloren haben.

Mein lange unterschätztes Talent

Welches Talent habe ich also so lange unterschätzt? Es ist das Talent Dinge zu verbinden, Themen in meinem Kopf neu zusammen zu setzten, neue Zusammenhänge zu knüpfen. Systemisch-menschlich oder menschlich-systemisch zu denken. Alles gehört zusammen und mit dem was wir wissen – und wie wir es wissen – können wir die Welt mit anderen Augen sehen – und so passiert Vielfalt – und dazu gehört, dass ich die Dinge nicht nur neu zusammensetzen kann. Ich kann sie auch vermitteln und ich liebe es, wenn es aus mir heraus sprudelt und es ist nicht nur viel und vielleicht auch laut, es ist auch wertvoll – im richtigen Rahmen.

Sprechen können ist ein Talent und ich denke sprechend und schreibe denkend, und spreche schreibend.

Das ist mein Talent

Meine Stimme und meine Worte sind nicht besser oder schlechter als die anderer Menschen. Es ist sogar wichtig, dass wir alle lernen, dass „ich selbst sein“ ein Talent ist, dass so wunderbar einzigartige Talente in die in die Welt bringen kann!

Vermutlich müssen wir unser Talent gar nicht erst finden – wir dürfen uns erlauben, ihm zu vertrauen! Deshalb lade ich dich ein: finde deine Talente, deine Gaben und beginne sie zu sehen. Vielleicht auch mit neuen Augen – denn es gilt dem, was du in dir trägst jeden Tag mehr zu vertrauen..

Ps: Wusstest du? In der griechischen und römischen Antike war ein Talent eine große Masse- und Währungseinheit, meist abgewogen in Silber oder Gold. [1]

Du weißt nicht so du anfangen sollst?

Nun, vielleicht beginnst du mit der Richtung – hol dir doch gern meinen Selfcare-Kompass für 0 Euro und finde heraus, worin du dich wohl fühlst – du kannst den Kompass so vielseitig einsetzen wie du die Fragen anpassen kannst.

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Hier zum Beispiel: Was fällt mir leicht, welche Aufgaben gelingen mir weniger gut
wo habe ich das Gefühl, ich werde von einer inneren Kraft geführt. und wo habe ich das Gefühl ich brauche ständig Informationen von außen..