Motivation: Wie geht das?

Evelyn Wurster fragt in ihrer Blogparade „Motivation: Wie geht das?“ Als Teamentwicklerin und Beraterin für Führungskräfte und ihre Teams eine wichtige Frage.

Ich kenne die Thematik. In einem anderen Leben habe ich bei einem großen Finanzdienstleister gearbeitet, war in der Organisation und involviert in größere Projekte für Prozessdesign und Geschäftsprozessoptimierung.

Ein Feld, das total spannend war, ich aber gar nicht vermisse. 😅 Trotzdem habe ich hier meine Liebe und mein Interesse für Organisation, Strukturen und Prozesse entdeckt, die mir heute immer wieder nützliche Fähigkeiten beschert haben.

Aber zurück zum Thema Motivation. Ein großer Teil meiner Tätigkeit braucht Motivation und zwar immer wieder. Dranbleiben, weitermachen, optimieren, an sich selbst glauben. Wenn man etwas tut, was andere nicht tun, wenn man will, was es noch nicht gibt, steht man auf einem Feld ohne Fußstapfen.

Motivation braucht es überall

Motivation braucht man aber auch für einen Heilungsprozess, für Wartezeiten, fürs Nichtaufgeben, auch wenn es superhart ist.

Motivation brauchte ich auch, als ich das erste Mal nach meiner ersten Lungentransplantation und drei Wochen Tiefschlaf wieder gewogen wurde.

32 Kilo beim ersten Mal wiegen

Ich bin zwar nur 1,60 groß, aber mit 32 war ich viel zu dünn. Herausstehende Kniegelenke und Ellenbogen, dicke Narben am ganzen Körper. Wie motiviert man sich zum Aufstehen, zum Training, zum Essen, wenn nichts schmecken will nach langer Zeit der künstlichen Ernährung?

Motivation habe ich auch gebraucht, als ich mit Pulmonaler Hypertension ein „normales“ Leben führen oder nach meinem Burnout eine neue Richtung in meinem Leben finden wollte.

Motivation brauche ich auch, diesen Blogartikel hier zu schreiben, denn niemand zwingt mich. Da steht niemand und sagt: Der muss fertig sein. Meine wöchentlichen Podcasts. Auch hier: Motivation.

Was ist Motivation eigentlich?

Also was ist diese Motivation und wie finde ich sie?

Ich glaube, das erste Mal habe ich mir diese Frage in meiner Schulzeit gestellt. Was braucht es, damit ich diesen Weg weitergehen kann? Was ist mein Warum?

Ich bin keine gute Schülerin gewesen, aber irgendwann einmal reichte es mir zu hören: Sie ist g’scheit aber faul. Ich habe einfach nie lernen gelernt. Ich tat mir schwer mit Konzentration und alleine lernen war für mich frustrierend… Doch irgendwann einmal wollte ich endlich weiterkommen und „es allen zeigen!“

Im Endeffekt war das der falsche Weg. Motivation ist ein Inside-Job und die Lösung habe ich schließlich darin gefunden, mich für alles zu interessieren, was ich zu lernen hatte. Meine Motivation dafür: Ich tue es für mich.

Für mich losgehen

Ich muss hier noch hinzufügen, dass meine Motivation im Endeffekt immer etwas Egoistisches hatte. Ich habe alles immer nur und vor allem für mich gemacht. Da war auch niemand, den ich beeindrucken wollte. Auch wenn vielleicht rund um mich Interesse da gewesen wäre, hab ich sie nie wahr genommen.

Nachdem ich mich dafür entschieden hatte nicht mehr zurück in eine Anstellung gehen zu wollen hatte ich viel Motivation auch beruflich für mich loszugehen. Es gab einige Etappenziele, aber der Erfolg blieb aus – zumindest der monetäre. Es gab immer wieder positive Rückmeldungen, aber davon leben und mich selbst erhalten.. das hab ich nie geschafft. Zudem gab es auch die zwei langen Ausfälle durch die Lungentransplantationen, die Scheidung von meinem ersten Mann und die damit einhergehenden Veränderungen im Lebensprozess. Auch wenn ich viele Menschen begeistern konnte mit meinem Yoga-Unterricht. Wenn du länger weg bist, ist es für Menschen, die Yoga lieben gelernt haben nur logisch, sich neue Möglichkeiten für ihre Praxis zu suchen.

In mir drin habe ich dennoch immer das Gefühl gehabt, dass da noch mehr ist. Ich konnte mich immer wieder für viele Dinge interessieren, war voll dabei und stellte dann für mich fest: Es fehlt noch etwas.

Yoga. Ayurveda. Klang. Burnout- und Stressprävention. Mediation und Konfliktmanagement. Das müsste doch so gut zusammenpassen!

Schließlich habe ich nach 18 Jahren Yogaunterricht endlich „meins“ gefunden.

Mit PocketYoga verbinde ich meinen inneren Kompass, die Frage: wie will ich leben, meine Erfahrungen, mein Wissen und meine Art zu leben zu einer Begleitung, die genau das tut, wofür ich los gehe. In kleinen Schritten das Leben zu verändern – hin zu etwas, das sich vollständig und heilsam anfühtl.

Motivation beginnt innen

Ich denke, Motivation ist intrinsisch und ist der Glaube an sich selbst, der sich im Außen zeigt. Das Gefühl. Das Streben. Dieses innere Gefühl, dass da mehr ist in dem, was ich machen kann.

Finden Menschen deshalb ihre Motivation nicht, weil sie aufgehört haben, daran zu glauben, dass sie einen Unterschied machen? War mein Wackelkurs, das immer wieder Einnorden zu meinen Werten, am Ende das Geheimnis?

Ich werde es erfahren, denn die Zukunft kommt einen Schritt nach dem anderen.

Ich liebe dazu dieses Zitat: Das Beste an der Zukunft ist, dass sie uns immer einen Tag nach dem anderen serviert wird. Abraham Lincoln

Was motiviert uns wirklich?

Heute motiviert mich das Tun an und für sich, das Fertigwerden mit kleinen Schritten, die Zwischenziele, das Scheitern und Lernen weiterzumachen.

Ist am Ende das Suchen nach dem schnellen Glück und Erfolg die Ursache dafür, dass wir uns nicht mehr motivieren können?

Millionär mit 30 – und dann?

Brauchen wir Menschen nicht viel mehr als Geld, Ruhm und Erfolg?

Ist am Ende der Motivation – oder in ihren Wurzeln – nicht immer dieses innere Streben, dieses Glück des Scheiterns, wenn man merkt: Okay. So nicht. Aber ich finde einfach einen anderen Weg.

Brauchen wir Menschen nicht viel mehr einen Sinn hinter unserem Tun, um zu sehen, was die Vision dahinter ist?

Im Unternehmen, in dem ich war, gab es eine Vision von wenigen: mehr Umsatz mit weniger „Aufwand“.

Aufwände waren am Ende die Personalkosten. Als Abrechnungsposten war ich auch nie motiviert. …Zumindest nicht lange, so sehr ich mich auch bemühte.

Am Ende ist Umsatz wichtig und doch nicht das Wichtigste.

Meine Motivation ist Leben

Meine höchste Motivation ist heute die Vision hinter der Frage:

Wie will ich leben?

Was macht mich glücklich? Wo sehe ich mich in fünf bis zehn Jahren? Welche Fehler würde ich sofort wieder machen und welche haben mich in mein Hier und Heute gebracht?

Es motiviert mich zu wissen, dass ich jeden Tag das Leben mindestens eines Menschen besser machen kann und diesen Menschen dazu motivieren kann, mindestens eine Sache zu tun, um andere zu inspirieren.

Und dieser Mensch bin ich.

Meine Motivation ist Leben.

Zum Selfcare-Kompass

Wenn ich eines über Motivation gelernt habe, dann das: Sie beginnt nicht mit Disziplin.

Sie beginnt mit einer Richtung. Genau deshalb gibt es meinen Selfcare-Kompass. Er soll dir nicht sagen, was du tun musst, sondern dir helfen, immer wieder zu der Frage zurückzukehren: Wie will ich leben? Denn wenn ich weiß, wohin ich möchte, entsteht Motivation oft ganz von selbst.

Hol dir deinen 0 Euro Selfcare-Kompass