Warum Gratis Yoga

Warum Gratis Yoga

Natürlich könnten alle YogalehrerInnen gratis arbeiten.

Ist ja auch keine „wirkliche“ Arbeit, oder? … echt jetzt? 
 
Ich möchte hier sagen: NEIN – das ist nicht so!
Eigentlich wollte ich das als FB-Post veröffentlichen… aber dann – wurde es länger.
Es sind nur ein paar Gedanken zum Thema Gratis Yoga die mich beschäftigen, auch wenn ich  nur geringfügig Yoga unterrichte, finde ich es schwer mit so vielen kostenlosen Angeboten mithalten zu können/wollen/müssen…

Ist Yoga denn nichts wert? Alles nur Werbung und Reklame? Wovon leben die YogalehrerInnen die im Netz auf Facebook, Youtube und Insta wirklich großartiges Yoga anbieten? Und wer sind die, die hier keinen Wert darin sehen? Muss ich Yoga jetzt kostenlos anbieten weil wir in der „Krise“ sind? Welche Krise und wer schafft sie? Es haben sich so viele Dinge geändert und darum hier meine Gedanken zum kostenlosen Yoga.
 
Die meisten von uns haben jahrelange Ausbildungen hinter sich, Jahre von Erfahrung, mehrere Weiterbildungen. Da steckt viel Energie und Liebe dahinter. Yogabücher, die eigene Praxis, das Besuchen anderer Yogaklassen. Yogalehrerin zu sein, ohne eine riesige Anzahl von Followern, ohne eigenes Studio… ist schwierig und reich wird man nicht. Zumindest nicht finanziell. 
Und trotzdem es eine belohnende Arbeit ist, ist es Arbeit. Es fordert mich als Yogalehrerin in ganz vielen Weisen. Ich habe die Verantwortung so zu unterrichten, dass alle Teilnehmer sich im Anschluss wohl fühlen und gesund bleiben. Trotzdem sie die restlichen 166,5 Stunden in der Woche vielleicht nicht so achtsam sind mit ihren Körpern.
 
Gratis Yoga. Vor allem jetzt wo es so „einfach“ ist online zu gehen. Dahinter steckt ein Equipment, dass so gut sein muss, dass man gesehen wird UND der Ton in Ordnung ist. Keiner will eine Yogastunde bei der man die Lehrerin nicht versteht oder sieht. Die Qualität muss schon passen… Also Ton, Licht, Bild… – ein Raum – irgendwo muss man ja auch hin mit seiner Yogamatte – also das (Wohn)zimmer umräumen! Auch ich will nicht alles aus meinem Leben preisgeben! Da ist kein Schutz der kleinen Gruppe! Es gehört schon Mut dazu sich zu präsentieren und öffentlich zu sprechen! Sich hinstellen und auf einmal virtuell viel von sich preis geben.
 
Der virtuelle Raum ist übrigens auch nicht kostenlos, auch nicht die Website oder Plattform wo Yogastunden gespeichert werden können. Raum kostet. Virtuell wie Reel…
 
Ich lade aktuell wöchentlich fünf Mal dazu ein mit mir Yoga zu üben! Zwei Mal davon kostenlos.
 
Werbung und Bekanntheit steigern. Das was keiner hören will. Yoga ist (auch) ein Geschäft.
 
Im Supermarkt hab ich noch nie meine Leistung tauschen können, auch Spenden oder pay-as-you-wish gibt es da nicht. Miete ist auch nicht verhandelbar. Also wir reden hier von Essen und Wohnen…. 
Yogakleidung, Yogamatten, Blöcke, …. tausendfach Equipment und Weiterbildung. Alles gegen Bares.
 
Und aktuell. Natürlich passt nicht für jeden das Online-Erlebnis, aber alles kostenlos anbieten?
Warum?
Ist es nichts wert?
Was nichts kostet ist nix wert… Leider ist das in den Köpfen der Menschen drin. Es gibt Uhren und Autos die soviel Kosten, dass man davon vermutlich halb Afrika für einen Monat ernähren könnte.
 
Aber Yoga (und viele andere Dienstleistungen) müssen gratis sein?
 
Auch ich habe in Corona-Zeiten die Preise angepasst, ich biete Yoga gegen Spende an und das gerne! Und wenn es wenig ist, weil die Person gerade nicht anders kann, zeigt es eine WERT-schätzung. Yoga gegen Spende. Eine Zitterpartie und wer zahlt hier was? 
 
Online-Angebote. Wir sind es gewohnt im Internet alles kostenlos zu finden?
Warum eigentlich? Dahinter steckt oft viel Arbeit, Investitionen, Mühe, neue Kenntnisse und Fähigkeiten müssen erlernt werden und zwar über (schlaflose?)Nächte?
 
Da stecken Menschen dahinter die Miete zahlen und etwas essen müssen, die sich weiter bilden, die Räume schaffen virtuell da zu sein.
 
Gratis Yoga? Warum eigentlich?
ich möchte hier noch festhalten, dass das ein 10-Minuten-Blog ist, einer, bei dem einfach Gedanken aufgeschrieben werden. Als Impuls, als Idee über die man nachdenken kann, aber keinesfalls als vollständige Meinung oder Bericht. Einfach meine Gedanken. In diesem Moment.
Was denkst du denn darüber?
Lies gerne ein wenig weiter auf meinem Blog..