Eine Podcastfolge über Klangschalen, Vertrauen und das Leben
Ich habe einmal gehört, dass Klänge oder Musikstücke davon leben, wie die Stille zwischen den Tönen ist. Und seitdem ich mich mit Klängen beschäftige, umso mehr glaube ich diese Aussage auch. Wenn Menschen mich heute fragen, warum ich mich so lange mit Klangschalen beschäftigt habe, dann denke ich nicht zuerst an die Ausbildungen, die Seminare oder die Klangschalen selbst. Ich denke an mein Burnout im Jahr 2007.
Wie bin ich nach meinem Burnout zu Klangschalen gekommen?
Das Burnout war für mich ein ziemlich heftiges Erlebnis. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass ich einfach überhaupt nicht mehr fähig war, mehrere Dinge gleichzeitig in meinem Leben hören zu können, dass nicht zwei Dinge gleichzeitig passieren können.
Zum Beispiel war Einkaufen gehen für mich schon sehr anstrengend, weil es waren halt immer andere Menschen und ich hatte wirklich das Gefühl, ich kann gar nichts kontrollieren, nicht einmal mehr mich selber. Aber auch ein Gespräch führen und gleichzeitig etwas gefragt werden. Ich hatte keine Kapazität mehr für mehr als eine Sache. Insgesamt habe ich fast ein Jahr gebraucht, um Stress wieder positiv erleben zu können, oder zumindest nicht negativ, und die Klänge haben mir sehr dabei geholfen. Die Heilung vom Burnout hat wesentlich länger gedauert und ich denke, sie dauert noch immer an.
Damals war ich in einer Situation, wo ich auf einmal Zeit hatte und nicht genau wusste, was ich mit mir tun soll und was für mich denn wäre. Und dann hat mich jemand angesprochen und gesagt: Du kennst doch eigentlich die Klangmassage. Wie wäre es, wenn du das mal ausprobierst?
Und ich hatte ja keine Ahnung davon, was das eigentlich ist. Aber ich habe mir gedacht, das klingt gut.
Warum war Loslassen für mich so schwer?
Ich habe mich für Klangmassage 1 und 2 angemeldet und war sofort total begeistert von den Klangschalen und davon, wie sie am Körper klingen, welche Entspannung auch möglich ist mit den Klängen. Es war ca ein halbes Jahr nach dem Burnout und Entspannung war jetzt nicht das, was ich sehr gut konnte, auch wenn ich schon drei Jahre Yoga geübt habe.
Dieses tiefe Entspannen, dieses Loslassen, dieses innere Loslassen, das war für mich immer eine schwierige Sache.
Ich habe dann gleich Klangmassage 3 und 4 gebucht und während einer Klangmeditation ist mir etwas passiert, an das ich noch immer sehr intensiv denken muss. Ich hatte eine tiefe spirituelle Erfahrung und habe eine tiefe, sehr echte Verbindung mit der Erde gespürt. Erde war das, was mir gefehlt hat in meiner Burn-out-Situation. Ich hatte das Gefühl, ich versuche irgendwie wieder den Boden unter den Füssen zu bekommen, mein Burnout und mein Leben zu verstehen, zu wissen, wer ich bin und was ich will. und habe sehr viel nachgedacht um über das Verstehen Antworten zu bekommen.
Aber manche Dinge lösen sich aber nicht durch ein Verstehen, manche Dinge lösen sich durch ein Loslassen, durch eine Erkenntnis oder das Bekenntnis, dass man es einfach nicht weiß – und dass es auch in Ordnung ist, dass man es nicht weiß. Klangräume schaffen etwas besonders, nämlich dass man – wenn man soweit ist – wieder in Kontakt mit etwas in einem kommen kann, das ganz ist, immer ganz war und immer ganz sein wird.
Wir können Dinge wollen, wir haben Wünsche und Träume, wir haben gewisse Fähigkeiten und Talente, die wir einsetzen können, aber wie es ausgeht oder wo wir hinkommen im Leben und wie das passiert, das dürfen wir loslassen.
Was haben Klangschalen mit Urvertrauen zu tun?
In den Folgejahren habe ich dann bemerkt, vor allem von mir selber, aber natürlich auch von den Leuten, wo ich mit Klangmassage gearbeitet habe, dass die Klänge einen Raum schaffen, den wir oft alleine nicht finden können. Und zwar ist das dieser Raum in uns, der dieses tiefe Urvertrauen irgendwie gespeichert hat.
Für mich war meine Oma ein ganz extremes Beispiel dafür. Sie hat immer daran geglaubt, dass alles, was ihr im Leben passiert, einen Sinn hat. Sie hat immer gesagt, der liebe Gott und ich glaube, sie hat das auch wirklich so gemeint.
Ich glaube, das hat ihr so viel Kraft gegeben, im Leben weiterzugehen. Und vor allem eine irrsinnig positive, starke und im Herzen freundliche Person zu sein und zu bleiben – und ich glaube, dieses Vertrauen, das finden wir wieder, wenn wir die Klangschalen hören.
Wenn wir tönen, wenn wir singen.
Wie können Klänge so tief berühren?
Was ich von Anfang an verstanden habe bei den Klangschalen, ist, dass ich nichts dafür tun muss, damit es funktioniert. Dass ich nichts denken oder aktiv werden muss. Es gibt nichts zu verstehen – Entspannung und Loslassen dürfen einfach geschehen.
Ich habe auch erfahren, dass Klang nicht immer nur angenehm ist – als ich das erste Mal die Panta-Rhei Harfe gehört habe – wird auch Monochord genannt, war das irrsinnig intensiv – inzwischen habe ich eines daheim und liebe es darauf zu spielen.
Diese tiefen Töne breiten sich wie ein Klangteppich aus, aber sie gehen tiefer als die Klänge der Klangschalen. Wenn dein Urvertrauen nicht stabil ist, dieses Ja zum Leben, dann können diese Töne – genau wie beim Gong – nochmal Unruhe auslösen – In der Rekonvaleszenz nach dem Burn-out wollte ich ja noch immer verstehen, und analysieren – und ich habe mich festhalten wollen, an dem, was vermutlich sicher war – und ich wollte bestimmen, was ich loswerden wollte… Unsicherheit und Stress.
Meine Diagnose „pulmonale Hypertension“ war ja auch noch da und ich hatte unglaublich viel Traurigkeit in mir, die ich mir nicht erlaubt habe. Auch das können uns die Klänge zeigen und das hat damals begonnen langsam heraus zu kommen.
Und was ich auch faszinierend fand und finde nach wie vor: Jedes Mal, wenn ich die Klänge höre, jedes Mal, wenn ich eine Klangmassage bekomme, jedes Mal, wenn ich mir selber eine gebe, legt sich eine neue Schicht frei. Auch in meinem Seminar im Juni 2026 durfte ich wieder mehr verstehen und loslassen. Angenehm? Nein. Bin ich froh, dass es jetzt „raus“ ist – also im Bewusstsein – auf jeden Fall.
Das ist für mich das Besondere am Klang – der Körper – und ich denke auch unser Unterbewusstsein – bestimmen wo als nächstes losgelassen werden darf, was dran ist und wo ich bereit bin hinzuschauen.
Alles zu seiner Zeit und im eigenen Tempo.
Was haben Klangschalen mich über Kontrolle gelehrt?
Eine Sache, die ich mit den Klangschalen auch als besonders erachte ist, dass wir lernen können anzunehmen. Es ist ein Sich-Erlauben loszulassen und sich in diesen Klängen wie in einem Raum wieder zu finden, der einfach besonders ist. Alpha-Zustand wird das auch genannt. Entspannte Wachheit – auch wenn man manchmal einschläft 😅 – Wenn eine Klangmassage gut gemacht ist, fühle ich mich im Anschluss entspannt, gelöst und wach.
Ich bin sicher, ich war so ein Prototyp von: Ich habe alles unter Kontrolle und ich schaffe alles und ich mache alles und ich kann bestimmen wie es läuft 😂 Ich habe ich mir das zumindest sehr sehr – sehr – lange eingebildet.
Aber das zu halten ist unglaublich anstrengend! Es ist so mühsam, weil man immer das Gefühl hat, wenn man selbst loslässt, dann fällt alles um – ich hatte lange Zeit auch solche Albträume – wenn ich loslasse, bricht alles zusammen. Ich bin allein. Alles fällt, es ist lebensbedrohlich – und ich bin nicht in der Lage es aufzuhalten. Heute weiß ich, dass wir uns völlig überfordern, wenn wir glauben, wir könnten alles steuern.
In Wahrheit wissen wir nichts und das ist eine der größten Lektionen, die ich mir dieses Mal aus meinem Klangmassage-Seminar mitgenommen habe.
Die einfache Erkenntnis, dass ich nichts weiß.
Ich kann nicht wissen, wie es in einer Stunde sein wird, in einer Woche oder einem Monat – in Wahrheit kenne ich nicht mal den nächsten Moment. Das Einzige, was ich wirklich steuern kann, was ich beeinflussen kann, wo meine Macht liegt ist: wie ich darauf reagiere.
Ich kann lernen mich zu entspannen und ich kann mir Fähigkeiten aneignen – und dann ist schon Ende meiner Macht. Das war zum allerersten Mal so richtig tröstlich und befreiend für mich – und nicht mehr furchteinflößend.
Was bedeutet Resonanz?
Was ich gelernt habe ist, dass das, was uns wohl tut, wenn wir mit Klängen in Verbindung kommen, das gemeinsame Schwingen, also das In-Resonanz-Gehen, ist, ist. Egal, ob das jetzt eine schöne Musik ist oder eine angenehme Stimme, ein angenehmer Ton – wir spüren, dass wir da irgendwie gut aufgehoben sind und wir merken, was uns nicht gut tut.
Die Arbeit mit Klängen und Klangschalen ist auch eine besondere Schule gewesen. Ich habe gelernt zu spüren, was mir gut tut – und was nicht – und ich habe gelernt zu sagen: „Tut mir nicht gut, bitte mach das anders“. Ganz ehrlich – wie oft hältst du Situationen aus obwohl sie unangenehm sind damit du nichts sagen „musst“, niemanden irritieren oder gar beleidigen willst. Wie oft denkst du dir „Geht schon“.
Aber „Geht schon“ gibt es in meiner Welt nicht mehr. Gehts schon gibts nicht sage ich in meinen Yogastunden gern – probiere es auf eine andere Weise.
Wir müssen nichts aushalten, was uns nicht gut tut. Fertig.
Mehr Frieden durch Klang?
Ich glaube, ein bisschen Klang täte uns allen sehr, sehr gut. Einfach damit wir ab und zu mal loslassen können!
Aus diesem Grund nehme ich die Schalen auch sehr, sehr gern mit ins Yoga zur Endentspannung, weil sie einfach noch mal, und das war das, was mich, glaube ich, am meisten fasziniert hat, wirklich bei den Schalen ist, dass wir persönlich nichts machen müssen, dass wir uns einfach hinlegen und zuhören.
Und das Einzige, was wir brauchen, ist die Bereitschaft, zuzuhören – und ich glaube, das ist etwas, was der ganzen Welt wohl gut tun würde.
Mehr zuhören.
Und sehen, ob man in Resonanz gehen kann mit dem, was vor uns ist, und auch achtsam zu sein mit dem, wie man „tönt“ in der Welt.
Wenn du neugierig geworden bist:
Meine Klangarbeit: https://www.rani-yoga.at/klang/
Klangyoga im Sommer 2026: https://www.rani-yoga.at/klangyoga/

