Dein Selfcare-Podcast für den November

Es gibt zwei Monate, die für mich gefühlt einen schlechten Ruf haben. Der Februar, weil allen der Winter schon zu lang ist, und der November, weil der Winter noch nicht wirklich angefangen hat. Es ist nass, es ist grauslich, es ist kalt, Weihnachten ist noch nicht da und die Tage werden immer kürzer.

Und trotzdem liebe ich den November! Ich liebe Nebel. Ich liebe es, durch den Wald zu gehen, wenn die bunten Herbstbäume langsam im Nebel verschwinden und alles ein bisschen mystisch wirkt. Ich bin eigentlich ein schneller Mensch, ich denke schnell und ich handle schnell, und gerade deswegen tut mir diese Langsamkeit im Außen unglaublich gut.

In meiner neuen Krisenfest-Folge 174, Die November-Alchemie, erzähle ich dir, warum ich den November als Einladung verstehe, langsamer zu werden, wie uns Samana Vayu dabei unterstützen kann und was du ganz konkret für deine Selfcare tun kannst.

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Der November fragt dich nicht nach mehr Output – er schenkt dir mehr In-Side

Mein Wort des Jahres ist Langsamkeit und wenn du mich kennst, wirst du vielleicht sagen, dass ich doch die ganze Zeit unglaublich viel arbeite. Ja, stimmt auch. Es passiert gerade urviel und ich liebe das, was ich tue! ☺️ Trotzdem merke ich, dass ich insgesamt langsamer werde – werden muss. Ich nehme mir bewusster Zeiten, in denen ich einfach nichts mache, und ich versuche, meinen Kalender nicht ständig mit neuen Terminen zu füllen… oder zumindest arbeite ich daran und erinnere mich immer wieder liebevoll selbst an diesen Vorsatz

Je länger ich mich mit den unterschiedlichen Energien der Monate beschäftige, desto mehr merke ich, dass kein Monat von uns verlangt, ständig Mehr zu geben. Es gibt Zeiten des Aufbruchs, des Wachstums und des Rückzugs.  Die Natur verändert ihren Rhythmus und wir dürfen das auch.

Unser Alltag wird im November allerdings nicht automatisch langsamer. Die Anforderungen bleiben, obwohl die Tage kürzer werden und unser Bedürfnis nach Ruhe vielleicht größer wird. Deshalb ist in Monaten wie dem November Selfcare noch wichtiger, indem wir unseren eigenen Rhythmus wieder wahrnehmen und uns selbst fragen, statt einfach nur auf das Tempo im Außen zu reagieren.

Samana Vayu – Was hat Verdauung mit Selfcare zu tun?

Für den November habe ich im Pocket Yoga Samana Vayu ausgewählt. Es ist eines der fünf Vayus, der fünf Bewegungsrichtungen der Lebensenergie, die in der Yogatradition beschrieben werden. Samana Vayu wird traditionell im Bereich des Nabels und Oberbauchs verortet, dort, wo auch Agni, unsere Verdauungskraft, eine wichtige Rolle spielt. (Agni ist das Verdauungsfeuer im Ayurveda)

Samana bedeutet sinngemäß ausgleichen oder zusammenführen und Vayu bedeutet Wind oder Luft und bezeichnet in diesem Zusammenhang eine Bewegung der Lebensenergie.

Aufnehmen, verdauen, unterscheiden und integrieren

Samana Vayu steht für die Fähigkeit, etwas aufzunehmen, zu verdauen, zu unterscheiden und schließlich zu integrieren. Bei unserer körperlichen Verdauung können wir uns das gut vorstellen. Wir essen etwas, unser Körper verarbeitet die Nahrung, nimmt auf, was er braucht, und scheidet aus, was er nicht verwerten kann.

In der Yogaphilosophie lässt sich dieses Prinzip auch auf unsere Erfahrungen übertragen. Wir nehmen jeden Tag unglaublich viel auf. Informationen, Gespräche, Begegnungen, Nachrichten und Erlebnisse. Manche davon tun uns gut, andere beschäftigen uns lange und wieder andere verstehen wir vielleicht erst viel später.

Und ich glaube, dass wir uns oft zu wenig Zeit geben, das alles zu verarbeiten. Wir suchen sofort nach Antworten und Lösungen. Wir googeln, wir fragen eine KI und bekommen innerhalb weniger Sekunden unglaublich viele Informationen…. aber eine Antwort zu bekommen ist nicht dasselbe, wie etwas wirklich verstanden und verarbeitet zu haben – manches braucht einfach Zeit.

Du musst nicht alles sofort lösen

Ich kenn das so gut, denn ich versuche immer wieder, alles zu verstehen, was mir passiert. Ich denke nach, versuche Zusammenhänge herzustellen und habe aber vor allem in der letzter Zeit erlebt, wie plötzlich etwas klar werden kann, das mich jahrelang beschäftigt hat. Ich merke: Ich muss oft  gar nicht aktiv nach einer Lösung suchen – und kann ein Problem, für das ist gerade keine Lösung habe – auch einfach einmal da sein lassen. Es tut ja gerade niemandem etwas 🤪 Ich kann sagen: Ja, dieses Problem gibt es gerade. Ich habe noch keine Lösung dafür. Aber ich muss deswegen nicht stehen bleiben.

Für mich ist das ein wichtiger Teil der November-Alchemie. Ich muss nicht ständig Neues aufnehmen oder sofort auf alles reagieren. Ich darf auch einmal verdauen, was bereits da ist.

Selfcare im November – Was du ganz konkret tun kannst

Selfcare bedeutet für mich nicht, dass ich mir noch mehr Dinge auf meine To-do-Liste schreibe. Es geht darum, mich selbst wieder besser wahrzunehmen und mir zu erlauben, auf meine Bedürfnisse zu achten. Gerade im November gibt es einige einfache Möglichkeiten, wie ich das in meinen Alltag bringe.

1. Lichtsuche – besonders, wenn der Himmel grau ist

Die Tage werden kürzer und das Licht verändert sich. Gerade deshalb finde ich es wichtig, bewusst nach draußen zu gehen. Vielleicht hast du nur zehn Minuten in deiner Mittagspause. Dann geh einmal um den Block, schau in den Himmel und nimm wahr, dass du draußen bist.

Ich habe einen Hund und bin manchmal wirklich dankbar dafür, dass er mich zum Rausgehen bringt. Auch an Tagen, an denen ich beim Blick aus dem Fenster denke, dass es draußen einfach nur grauslich ist.. und dann stehe ich draußen und merke, wie gut mir das Tageslicht trotzdem tut.

Ich besitze außerdem eine Tageslichtlampe für besonders dunkle Tage. Und ich liebe es, mir eine Kerze anzuzünden und damit bewusst ein bisschen Licht in meinen Alltag zu bringen.

Pocket Yoga – eine kleine Erinnerung an dich selbst – In meinem Pocket Yoga geht es genau um solche kleinen Auszeiten. Du bekommst regelmäßig kurze Impulse mit Bewegung, Atmung, Meditation und Reflexion, die du flexibel in deinen Alltag einbauen kannst. Du musst dafür nicht eine Stunde Zeit haben. Manchmal beginnen fünf Minuten Selfcare damit, dass du überhaupt wieder wahrnimmst, wie es dir gerade geht.

2. Hol dir Wärme in deinen November

Ich liebe Eintöpfe, Suppen und Tee. Gerade wenn es draußen kälter wird, finde ich es wunderbar, mir auch über solche einfachen Dinge etwas Gutes zu tun. Ein warmes Fußbad kann eine schöne Möglichkeit sein, am Abend zur Ruhe zu kommen. Und eine Fußmassage ist überhaupt einer meiner liebsten Tipps. Ich verwende dafür gerne ayurvedische Öle. Besonders mag ich das Lavendelöl von E5 Ayurveda, das ich auch in meiner Podcastfolge erwähne.

Es muss aber nicht immer ein aufwendiges Ritual sein. Vielleicht ist es einfach eine Tasse Tee, die du ganz bewusst trinkst, ohne nebenbei schon wieder die nächsten Dinge zu erledigen.

3. Erlaub dir Pausen, in denen du nichts leisten musst

Nichts tun ist für mich manchmal unglaublich schwierig. Ich mache gerne etwas, ich gestalte gerne und ich habe meistens viele Ideen. Gleichzeitig merke ich immer wieder, wie heilsam es für mich ist, zwischendurch einfach nichts leisten zu müssen.

Vielleicht liest du ein Buch, hörst Musik, zeichnest, bastelst oder sitzt einfach nur da und schaust aus dem Fenster – nicht jede freie Minute muss sinnvoll genutzt werden. Ich nehme mir auch bewusst Zeit für Yoga und Meditation am Morgen. Das hilft mir, meinen Tag nicht ausschließlich nach den Anforderungen von außen zu gestalten.

Fünf Minuten für dich mit Pocket Yoga – Wenn du dir solche Pausen im Alltag öfter erlauben möchtest, begleite ich dich mit Pocket Yoga. Die kurzen Übungen und Impulse kannst du dann nutzen, wenn es für dich passt. Es geht nicht darum, möglichst viel zu üben, sondern darum, regelmäßig wieder bei dir anzukommen.

4. Antworte wenn du bereit bist

Das ist eine Sache, die ich selbst gerade sehr bewusst übe. Wenn ich eine Nachricht oder eine Anfrage bekomme, versuche ich nicht mehr automatisch sofort zu antworten, auch wenn ich es eigentlich könnte – ich nehme mir zuerst ein paar Sekunden und spüre in mich hinein.

Wie reagiert mein Körper darauf? Möchte ich das überhaupt? Oder sage ich gerade Ja, weil ich glaube, dass ich Ja sagen muss?

Manchmal merke ich sogar erst später, dass meine erste Antwort mir eigentlich gar nicht gepasst hat. 🙈 Ich finde, wir dürfen uns diese Zeit nehmen. Zwischen einer Frage und unserer Reaktion darf eine Pause liegen. Und wenn andere Menschen irritiert sind, weil wir plötzlich anders reagieren, dann ist das vielleicht ungewohnt. Aber es bedeutet nicht automatisch, dass wir etwas falsch machen.

5. Sei freundlich mit dir und achte auf deinen eigenen Rhythmus

Das ist für mich einer der wichtigsten Aspekte von Selfcare! Ich achte immer mehr  darauf, wann ich welche Energie habe und was mir gerade guttut! Nehme mir Zeit für meine Yogapraxis, für Meditation, für Bewegung und für Spaziergänge mit meinem Hund. Und ich schaue, wie ich meinen Alltag so gestalten kann, dass er zu mir passt.

Natürlich können wir nicht immer alles frei einteilen. Aber vielleicht gibt es trotzdem kleine Bereiche, in denen du deinen Handlungsspielraum nutzen kannst – und manchmal ist es gar nicht so leicht herauszufinden, was du eigentlich brauchst.

Wenn du gerade nicht weißt, wo du anfangen sollst: Dafür gibt es meinen Balance-Check. Ich nehme mir 20 Minuten Zeit für dich und wir schauen gemeinsam, wo du gerade stehst und was ein möglicher nächster Schritt sein könnte. Den kostenlosen und unverbindlichen Balance-Check findest du auf meiner Website.

Tipp: Wenn du dich näher mit deinem eigenen Rhythmus beschäftigen möchtest, empfehle ich dir auch mein Gespräch mit Inga Bullerdiek, alias Fräulein Zeit, in Krisenfest-Folge 114. Wir sprechen über Chronobiologie, unterschiedliche Chronotypen und darüber, wie du deinen Alltag mehr nach deiner eigenen Energie gestalten kannst, statt ständig gegen deinen Rhythmus zu arbeiten.

>>> Hier: Fräulein Zeit & der Mut, echter zu leben 

Kintsugi – Heilung sichtbar machen

In einer Meditation ist mir vor Kurzem wieder Kintsugi begegnet. Kintsugi ist eine japanische Kunst, bei der zerbrochene Keramik repariert wird und die Bruchstellen sichtbar bleiben. Die Risse werden mit Gold hervorgehoben. Ich liebe dieses Bild.

Ich habe durch meine Operationen viele Narben und denke manchmal, dass sie ein bisschen wie Kintsugi sind – aber es gibt ja auch Verletzungen, die niemand von außen sieht. Kränkungen, Enttäuschungen und Erfahrungen, die etwas in uns verändert haben.

Und ich mag den Gedanken, dass wir mit Liebe über diese Stellen gehen dürfen. Dass wir nicht alles verstecken müssen, was in unserem Leben einmal zerbrochen ist. Ich habe eine Lieblingsteekanne mit Kirschblüten. Der dazugehörige Teller ist einmal gebrochen und ich habe ihn einfach geklebt, weil ich so viel mit dieser Kanne verbinde – vielleicht bekommt er irgendwann noch ein bisschen Goldfarbe. 💛 .. und auch im Liedtext von Leonard Cohen’s Anthem wird dieses Bild vom Riss aufgegriffen, durch den das Licht hineinkommen kann.

Für mich passt Kintsugi wunderbar zu Samana Vayu. Es geht nicht nur darum, Erfahrungen hinter sich zu lassen, sondern auch darum, sie liebevoll in die eigene Geschichte zu integrieren.

Über Kintsugi und die Goldfäden, die sich durch mein Leben und meine Arbeit ziehen, habe ich übrigens schon einmal geschrieben. Wenn du tiefer in diese Gedanken eintauchen möchtest, findest du hier meinen Artikel

„Kintsugi – Die Goldfäden meines Lebens“.

Warum der November für mich wie ein langsamer Umzug ist

Im Dezember beginnen die Sperrnächte und danach kommen die Rauhnächte. Ich liebe diese Zeit des Jahres, weil sie für mich eine Möglichkeit ist, das alte Jahr bewusst abzuschließen und mich mit dem neuen zu verbinden.

Und gerade deshalb finde ich den November so wichtig!

Ich sehe ihn im Moment wie einen langsamen Umzug. Wenn ich genug Zeit für einen Umzug habe, kann ich mir vorher überlegen, was ich überhaupt mitnehmen möchte. Was brauche ich noch? Was möchte ich behalten? Und was darf zurückbleiben? Wenn ein Umzug im Stress passiert, wird oft einfach alles in irgendwelche Kisten gepackt. Und beim Auspacken frage ich mich dann, warum ich manche Dinge überhaupt mitgenommen habe.

Genauso können wir auf unser Jahr schauen.

Was habe ich erlebt? Was möchte ich noch einmal anschauen? Was davon möchte ich mitnehmen und was brauche ich vielleicht nicht mehr? Das ist für mich wieder Samana Vayu: verdauen, verwerten, unterscheiden und integrieren.

Meine Rauhnächte-Begleitung: Die Rauhnächte sind für mich eine besondere Zeit, um still zu werden, hineinzuspüren und mich mit dem kommenden Jahr zu verbinden. Wenn du dich beim bewussten Übergang ins neue Jahr begleiten lassen möchtest, findest du meine Rauhnächte-Begleitung hier.

Drei Fragen, für deinen November

Ich möchte dir drei Fragen mitgeben, die du dir im November stellen kannst.

1. Was hat dich in diesem Jahr besonders bewegt?

2. Was davon möchtest du dir noch einmal in Ruhe anschauen und transformieren?

3. Was hat dich getragen, was hat dich gestärkt und was möchtest du davon mitnehmen?

Nimm dir dafür ein paar Minuten Zeit – das können 5 Minuten sein, oder auch 20 – nimm dir dafür die Zeit, die für dich passt. Schreib dir die Antworten auf oder nimm dir die Fragen auf einen Spaziergang mit. Lass Stille zu und beobachte, welche Gedanken auftauchen – Die Antworten dürfen auch auf sich warten lassen.

Die November-Alchemie – ankommen bei dir

Ich glaube, dass uns die Langsamkeit die Möglichkeit gibt, anders zu reagieren, andere Entscheidungen zu treffen und wieder besser zu spüren, was für uns stimmig ist. Manchmal dürfen wir auch auf unsere Angst hören und unterscheiden, ob sie uns vor einer wirklichen Gefahr warnen möchte oder ob etwas einfach nur neu und ungewohnt ist. Für mich bedeutet November-Alchemie, nicht ständig mehr machen zu müssen, sondern mir Zeit zu nehmen für das, was bereits da ist.

Ich wünsche dir, dass du deinen November mit ganz vielen wunderbaren Goldfäden verzieren kannst.

Namaste, deine Rani

Mehr zur November-Alchemie und meinen Angeboten

Krisenfest #174 – Die November-Alchemie: In meiner Podcastfolge nehme ich dich mit in meine Gedanken über den November, Samana Vayu, Kintsugi und Selfcare im Alltag.

Pocket Yoga: Meine kurzen Yoga-, Atem-, Meditations- und Selfcare-Impulse für deinen Alltag.

YogaAlchemie: Wie ich Yoga, Ayurveda und meine Erfahrungen verbinde, um Selbstfürsorge im Alltag zu leben.

Balance-Check: 20 Minuten für dich, um gemeinsam einen möglichen nächsten Schritt zu finden.

Rauhnächte-Begleitung: Meine Begleitung für den bewussten Übergang ins neue Jahr.

E5 Ayurveda: Die ayurvedischen Öle, die ich im Podcast erwähne.

Leonard Cohen – Anthem: Das Lied mit dem Bild vom Licht, das durch unsere Risse hineinkommen kann.