Zurück zum Selbst – statt Selbstoptimierung
„Was tust du eigentlich?“ Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Und ganz ehrlich: Die Antwort ist gar nicht so einfach.
Ich bin Yogalehrerin, beschäftige mich mit Ayurveda, biete Klangmassage und Klangyoga an, habe eine Ausbildung zur Mediatorin gemacht, bin Trainerin und Burnout-Expertin und beschäftige mich seit vielen Jahren persönlich und beruflich mit dem Thema Selbstfürsorge. Über die Jahre habe ich daran gearbeitet all diese Dinge in meinem Leben zu verbinden – und – daraus ein Angebot zu machen, das auch anderen Frauen helfen kann.
Ich habe jahrelang nach einem Begriff gesucht für das was ich tue und der sich richtig anfühlt. Heute hat es Namen und Inhalt: Die YogaAlchemie.
Yoga Alchemie hat zum Ziel, mit den Werkzeugen aus Yoga, Ayurveda und all den anderen Bereichen, mit denen ich mich beschäftige, wieder mehr bei mir selbst anzukommen. Es geht nicht darum, jemand anderer zu werden, sich zu optimieren und irgendwelche Tipps zu befolgen, sondern darum mehr die zu sein, die wir bereits sind.
Und damit es noch greifbarer wird spreche ich zum ersten Mal auch öffentlich darüber in meinem Krisenfest Podcast.
Was ist YogaAlchemie?
Yoga hat mein Leben gerettet – und ich meine das so wie ich es sage, denn Yoga und die Beschäftigung damit hat mich verändert und zwar auf eine Art und Weise, die ich lange gar nicht richtig verstanden habe.
Im Laufe der Jahre habe ich viele Techniken kennengelernt. Praktiken und Übungen aus dem Yoga und dem Ayurveda aber auch aus der Klangmassage. Hinzu kommen meine Erfahrungen aus der Mediation und meinen anderen Ausbildungen. Irgendwann habe ich bemerkt, dass ich mir aus diesem ganzen Werkzeugkoffer immer wieder etwas holen kann, das mich im Alltag unterstützt.
Manchmal braucht es Bewegung, dann wieder eine Atemübung. Es gibt Momente, in denen es einfach darum geht, still werden und den Antworten zu lauschen, die bereits in mir drinnen sind. All das hat mich verändert und es hat verändert, wie ich die Dinge betrachte. Was mich so fasziniert hat war, dass es mich auf der Suche nach einem besseren „ich“ nicht zu einem anderen Menschen gemacht – es hat mich mehr zu mir selbst gemacht.
Im Yoga sprechen wir von einem stillen Beobachter in uns, von dem Teil, der auch dann noch da ist, wenn rundherum alles ziemlich turbulent wird. Wie das Auge des Sturms – und genau mit diesem Teil komme ich immer wieder in Kontakt – und suche ihn bewusst, wenn mir wieder mal nicht klar ist, ob ich das Problem bin, oder meine Angewohnheit mich ständig anpassen zu wollen.
Warum Alchemie?
Wenn ich an Alchemie denke, denke ich daran, aus Blei Gold zu machen. Aus etwas, das schon da ist, entsteht durch einen Prozess etwas anderes ein wunderschönes Bild finde ich, denn es geht nicht darum, meinen Kern zu verändern oder jemand anderer werden, damit mein Leben gut sein darf. Ich darf – kann – und soll mit dem arbeiten, was schon da ist! Das Gold ist schon da! Der Diamant ist in uns drin!
Aber die YogaAlchemie ist kein Zaubermantel wie bei Harry Potter, den du dir überwirfst und plötzlich ist alles anders (und du bist unsichtbar.. ) Wir müssen schon selbst etwas dafür tun und bereit sein uns wandeln zu lassen – wenn ich bei Harry Potter bleiben will – zu sehen, dass ich den Patronus Zauber selbst hervorrufen kann – ich muss nicht darauf warten gerettet zu werden – ich habe es in mir.
Wir wissen meist ganz genau, was uns guttun würde
Ich glaube nämlich nicht, dass wir grundsätzlich nicht wissen, was uns guttut – ganz im Gegenteil. Vor allem glaube ich, dass die meisten Frauen es ziemlich genau wissen – und ich schließe mich da überhaupt nicht aus!
Wir tun es nur nicht. Und wir haben 1000 gute Gründe.
Da setze ich mich zum Beispiel auf meine Yogamatte, nehme mein Handy in die Hand, lasse mich ablenken und plötzlich ist die Zeit um. Super! 🙈 Wieder hat Instagram meine Zeit bekommen – und meine Yogamatte war einfach nur bequem – Kennst du das? Dass du bereit bist und dich dann ablenken lässt?
Ich glaube, das große Problem ist, dass wir uns selbst oft nicht wichtig genug nehmen. Unsere Bedürfnisse kommen irgendwo nach allem anderen – und wenn ich nicht anfange, meine Bedürfnisse zur Priorität zu machen, wer soll es dann tun?
Das heißt nicht, dass ich alles andere liegen lasse! Ich kümmere mich weiterhin um die Dinge, die notwendig sind, aber ich achte darauf, wie es mir (dabei) geht. Ich reagiere auf meine Energie und plane ich meinen Tag manchmal drei- oder viermal um, wenn ich merke, dass ich wenn ich flexibel bleibe, manchmal mehr schaffe, ohne mich völlig zu verausgaben. Ich habe Jahre damit verbracht mich immer wieder zu fragen: geht es anders leichter? Heute verschieben sich die Todos in meinem Kopf während ich dusche oder einen Kaffe trinke. Ich habe mein Hirn darauf trainiert, die vielen Todos in meinem Kopf regelmäßig darauf zu prüfen, wie sie am besten zusammenpassen.
Fünf Minuten sind ein Anfang. Manchmal reicht ein Atemzug.
Als ich mit begonnen habe Yoga zu Hause zu üben und nicht immer ins Studio zugehen, hat mir ein Gedanke besonders geholfen: Es müssen keine 90 Minuten sein! (Früher war ich bis zu 5x pro Woche in einer Yogastunde!) Manchmal reichen fünf Minuten. Fünf Minuten Yoga, 5 Minuten Meditation – manchmal reicht sogar ein einziger bewusster Atemzug um mich zu erden.
Wir haben alle nicht die Zeit täglich 60-90 Minuten zu üben – aber wir können unsere Tage immer mehr formen, so dass das was wir brauchen um uns wohler zu fühlen sich auch ausgeht. In 5 bis 20 Minuten. Kein Tag ist gleich bei mir – wie ist das mit dir?
Aus diesem Gedanken heraus ist auch mein Pocket Yoga entstanden. Kleine Übungen für zwischendurch, die du als Video, Audio oder schriftliche Anleitung verwenden kannst. Nicht, weil du noch etwas brauchst, das du auf deine To-do-Liste schreiben kannst, sondern weil es manchmal leichter ist, etwas zu tun, wenn du nicht erst lange überlegen oder suchen musst.
Aber natürlich – es gibt dabei einen Haken: Du musst die Übung auch machen, du musst dir die Zeit nehmen. Das kann niemand anderer für dich tun. Wenn du die Übungen nur bekommst, abspeicherst und nie verwendest, wird sie dir nicht helfen. Punkt.
Wiederholen und Üben. Dranbleiben und Disziplin. Denkst du dir jetzt Bäh!? – Verstehe ich, und trotzdem bin ich ein Fan von langweiliger Routine
Yoga üben ist langweilig
Ich habe letztens einen Beitrag gesehen, in dem stand, Yoga sei langweilig – suuuper! Denn ja!, Yoga kann extrem langweilig sein. Vokabeln lernen ist auch langweilig. Trotzdem müssen wir wiederholen, wenn wir etwas lernen wollen – immer wieder.
Über das Zähneputzen denken wir schließlich auch nicht jeden Morgen neu nach. Wir machen es einfach. So ist es bei mir mit vielen Dingen aus meiner Yogapraxis geworden. Ich komme vom Gassigehen nach Hause, hole meine Sachen und lege mich auf die Yogamatte.
Nicht jeden Tag gleich lang. Nicht immer mit derselben Begeisterung. Und auch nicht immer, aber immer wieder.
Es erfordert Disziplin und manchmal auch, dass ich mir meine Ausreden anschaue und zugebe: Ja, das ist gerade eine Ausrede.
Ich kann niemanden dazu zwingen, Übungen zu machen. Das will ich auch gar nicht, aber wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir irgendwann anfangen, die Dinge auch tatsächlich zu tun.
Yoga findet nicht nur auf der Matte statt
Was mir dabei wichtig ist: Yoga bedeutet für mich nicht ausschließlich, auf einer Yogamatte zu stehen oder vor einem Meditationskissen zu sitzen. Meditieren kann auch bedeuten, dass ich mein Handy wegstecke, im Wald spazieren gehe und den Vögeln zuhöre. Oder dass ich mir bewusst einen Film aussuche, den ich wirklich sehen möchte, statt irgendetwas anzuklicken und nebenbei weiterzuscrollen.
Ein Buch lesen und ganz darin eintauchen, in der Badewanne liegen und das warme Wasser auf der Haut spüren.
Yoga üben kann auch bedeuten, jemanden auf der Straße anzulächeln oder eine Verkäuferin zu fragen, wie es ihr geht. Für mich bedeutet Yoga zu praktizieren, achtsam zu leben und Verantwortung für mich und mein Handeln zu übernehmen und am Ende zu merken, wie ich mit mir selbst – und mit anderen umgehe.
Das ist deshalb auch Teil der YogaAlchemie.
Werde deine eigene Priorität
Wenn eine Frau zu mir kommt, geht es nicht darum, dass ich ihr ein fertiges Programm überstülpe. Zuerst schauen wir: Wo steht sie gerade? Was soll verändert werden? Was braucht sie. Dann überlege ich mir einen Weg.
Gehen muss ihn jeder selbst, aber ich bin mit meinem Wissen und meiner Erfahrung an deiner Seite.
Natürlich kann sich dieser Weg verändern. Vielleicht merken wir nach einiger Zeit, dass es andere Übungen braucht. Vielleicht braucht es gerade weniger Bewegung aber dafür mehr Ruhe. Vielleicht helfen bestimmte Atemübungen, vielleicht Gedankenkontrolle.
Ich freue mich zum Beispiel riesig, wenn mir jemand erzählt, dass sie beim Zahnarzt oder in einer aufregenden Situation plötzlich an ihre Atmung gedacht hat und sich dadurch entspannen konnte. Das ist für mich ein tolles Ergebnis! Es muss nicht immer die tägliche Yogastunde sein.
Wenn das Ziel ist, jeden Tag eine Stunde Yoga zu üben, beginne ich mit 5 Minuten 3x pro Woche. Warum? Weil es keinen Sinn macht, sich gleich zu Beginn in ein Frusterlebnis zu stürzen. Ich hab es jahrelang probiert, mich zu eineinhalb Stunden Yoga täglich zu zwingen. Es macht am Ende keinen Spaß und: Was keinen Spaß macht, das wird losgelassen. Ganz klar.
Mir geht es darum, dass meine Klientin herausfindet, was ihr wirklich guttut und das kann schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen. Am Ende geht es darum, dass alles, was du dir wirklich wünscht und was dich nährt, einen Platz in deinem Leben bekommt – und zwar zu einem passenden Zeitpunkt – nicht irgendwann, wenn alles andere erledigt ist. Du bist Priorität. Vergiss das nicht.
Der Alltag wird leichter – nicht stressbefreit.
Ich bin einmal gefragt worden, was eigentlich das Ergebnis meiner YogaAlchemie sein soll, und meine Antwort war ziemlich einfach:
Eine Frau wacht in der Früh auf, fühlt sich gut, geht durch ihren Tag und freut sich am Abend auf ihr Bett. Sie legt sich hin und kann entspannt einschlafen.
Und der Alltag dazwischen? Der ist leichter – nicht stressfreier. Stress und Mühsamkeiten verschwinden nicht einfach! Mein Leben ist auch nicht frei davon – aktuell ganz im Gegenteil. 🙈 Aber ich habe gelernt, was ich brauche, um mit den Herausforderungen umzugehen – und ich handle entsprechend. Für mich bedeutet Krisenfestigkeit nämlich nicht, dass ich über allem stehe und mich nichts mehr aus der Ruhe bringt.
Krisenfest bedeutet, dass ich auch dann, wenn mein Leben auseinanderfällt, weiß, was mir hilft. Was mir guttut. Und wie ich wieder aufstehen kann. Nach meinem Burnout, meiner ersten Lungentransplantation und meiner Scheidung habe ich irgendwann verstanden, dass ich nicht mehr so weitermachen möchte wie bisher.
Ich will ein Leben führen, das sich geil anfühlt. Ich will mich in meinem Leben gut fühlen, und ich möchte nicht ständig ein schlechtes Gewissen haben, weil ich meine eigenen Bedürfnisse ernst nehme – das ist für mich kein Ziel, das ich irgendwann erreiche und dann abhake.
Es ist etwas, das ich immer wieder übe.
Vielleicht ist YogaAlchemie auch etwas für dich
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dich das anspricht, dann können wir uns gerne kennenlernen. In meinem kostenlosen, unverbindlichen 20-minütigen Balance Check schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst, was du brauchst und was ein erster kleiner Schritt sein könnte.
Und wir finden heraus, ob ich die Richtige bin, um dich auf deinem Weg zu begleiten.
Direkt zum Balance-CheckDu möchtest die ganze Podcastfolge lieber lesen?
Das vollständige Transkript von Krisenfest Folge 172 – YogaAlchemie: Zurück zum Selbst statt Selbstoptimierung stelle ich dir auch als PDF zur Verfügung.
YogaAlchemie ist für mich die Summe aus vielen Jahren Praxis, Erfahrung und Lernen – und im Grunde geht es um etwas ganz Einfaches: Dass du in der Früh aufwachst und weißt, was du brauchst, damit du gut durch deinen Tag kommst.
Und dass du es dir selbst geben kannst. Oder dafür sorgen kannst, dass du es bekommst.
Namaste,
Rani

