Kennst du das auch? Dieses Gefühl, dass du dir einerseits sagen sollst, dass du super bist und andererseits könntest du dich ja noch optimieren.. Ich kenne das sehr gut.
Es ist irgendwie so ein Zwischending: Bin ich jetzt gut so, wie ich bin, oder soll ich mich verändern, und darf ich mich überhaupt verändern?
Gerade im Moment habe ich das Gefühl, dass dieser Selbstoptimierungsdruck überall präsent ist. Gleichzeitig bin ich grundsätzlich schon ein Mensch, der sich gerne weiterentwickelt. Aber in den letzten Jahren habe ich für mich gemerkt, dass es genauso wichtig ist, den Druck rauszunehmen und sich Zeit zu geben, statt ständig an sich herumzuziehen.
Warum das Buch „In der Komfortzone wächst nichts“?
Ich möchte dir heute ein Buch vorstellen, das genau in dieses Spannungsfeld hineingeht. Es heißt „In der Komfortzone wächst nichts, die schönsten Gärten blühen außerhalb“ von Gitta Jacob.
Das Buch besteht aus 52 Sätzen, die weiterbringen sollen. Jeder Satz steht für sich und wird dann mit ein paar Gedanken und manchmal auch mit Übungen ergänzt. Es ist also kein klassischer Ratgeber, den man von vorne bis hinten durchlesen muss, sondern eher ein Begleiter, den man immer wieder zur Hand nehmen kann.
Was mir daran gut gefällt, ist, dass es recht bunt durchgemischt ist. Es gibt Sätze, die sofort klar sind, und andere, bei denen ich mir gedacht habe, na ja, so einfach ist das vielleicht doch nicht.
Ist das ein Buch, das man durcharbeiten muss?
Für mich sind diese kurzen Sätze genau die Stärke dieses Buches und ich denke Du kannst es auf unterschiedliche Arten verwenden.
Du kannst sagen, ich lese jede Woche einen Satz, weil es ja 52 Sätze sind, also für jede Woche einen. Du kannst aber auch einfach irgendwo aufblättern und schauen, passt das gerade für mich oder nicht.
Ich habe mir auch gedacht, dass es ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk ist. Nicht unbedingt nur zu Silvester oder am Jahresanfang, sondern wirklich dann, wenn jemand gerade an einem Punkt ist, wo er sich mit sich selbst beschäftigen möchte, aber eben nicht die ganze Zeit und nicht zu intensiv.
Du kannst das Buch lesen, du kannst die Übungen machen oder du lässt es einfach wirken. Und genau diese Freiheit finde ich angenehm, weil es keinen Druck aufbaut.
Welche Gedanken sind bei mir hängen geblieben?
Eine Stelle, die mir besonders gefallen hat, ist: „Geben Sie sich Zeit. Eine Blume wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Das ist ein Gedanke, den ich für mich schon lange mitnehme und auch immer wieder in meiner eigenen Selfcare verwende.
Spannend fand ich auch, dass die Autorin selbst schreibt, dass dieser Satz gleichzeitig stimmt und nicht stimmt. Genau dieses Hinterfragen macht für mich das Buch interessant, weil nicht alles einfach nur als „so ist es“ stehen bleibt, es ist nicht superglatt sondern zeigt auch auf, was schwierig ist an solchen Sätzen und Ratschlägen.
Viele der Gedanken haben sich für mich vertraut angefühlt, weil ich sie in meiner eigenen Praxis auch lebe. Und gleichzeitig ist es schön, sie noch einmal in dieser Form zu lesen und vielleicht aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Was hat das Buch mit Psychotherapie oder DBT zu tun?
Im Buch werden immer wieder Ansätze aus der Psychotherapie aufgegriffen, unter anderem die DBT, also die dialektisch-behaviorale Therapie, die von Marsha Linehan entwickelt wurde.
Ein zentraler Gedanke daraus ist: Ich darf so sein, wie ich bin, und ich darf mich verändern.
Für mich ist das ein richtiger Schlüssel, weil es genau diesen inneren Konflikt auflöst. Es geht nicht darum, entweder nur anzunehmen oder nur zu verändern, sondern beides darf gleichzeitig da sein.
Akzeptanz von dem, was da ist, und Veränderung von dem, was ich beeinflussen kann, das ist etwas, das sich für mich sehr stimmig anfühlt.
Ich habe auch das Gefühl, dass das eine Form ist, die gut in unsere Zeit passt, weil sie nicht so stark in die Vergangenheit geht, sondern eher ins Hier und Jetzt, wo man effektiv Dinge ändern kann. Beides hat seine Berechtigung und ich denke unterschiedliche Themen und Probleme brauchen unterschiedliche Ansätze. Für die Themen unserer Zeit gefällt mir der Ansatz mit dem Blick auf uns Menschen als komplexe Wesen in komplexen Zeiten sehr gut.
Immer Nein sagen, um gut für mich zu sorgen?
Eine andere Stelle im Buch lautet: „Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu Ihnen selbst.“
Gleichzeitig schreibt die Autorin auch, dass dieser Satz problematisch sein kann. Das hat mich abgeholt, weil ich das genauso erlebe.
Wenn ich immer Nein sage, dann bin ich irgendwann sehr allein. Ein Ja zu anderen kann genauso ein gesundes Ja sein. Für mich geht es viel mehr darum, mich selbst gut zu kennen und in dem Moment zu spüren, was jetzt gerade passt.
Jede Entscheidung für ein Nein, ist ein Ja zu etwas anderem und umgekehrt. Und das Leben hat alle Farbstufen.
Ich muss nicht aus Prinzip Nein sagen und ich muss auch nicht aus Prinzip Ja sagen. Ich darf wählen, je nachdem, wie es mir geht, was die Situation ist und was ich wirklich möchte. Dieses Auswählen finde ich viel ehrlicher als starre Regeln.
Perfekt sein müssen? Scheitern feiern!
Ein weiterer Satz, der mir sehr hängen geblieben ist, ist: „Sie dürfen scheitern.“ Das klingt vielleicht einfach, aber es ist in der Praxis gar nicht so leicht.
Wenn wir uns nicht erlauben zu scheitern, dann nehmen wir uns auch die Möglichkeit, zu lernen und zu wachsen. Wir können nicht erwarten, dass wir alles sofort können. Und trotzdem ist genau das oft der Anspruch, den wir an uns haben.
Ich merke für mich immer wieder, wie herausfordernd das ist, und gleichzeitig auch, wie wichtig. Weil Entwicklung einfach bedeutet, dass wir Dinge ausprobieren, dass etwas nicht funktioniert und dass wir trotzdem weitergehen.
Für wen ist dieses Buch wirklich geeignet?
Ich glaube, dieses Buch ist besonders für Menschen geeignet, die sich gerne mit sich selbst beschäftigen, aber nicht unbedingt in die Tiefe von langen, schweren Prozessen gehen wollen.
Es ist kein Buch, das alles verändert, wenn man es einmal liest, aber es ist ein Buch, das Impulse gibt. Es sind vermutlich auch für dich nicht alle 52 Sätze. Manche berühren dich, und einige davon werden dich wahrscheinlich genau im richtigen Moment erreichen – oder gar nicht.
Ist ok – wir müssen ja nicht alle, alle Themen oder Probleme haben 😎
Für mich ist das Buch ein interessanter Begleiter und kein klassischer Ratgeber. Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nimmt und das einen auf eine ruhige, einfache Art ein Stück weiterbringt.
Wünscht du dir immer wieder kleine Erinnerungen?
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