Ich bin tief spirituell .. In-Spiritus – mit Geist – nämlich meinem eigenen .. begeistert.. und mit dem Spiri verbunden – inspiriert. Das bin ich.
Deshalb musst ich dem Ruf von Alexandra Corded-Guth foglen auch hier auf meinem Blog über Spiritualität zu schreiben.
Überall höre ich: Nein! Ich bin nicht spirituell!
Spiritualität als Begriff ist belegt mit viel “das tut man nicht” .. “das ist komisch” (1), weil Spiritualität einen Touch von Esoterik bekommen hat und niemand will “esoterisch” sein.. warum eigentlich? Das Wort “esoterisch” kommt aus dem Griechischen und bezeichnete ursprünglich Wissen, dessen Verständnis eine philosophische Vorbildung voraussetzte. (Wiki).. warum sollte ich das nicht wollen?
Und Spiritualität .. meint all jene Bereiche und Erfahrungen von Menschen, die über die unmittelbare Wirklichkeit des Individuums hinausreichen (2)…. also offen zu sein für das, was sonst noch ist, was ich noch nicht denken kann.. und von dieser Neugier kann man – denke ich – nicht genug haben. Selber denken hilft.
Was ist Spiritualität für mich?
Spirituell zu sein bedeutet für mich, verbunden zu sein mit dem, was ich fühle, mit meinen inneren Anteilen, mit den Anteilen, die alt und die jung sind. Es bedeutet für mich, dass ich angebunden an mein Leben im Hier und Jetzt Kraft schöpfen kann, wenn ich mich verbinde. Meditation gehört dazu ebenso wie die Arbeit mit Karten, aber auch eben das, was es in mir auslöst.
Durch meine beiden Transplantationen habe ich eine besondere Verbindung zum Leben bekommen, aber auch zum Tod. Ich habe gelernt, dass es Dinge gibt, die wir nicht beschreiben können, und das innere Erleben gehört sicher dazu.
In-spiri-ren zu wollen ist das, was mich am meisten motiviert, meine Arbeit zu tun. Im Sinne davon, dass ich dieses Gefühl von Ganzheit, Heilung und Frieden (hier Link zur Blogparade Frieden und meinen Beitrag) teilen will. Dieses Verbundensein mit dem Körper, mit den Gefühlen und Emotionen ist auch spirituell für mich.
Spirituell zu leben bedeutet für mich, mich eingebunden zu fühlen in den Kosmos und alles, was mich umgibt, aber vor allem still zu werden und dem zu lauschen, was hinter meinen Gedanken ist. Das ist für mich ein besonderer Moment.
Natur, Meer und Berge, Weite und das Wunder Leben zu betrachten, einzutauchen, ist auch ein tiefes spirituelles Erleben, weil es mich berührt, weil es meine Seele berührt. Kennst du das? Du kommst im Urlaubsort an, schaust aufs Meer und etwas in dir sagt: alles ist gut. Die Weite, das sehen und nicht sehen.. die Angst und die Sehnsucht direkt nebeneinander. Ein tiefes Ausatmen.
Inspiriert – auch wenn der Atmen weg ist
Ich habe das zweimal erleben dürfen, dieses wieder atmen können.
Als zum ersten Mal die Beatmungsmaschine abgedreht wurde, um mich selbstständig atmen zu lassen, hatte ich das Gefühl zu ersticken. Ich habe nicht vertraut, dass ich es alleine kann. Das Gefühl zu ersticken, Hilfe zu brauchen beim Atmen, das werde ich nicht vergessen. Panik, ich konnte nicht alleine atmen, wenn niemand im Raum war. Kannst du dir das vorstellen?
Während ich das schreibe, merke ich wie mein Körper darauf reagiert.. diese Erinnerung kommt immer mit Tränen, mit einem stockenden Atem, mit einer tiefen Traurigkeit, weil es so schwer war alleine zu atmen.
Davor war ich fast 3 Wochen im Tiefschlaf. Und trotzdem erinnere ich mich an Dinge und das macht mich sicher, dass ein Teil von uns immer wach sein wird, die Alpträume sind auch nach 16 Jahren in mir präsent. Diese Zeit werde ich nie vergessen. Als ich das zweite Mal transplantiert wurde, wurde direkt am nächsten Morgen aufgeweckt .. kein Tiefschlaf. Ich wurde aufgeweckt und ich konnte alleine Atmen.
Kannst du dir vorstellen, dass du einen Schock bekommst, weil du “normal” Luft bekommst?
Ich habe das Gefühl, wieder atmen zu können, fast traumatisch erlebt – von 15 % Lungenfunktion auf ca. 50 oder 60 und aktuell über 90% – es ist eine Mischung aus Erleichterung, Unglaube und einem Gefühl von “außer-mir-sein” fast nicht zu beschreiben.
Deshalb ist, mit dem Leben verbunden zu sein, für mich ein Geschenk, das wir jederzeit erleben können und wir können das Leben ehren, indem wir atmen, für mich deshalb unfassbar spirituell.
Spür mal wie du atmest! Es ist eigentlich ein Wunder.
Vertrauen als Praxis
Vertrauen ist für mich auch zutiefst spirituelle Praxis.
Wir spüren immer, wenn Veränderung not tut. Aber wir haben Angst, wir bewegen uns nicht, weil das Bekannte, so unangenehm es sein mag, weniger furchterregend ist als das Neue.
Manchmal denke ich, wir fürchten das Ergebni, dabei ist es so einfach, jeden Tag einen kleinen Schritt, eine kleine Handlung zu machen.
Wo du in 2 Jahren sein wirst, ist das Ergebnis vieler kleiner Schritte an vielen Tagen.
Yoga ist ein tolles Beispiel. Jeden Tag ein paar Minuten 5 – 10 ein oder zwei Übungen üben. Du wirst deinen Fortschritt beobachten können. Es braucht nicht viel. Nur Liebe zur Konsequenz.
Für mich ist Vertrauen das nach hinten fallen lassen mit geschlossen Augen – immer wieder Vertrauen ins Leben, dass es weitergeht – Nach der Diagnose, dem Burnout, der Transplantation, der Scheidung, der zweiten Transplantation und dem Weg dahin… und dem Weg ins Heute. Ich habe tiefstes Vertrauen in meinen Weg. Angst auch. Aber das Vertrauen ist stärker. Ich weiß, ich werde immer die Kraft für das haben, was ich im Leben schaffen soll.. oder will.
Atmen als spirituelle Erfahrung
Atmen ist für mich eine zutiefst spirituelle Erfahrung. Besonders wenn ich auf ihn achte, dann fühle ich diese Verbindung zu dem Leben. Das ist magisch, denn es ist nicht erklärbar, aber er ist da, er fließt und er verbindet mich mit dem Leben und allem, was ist.
Ich habe Pocketyoga entwickelt, dass zunächst wie eine Sammlung von Übungen erscheint, aber was ich wirklich weiter gebe ist der Raum den du für dich nutzen kannst, um dich an dich selbst zu erinnern. Dir etwas gutes zu tun und dich – inspirieren zu lassen.
Selfcare ist spirituell
Selfcare ist für mich auch spirituell, denn es bedeutet, mich immer wieder mit mir zu verbinden, mir zu vertrauen, meinem Gefühl, meinen Bedürfnissen. Mit mir zu sein durch die Stunden, die unangenehm sind, genauso wie durch die schönen.
Immer mit mir zu sein, für mich zu sein und aus der Verbindung zu mir zu wissen, was mein Geschenk für die Welt ist und es teilen zu können aus dem Überfluss meiner Energie.
Aus diesem Grund sind die Übungen im Pocketyoga eingebunden in die Monatsenergie, gibt es die Verbindung zum Jahreskreis und zu den Mondphasen.
Alles an Pocket ist in sich und mit allem verbunden. Die Übungen, die Texte, die Form.
Pocketyoga ist der Schüssel für dich, dir die Erlaubnis zu geben, anzukommen – bei dir – und im Moment. und Pocketyoga ist vo mir als Erinnerung gemeint.
Kennst du das Gefühl, dass du hast, wenn du eine Freundin triffst, der Raum, der entsteht, weil du weißt, du wirst gesehen, geschätzt für die Person, die du bist.
Das wünsche ich mir für den Raum, den die Nutzerinnen mit Pocketyoga verbinden.
Conclusio
Bist du enttäuscht?
Hättest Du dir jetzt etwas anderes erwartet von meiner Spiritualität?
Mehr als Atmen?
Der Atem ist deine Verbindung zum Leben, nicht mehr und nicht weniger. Ohne ihn fließt nichts in deinem Körper.
Dein Atem ist deine Verbindung zum Leben, zu allem was dich umgibt, und mit allem was in dir ist.
Deshalb ist für mich, das beobachten meines Atems die tiefste spirituelle Praxis, deshalb bin ich ein spiritueller Mensch.
So kannst du mir mir in Verbindung bleiben.
Wenn du dich von mir inspirieren lassen möchtest, schau doch bei meinem Podcast vorbei oder hol dir deinen Raum mit Pocketyoga – der erste kleine Schritt von vielen hin zu eine Leben, wie du es dir wünscht.
*(weird.. so passend gerade die Diskussion zum Coachella-Auftritt auf Sabrina Carpender)
Hier finde ich es sehr gut erklärt
(2) https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/spiritualitaet


