Ich weiß, es würde mir guttun, aber ich mache es trotzdem nicht. Kennst du dieses Gefühl? Ich kenne es sehr gut.
Wir wissen oft ziemlich genau, was uns guttut. Yoga zum Beispiel, ein Spaziergang, ein Mittagsschlaf, weniger Handy oder einfach zehn Minuten Pause. Und trotzdem machen wir es nicht. Ich spreche hier nicht von Hab-dich-lieb-Selfcare. Ich spreche von einer profunden Selfcare, die Teil unseres Alltags und unseres Lebens ist. Damit wir ein Leben führen, das wir lieben und uns in unserem Körper und unserem Leben wohlfühlen.
Drei Punkte begegnen mir dabei immer wieder. Ich weiß, was mir guttun würde, aber ich mache es nicht. Ich habe keine Zeit für mich. Und wenn ich Zeit habe, bin ich meistens schon zu müde.
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on SoundcloudIch weiß, was mir guttun würde, aber ich mache es nicht
Das liegt meistens nicht daran, dass wir zu wenig diszipliniert sind. Zwischen „Ich weiß, was mir guttut“ und „Ich tue es auch“ liegen Welten.
Manchmal glaube ich, es liegt daran, dass wir Selfcare als zusätzliches To-do sehen. Die Yogastunde, der Spaziergang oder der Mittagsschlaf werden zu einer Unterbrechung in unserem Alltag. Etwas, das wir jetzt auch noch machen müssen, weil man soll ja. Dabei übergehen wir ein bisschen, dass es uns auch guttut.
Fünf Minuten sind auch Selfcare
Ich hatte mir zum Beispiel vorgenommen, in der Früh meinen Sport zu machen. Dann war ich so vertieft in eine Aufgabe, dass ich diese zuerst erledigt habe. Um 14 Uhr habe ich mir gedacht: Okay, jetzt habe ich es nicht gemacht, jetzt machst du es. Gleichzeitig wusste ich, dass sich das, was ich ursprünglich geplant hatte, nicht mehr ausgeht.
Ich bin inzwischen eine Meisterin darin, immer wieder neu auf Situationen einzugehen, wie sie halt sind. Ich schaue, wie ich meine Aufgaben und meine Selfcare trotzdem in meinem Tag unterbringen kann. Eine Sache, die mir dabei hilft, ist zu sagen: Okay, nur fünf Minuten oder zehn Minuten oder 15 Minuten. Indem ich den Zeitraum eingrenze, schaffe ich es eher, das zu tun, was mir wichtig ist.
Hätte ich an diesem Tag unbedingt eine Stunde Yoga machen wollen, wäre sich das nicht ausgegangen. Ich habe mir stattdessen 20 Minuten Zeit genommen und diese 20 Minuten genossen. Danach war ich zufrieden und auch ein bisschen stolz, dass ich mich überwunden habe.
Was hat das mit Priorisierung zu tun?
Dieses „Ich weiß, es würde mir guttun, aber ich mache es nicht“ hat für mich weniger mit Disziplin zu tun. Es hat viel mit Priorisierung zu tun. Wie weit bin ich bereit, bei mir Abstriche zu machen, damit etwas anderes Platz bekommt?
Wenn ich immer diejenige bin, bei der ich reduziere, lerne ich das auch. Die Zeit für mich fällt weg, der Sport, Yoga oder der Spaziergang. Das Treffen mit einer Freundin geht sich dann eben auch nicht aus. Je öfter ich das mache, umso mehr lerne ich es.
Du kennst vielleicht das Konzept vom inneren Kind. Ich sage dann immer, dieser innere Anteil in mir wird immer wieder enttäuscht. Wenn Kinder immer wieder enttäuscht werden, fragen sie irgendwann einmal nicht mehr.
Unser Körper und unsere Seele reagieren ähnlich. Irgendwann ist das Gefühl, dass wir etwas brauchen, nicht mehr so stark. Nicht, weil wir es nicht brauchen, sondern weil wir es immer wieder hintangeschoben haben.
Die kalte Badewanne
Ein Beispiel hab ich noch immer im Kopf: Ich hatte mir eine Badewanne eingelassen und sie wurde kalt. Als ich vor dieser kalten Badewanne stand, habe ich mir gedacht: Ich habe mich schon wieder selbst enttäuscht. Das war ein Weckruf für mich.
Jedes Mal, wenn wir sagen „Ich weiß, es würde mir guttun, aber ich mache es nicht“, enttäuschen wir uns ein Stück. Und es ist viel leichter, uns selbst zu enttäuschen als andere.
Wenn du magst, kannst auch darüber nachdenken. Wenn die Menschen rund um dich dich lieben, werden sie fünf Minuten für dich verstehen. Oder auch zehn Minuten.
Ich habe keine Zeit für mich
„Ich habe keine Zeit für mich“ ist der zweite Punkt, den ich immer wieder höre. Keine Zeit für Sport, keine Zeit für Yoga, keine Zeit für Selfcare.
Ich hatte dazu ein Gespräch mit einer Yogaschülerin. Sie kommt um 18 Uhr nach Hause und dann steht ihre Tochter im Mittelpunkt. Sie kocht, lernt mit ihr und irgendwann ist es 22 Uhr. Dann ist sie natürlich müde. Wir haben überlegt, wie fünf oder zehn Minuten für sie trotzdem möglich werden können. Sie könnte etwas gemeinsam mit ihrer Tochter machen. Oder ihre Tochter macht ihre Hausübungen und sie macht in dieser Zeit etwas für sich.
Es müssen nicht immer große Zeitfenster sein.
Trag dir Zeit für dich in den Kalender ein
Was mir früher geholfen hat, war, meine Yogapraxis in meinen Kalender einzutragen. Heute habe ich zum Beispiel meine Mittagspausen in meinem Kalender stehen. Ich nehme sie nicht immer genauso wahr, wie sie dort eingetragen sind. Aber mein Kalender erinnert mich: Ah, Mittagspause.
In dieser Zeit können bei mir auch keine Termine gebucht werden. Das war für mich schon ein Game Changer! Einmal mache ich die Pause kürzer, einmal länger und manchmal verschiebe ich sie. Aber die Erinnerung hilft mir, mir diese Zeit überhaupt zu nehmen.
Überlege dir einmal, was du brauchst. Dann versuche, dir diese Dinge wirklich in den Kalender einzutragen und auch einzuhalten.
Da sind wir für mich auch beim Selbstrespekt. Ich möchte nicht ständig Termine mit mir ausmachen, die ich dann selbst nicht einhalte.
Wie verbindlich ist ein Termin mit dir selbst?
Ich glaube, das hat auch damit zu tun, Verantwortung für uns und unser Leben zu übernehmen. Du kennst sicher das Beispiel aus dem Flugzeug. Zuerst kommt die eigene Sauerstoffmaske und dann hilfst du den anderen. Selfcare, so wie ich sie verstehe, ist genau das. Wenn ich genährt, gestärkt, motiviert und ausgeruht bin, bin ich ein völlig anderer Mensch. Ich kann dann auch ganz anders für die Menschen in meinem Umfeld da sein. Wenn ich müde, abgewrackt und hungrig bin, sieht das anders aus. Dann habe ich meistens auch ziemlich schlechte Laune.
Und dann ist für mich wieder die Frage: Wie will ich leben?
Ich will ein Leben leben, in dem ich gut gelaunt, fröhlich und freudvoll bin. Ich möchte meine Zeit mit Menschen verbringen, mit denen ich sie gerne verbringe. Und die dann auch gerne ihre Zeit mit mir verbringen. Du kannst einen Termin mit dir selbst ein bisschen wie einen Arzttermin sehen. Den würdest du auch nicht einfach auf morgen verschieben.
Probier es einmal mit einem Termin pro Woche aus. Trag ihn dir verbindlich ein und schau, was sich dadurch verändert.
Ich muss mich selbst auch daran erinnern
Ich habe mir zum Beispiel vorgenommen, einmal im Monat eine Ausstellung zu besuchen. Anfang September habe ich bemerkt: Ah, es ist schon fast Mitte September und ich habe noch keinen Termin gebucht. Also habe ich geschaut, welcher Tag passen würde, und mir den Termin eingetragen.
Auch damit sich dort nicht wieder ein anderer Termin einschleicht. Ich muss mich also genauso daran erinnern, mir die Dinge einzuplanen, die mir guttun.
Meistens bin ich dann schon zu müde
Der dritte Punkt, den ich immer wieder höre, ist: „Meistens bin ich dann schon zu müde.“ Wenn wir immer sagen „Das mache ich nachher“, erledigen wir zuerst alles andere. Und dann sind wir natürlich irgendwann müde. Für mich hängt auch das damit zusammen, wie wir uns priorisieren.
Wenn du am Abend müde bist, macht es überhaupt keinen Sinn, dich noch zum Yoga zu schleppen. Du musst dich nicht zwingen, noch irgendetwas zu machen. – Ich würde mir dann anschauen, warum du jeden Abend so müde bist. Machst du ein paar Sachen zu viel?
Auch ein Nein ist Selfcare
Hast du die eine oder andere Sache, bei der du Ja sagst, obwohl du eigentlich Nein meinst? Auch das ist für mich Selfcare. Darauf zu achten, wo die eigenen Grenzen sind. Manchmal ist ein klares, aber freundliches Nein viel schöner als ein Ja ohne ganzes Herz. Ich finde auch ein „Ja, aber“ super.
„Ja, ich helfe dir gerne, aber ich habe erst nächste Woche Zeit.“
Dann kann der oder die andere selbst bestimmen, ob das passt. Und ich bin am Abend nicht ausgelaugt, weil ich überall Ja gesagt habe.
Schau dir deine Abläufe an
Du kannst dir auch anschauen, wie du die Dinge in deinem Alltag verteilst. Wenn ich weiß, dass ich müde werde, mache ich zum Beispiel zuerst die Küche. Danach setze ich mich hin und lese, dann weiß ich, dass die Küche erledigt ist. Ich muss nicht ganz zum Schluss wieder aufstehen, wie ich es normalerweise machen würde.
Schau dir also deine regelmäßigen Abläufe am Abend an. Kannst du etwas verschieben, sodass deine Selfcare nicht immer zu kurz kommt? Oder du machst alles fertig und richtest dich schon zum Schlafengehen. Dann legst du dich direkt im Bett in Shavasana und schläfst darüber ein.
Das wäre doch auch ein Tipp.
Wie wertvoll und wichtig bin ich selbst in meinem Leben?
Für mich führt das alles am Ende zu einer Frage: Wie wertvoll und wichtig bin ich selbst in meinem Leben?
Wenn alle anderen wichtiger sind und einen höheren Status haben als ich, wird es auf Dauer schwierig. Dann gebe ich immer mehr von meiner Energie, als ich habe. Für mich ist Selfcare immer mit der Frage verbunden: Wie will ich leben und wie will ich mich fühlen?
Es geht nicht darum, dein Leben jetzt nur noch kritisch zu hinterfragen. Es geht um kleine Impulse: Einen Termin in den Kalender eintragen. Auch einmal Nein sagen. Oder einfach sagen: Ich brauche jetzt ein bisschen Ruhe.
Du kannst darum bitten, die Türe zumachen und dir diese Zeit wirklich nehmen.
Was tut dir gut und was gibt dir Energie?
Wenn du nicht genau weißt, was dir eigentlich guttut und was dich nährt, habe ich etwas für dich. Mit meinem kostenlosen Selfcare Kompass kannst du schauen, was dir guttut und wo du Energie verlierst. Du findest darin auch eine kurze Visualisierung, die dich dabei begleitet.
Denn es geht auch darum, mehr von dem zu machen, was dir Energie gibt. Und weniger von dem, was dir Energie nimmt.
Hier holst du dir kostenlos meinen Selfcare Kompass
Pass auf dich auf.
Namaste und alles Liebe
Rani

