Daniela Beer fragt in ihrer Blogparade:
Was sind deine drei Lieblingsgewürze und wo setzt du sie ein?
Ich liebe diese Blogparade, denn ich liebe Gewürze. 😍
Mein Morgen beginnt mit einem Zitronenwasser. Während das Wasser vor sich hin köchelt, nehme ich frischen Ingwer, Kardamom, Zimt, Nelken, Pippali (langer Pfeffer) und je nach Lust und Laune Sternanis, Anis oder Fenchel und köchle die Gewürze für meinen morgendlichen Chai. Am Ende verfeinere ich ihn – je nach Laune – mit Rosenwasser, Vanille oder Safran.
Familienkarma
In der Küche meiner Mutter haben sich auch schon immer Kreuzkümmel und Currypulver getummelt – sicherlich von ihrer Zeit in Paris, wo ihre Zeit als Studentin sie mit Menschen aus den verschiedensten Regionen der Welt zusammengebracht hat.
Schön!
Und dann gibt es noch die Seite meiner Oma: Majoran, Paprikapulver und Kümmel für die Kartoffeln, Lorbeer und Peterwurzen, Liebstöckel und natürlich Zwiebel für die Suppe.
In meiner Ausbildung zur Ayurveda-Praktikerin sind dann noch einige andere Gewürze in meiner Küche gelandet, wie Bockshornklee sowie gelbe und braune Senfsaat.
Weil ich keinen Anspruch auf die Vollständigkeit der Abbildung meines Gewürzregals habe – die italienischen Kräuter und meine Lieblingsmischung „Kräuter der Provence“ sind mir ja auch erst gerade eingefallen –, lasse ich es hier mal auf sich beruhen. Du kannst ja raten, welche Gewürze noch in meiner Küche zum Einsatz kommen – Stadt – Land – Fluss – Gewürz, oder? 🙃
Als ich die Frage gelesen habe, musste ich aber trotzdem nicht lange nachdenken, denn ich wusste sofort, welche Gewürze mir die liebsten und wichtigsten sind, wenn ich irgendwo bin.
Meine drei Lieblingsgewürze
Es sind: Salz, Pfeffer und Petersilie.
Wundert dich das?
Lass mich erklären. Ich hab überlegt, welche Gewürze für mich unbedingt mitmüssen, wenn ich verreise, und welche Gewürze ich in meiner Küche nicht missen möchte. Vor kurzem hab ich mal von einem Gewürz zuviel erwischt. Ich hab einfach nicht aufgepasst.
Das hat mich dazu gebracht, mir zu denken: „Was, wenn auch beim Kochen weniger mehr ist?“
Und so hab ich angefangen, die Gewürze bewusst weg zu lassen und achtsamer zu verwenden. Das war ein echter Gamechanger in meiner Küche, denn die Geschmäcker der einzelnen Zutaten trat auf einmal viel stärker hervor!
Salz – das weiße Gold
Fehlt Salz in der Suppe, geht das gar nicht. Salz ist und bleibt ein Verstärker der bestehenden Geschmäcker. Ohne Salz schmeckt gar nichts.
Salz war schon immer wichtig – auch in Österreich. Eine ganze Region, das Salzkammergut, heißt nach diesem Gewürz. 1994 gab es sogar eine Landesausstellung dazu. Landesausstellungen waren Thema bei meiner Matura, deshalb weiß ich das. Eine ganze Region hat vom Handel mit dem „weißen Gold“ gelebt.
Salz war lange ein Mittel zum haltbar machen. Zu viel davon ist sehr ungesund, aber zu wenig davon vertragen wir auch nicht – der Mensch braucht Salz, um gesund zu bleiben.
Und hast du schon mal ein Butterbrot mit Salz gegessen? Einfach herrlich, oder? Das ist auf jeden Fall eines meiner Lieblingsessen. Auch wenn ich immer mehr zu Kräutersalz tendiere – vor allem ein selbst gemachtes. Das Leben braucht Würze und Salz verstärkt den Eigengeschmack. Kartoffeln mit Butter und Salz.. o.m.g.! 🤤 und kennst du den Gugelhupf-Jingle (Oe1 Sendung der 90er)… da singt er: „und es braucht um Geschmack zu gewinnen, auch ein kleines bissal Salz..“ und sogar im Kuchen ist oft eine Prise Salz drinnen. Salz ist für mich die Erde der Gewürze – Salz ist immer da, ohne ihn geht es nicht. Dann fehlt die Basis
Pfeffer – klein, aber kraftvoll
Und Pfeffer?
Pfeffer ist ein tolles Gewürz. Er verfeinert den Geschmack, ohne ihn zu überlagern, und war lange Zeit ebenfalls Luxusgut.
Wenn du Käse nicht so gut verträgst – Pfeffer drauf. Kein Wundermittel, aber er kann durch seine Schärfe die Verdauung anregen (das lehrt auch Ayurveda).
Wenn du irgendwo bist und du hast alles außer Pfeffer und Salz, wird es langweilig, oder? Ich hab nachgedacht, welches Gewürz bei mir nicht fehlen darf und es ist Pfeffer. Meistens verwende ich bunten Pfeffer – weil der so viele Geschmacksrichtungen hat, aber ich habe begonnen, den ganz normalen schwarzen Pfeffer zu lieben. Allerdings nur aus der Mühle. Es gibt sooo viele Gerichte die mit Pfeffer einfach Pepp bekommen. Ein Lokal gewinnt bei mir zum Beispiel, wenn es eine Pfeffermühle gibt.
Spaghetti A’l olio.. Parmesan drauf.. und Pfeffer.. 🤤
Petersilie – viel mehr als Dekoration
Und dann Petersilie….
Petersilie wird schon ewig verwendet! Ein simples Küchenkraut, aber sie hat es in sich. Sie bringt Frische und Vitamin K (wie viele grüne Gemüse), und alles schmeckt irgendwie peppiger.
Im Salat, auf Erdäpfeln (also Kartoffeln) – und wenn wir uns umschauen: Petersilie wird rund um uns herum bis in den Balkan und auch nach Afrika verwendet.
Ist das nicht irre? Die marokkanische, türkische und baltische Küche – alle verwenden Petersilie – und so ein Salat. Stell dir vor. Gurke, Tomate, Petersilie, Salz und Pfeffer.. dazu etwas Couscous – vielleicht Feta drauf..
.. es rinnt mir beim Schreiben das Wasser im Mund zusammen
Das Einfache gewinnt – oder easy does it
Ich gebe zu: Ohne Kardamom und wenn ich keine Zitrone habe, möchte ich auch auf Ingwer nicht verzichten.
Aber ich merke immer mehr, dass für mich die Basis, das Einfache, einen immer höheren Stellenwert bekommt.
Einfach würzen, einfach Pause machen, einfach leben.
Kompliziert wird es auch ohne mein Zutun. Vielleicht liegt es am Älter werden, vielleicht daran, dass ich nicht mehr alles perfekt haben muss. Ich genieße es immer mehr zu sagen: gut genug. Ich lasse oft von Vorstellungen los, die mir mein Leben komplizierter machen, als nötig.
Brauche ich das jetzt wirklich? viele verschiedene Möglichkeiten können dich auch einschränken. Wir müssen ohnehin ständig Entscheidungen treffen. „Easy does it“ hat meine Tante immer gesagt. 🖤Sie hat nicht nach dem Motto gelebt, aber sie hat es sicher angestrebt – so wie ich. Das einfache lässt uns so viel Spielraum. Ich muss nicht, aber ich kann – wenn ich Lust drauf habe.
Wie will ich leben ist die Frage die sich in der Küche wandelt in: wie will ich würzen, wie will ich genießen. Lebensmittel brauchen oft so wenig und pur ist manchmal einfach wow. Zurück zum Ursprung heißt eine Lebensmittelmarke – und ich finde das ist ein gutes Motto
Was denkst du?
Was sind deine drei Lieblingsgewürze?
Selfcare-Kompass
Wenn ich über Salz, Pfeffer und Petersilie nachdenke, merke ich: Oft sind es die einfachen Dinge, die den größten Unterschied machen.
So ist es auch mit Selfcare.
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