Was hilft mir eigentlich, die Zuversicht nicht zu verlieren?

Das fragt Pia Hübinger in ihrer Blogparade mit dem Titel: „Zuversicht in schwierigen Zeiten“ und denkt laut darüber nach warum unsere Zukunftslust so abgenommen hat.

Ich nehme den Gedanken gerne auf und beim Nachdenken merke ich: Das ist eine ganz schön schwierige Frage. Es gibt bei mir nicht eine Sache inzwischen, es sind viele unterschiedliche Dinge die mir Zuversicht schenken.

Früher hätte ich wahrscheinlich nach einer einzigen Antwort gesucht. Heute merke ich, dass sie überall steckt. Ich suche den Grund für mein Dasein, für mein Tun nicht mehr im Außen.

Sondern im Innen.

Die Frage, die mich begleitet, ist: Wie will ich leben?
Und gleich danach: Wie will ich mich fühlen?

Das ist das, wofür ich jeden Tag losgehe.

Ich will das Gefühl haben, etwas Positives in der Welt zu bewirken.

Nicht unbedingt im Großen, sondern vor allem im Kleinen.

Ich glaube nämlich, dass wir im Kleinen wirklich etwas bewegen können, wenn wir einen Menschen berühren, wenn wir jemanden zum Lächeln bringen.

Wenn jemand nach einer Yogastunde nach Hause geht und sagt, dass er Ruhe gefunden hat, dann macht mich das zuversichtlich.

Ich weiß, dass es wieder anders werden kann, ich habe zwei Lungentransplantationen hinter mir. Vielleicht macht mich genau das zuversichtlich, ich weiß, dass es schon einmal anders war.

Und deshalb weiß ich auch, dass es wieder anders werden kann – aber ich glaube auch, dass ich dafür losgehen muss.

Denn wenn ich nicht losgehe und mein Leben verbessern will – wie soll dann die Welt anders werden?

Ich glaube an das Gute

Natürlich sehe ich, was gerade auf der Welt passiert.

Ich lese Nachrichten.

Ich sehe Instagram.

Ich höre, was Menschen aus Afghanistan oder dem Iran erzählen.

Und manchmal denke ich einfach nur: Oh mein Gott. 🙈

Trotzdem glaube ich an das Gute. Ich möchte nicht glauben, dass das letzte Wort schon gesprochen ist.

Nicht für die Frauen in Afghanistan, nicht für die Frauen im Iran, nicht für unsere Gesellschaft, nicht für alle Frauen und Kinder dieser Welt.

Nicht für uns als Menschheit.

Und ich bin nicht allein. Während ich in den letzten Wochen all die Blogparaden geschrieben habe, ist mir noch etwas bewusst geworden.

Ich bin nicht ein bisschen allein.

Da schreiben Menschen über Wünsche, über Grenzen, über Nachhaltigkeit und jetzt über Zuversicht.

Und dann merke ich: Es gibt so viele Menschen, die in dieselbe Richtung denken. Wir sind wir viel mehr, als wir glauben!

Allein dieser Gedanke macht mich zuversichtlich.

Mein Warum

Ich habe zweimal bewiesen bekommen, dass ich da sein soll, dass ich weitermachen soll. Mein Warum ist heute klarer als früher.

Ich möchte das Leben eines einzigen Menschen besser machen.

Und wenn dieser Mensch manchmal ich selbst bin, dann ist das auch gut, ich will mich gut fühlen, ich will nicht glauben, dass das hier schon alles gewesen sein soll, ich habe nicht alles überstanden, um jetzt aufzugeben!

Ich habe nicht zwei Lungentransplantationen überlebt, nicht die Schmerzen, nicht die Angst, nicht das Warten.

Damit ich heute denke, alles hätte keinen Sinn. Das gibt es für mich nicht.

Natürlich gibt es Aufs und Abs. Manchmal denke ich mir auch: Ein paar weniger Abs wären ganz schön. 😅🥴

Aber das Leben besteht daraus, und ich merke, dass ich mit jedem Schritt ruhiger werde, gelassener. Ich lerne, ich wachse.

Es gibt so viel Gutes

Wenn ich mich umschaue, sehe ich meinen Hund, ich sehe meine Klangschalen, ich sehe Yoga, Bücher, meine Bilder an der Wand!

Ich sehe Menschen, die ihr Wissen teilen, Menschen, die inspirieren, Menschen, die einfach da sind und die Welt ein kleines Stück besser machen.

Dann denke ich mir: Ich mache da einfach mit.

Zukunft braucht Zuversicht, den Glauben an ein anders und ein besser und eine Gesellschaft die an Gleichberechtigung und Frieden mehr glaubt als an Profit und Macht.

Manchmal stelle ich mir vor, was passieren würde, wenn wir uns nicht ständig Angst machen ließen, wenn wir zuerst nachdenken würden, wenn wir uns nicht sofort manipulieren ließen, wenn wir gemeinsam losgehen würden.

Dieser Gedanke macht mich unglaublich zuversichtlich.

Ich denke, es braucht gar nicht so viel, vielleicht braucht es einfach genügend Menschen, die gemeinsam losgehen.

Wie ein Samenkorn

Ich muss an Die unendliche Geschichte denken, ich weiß gar nicht mehr, ob es im Buch oder im Film war. Alles scheint am Ende verloren.

Sebastian glaubt, es sei zu spät, aber die kindliche Kaiserin hält noch ein einziges Samenkorn in der Hand.

Mehr ist nicht geblieben, auch genau daraus kann wieder etwas Neues entstehen.

Und ich bin sicher, das mit der Zuversicht ist es genauso.

Solange wir noch Wünsche haben, solange wir Ideen haben, solange wir bereit sind loszugehen und solange wir noch Samen in der Hand halten – gibt es Hoffnung.

Und genau deshalb verliere ich meine Zuversicht nicht.

Wie will ich leben? Wie will ich mich fühlen?

Diese beiden Fragen begleiten mich jeden Tag. Genau aus ihnen ist auch mein Pocket-Kompass entstanden. Er soll dabei helfen, im Alltag immer wieder den Blick nach innen zu richten.

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