Selfcare im Juli – Warum der Sommer keine Challenge sein muss
Der Sommer fühlt sich für viele von uns wie die schönste Zeit des Jahres an. Die Tage sind lang, die Natur steht in voller Blüte und eigentlich sehnen wir uns genau nach dem, was der Sommer verspricht: Leichtigkeit, Erholung und Zeit zum Durchatmen.
.. und doch beobachte ich jedes Jahr wieder etwas anderes. Gerade dann, wenn wir uns nach Ruhe sehnen, machen wir den Sommer oft zu einer weiteren Challenge. Plötzlich möchten wir möglichst viel erleben, den perfekten Urlaub planen, jede freie Minute auskosten und am besten noch alles schaffen, was während des restlichen Jahres liegen geblieben ist.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch. Der Kalender wird voller, die Erwartungen steigen und aus der Leichtigkeit wird ganz unbemerkt wieder Druck.
Für mich ist genau das das Thema dieses Juli.
Welchen Weg zeigt uns die Natur?
Seit vielen Jahren begleiten mich der Jahreskreis und die Natur durch meine Arbeit als Yogalehrerin. Je intensiver ich hinschaue, desto mehr merke ich, dass die Natur nie gegen sich selbst arbeitet.
Nach der Sommersonnenwende verändert sich etwas ganz wesentliches. Obwohl wir es kaum bemerken, werden die Tage bereits wieder langsam kürzer. Die Natur ist an einem Punkt angekommen, an dem sie nicht mehr wachsen muss. Die Blüten sind aufgegangen, aus ihnen werden nun Früchte. Es geht nicht mehr darum, noch höher, schneller oder weiter zu kommen.
Es geht ums Reifen.
Dieses Bild begleitet mich heuer in einer besonderen Weise, denn vielleicht müssen auch wir nicht ständig neue Ziele verfolgen oder noch mehr leisten. Vielleicht dürfen wir einmal stehen bleiben und wahrnehmen, was in unserem Leben bereits gewachsen ist.
Brauche ich mehr oder weniger Fülle?
Wenn ich von Fülle spreche, meine ich nicht, dass immer noch mehr dazukommen muss. Im Gegenteil.
Fülle beginnt oft genau dort, wo wir aufhören, ständig nach dem zu suchen, was noch fehlt. Gerade der Juli lädt jedes Jahr dazu ein, sich umzuschauen und zu fragen:
- Was ist eigentlich schon alles da?
- Welche Begegnungen, Erfahrungen oder Entscheidungen haben mein erstes Halbjahr geprägt?
- Worauf darf ich stolz sein?
- Und was möchte ich in den kommenden Monaten liebevoll weiter nähren?
- Ich mag diese Zeit des Jahres sehr. Sie erinnert mich daran, dass Wachstum nicht nur bedeutet, etwas Neues zu beginnen. Manchmal bedeutet Wachstum auch, dem Bestehenden Zeit zu geben, sich zu entfalten.
Wie du deinen eigenen Rhythmus wieder findest
Früher habe ich geglaubt, ich müsste den Sommer ganz besonders gut nutzen. Heute merke ich immer mehr, wie gut es mir tut, meinen Alltag nach meiner eigenen Energie auszurichten.
Das bedeutet nicht, dass ich weniger arbeite. Ganz im Gegenteil. Ich arbeite oft sehr konzentriert und bin unglaublich produktiv. Der Unterschied ist, dass ich viel bewusster wahrnehme, welche Aufgaben gerade zu meiner Energie passen. Manchmal ist der richtige Moment, etwas Neues zu entwickeln. An anderen Tagen ist es klüger, Dinge fertigzustellen oder einfach einmal bewusst langsamer zu werden.
Dabei helfen mir Yoga, Atmung, der Jahreskreis und auch mein Blick auf die Zeitqualität. Nicht, weil sie mir sagen, was ich tun soll, sondern weil sie mich immer wieder daran erinnern, auf mich selbst zu hören.
Ich bin darin noch lange kein Profi. Aber genau in diese Richtung möchte ich weitergehen.
Finde Vertrauen statt Selbstoptimierung
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis, die mich gerade begleitet.
Wir verbringen so viel Zeit damit, uns zu optimieren. Wir möchten gesünder werden, gelassener werden, produktiver werden und manchmal sogar entspannter werden. Dabei entsteht oft genau der Druck, den wir eigentlich loswerden möchten.
Ich übe gerade etwas anderes.
Ich übe Vertrauen.
Vertrauen darauf, dass ich nicht immer schon wissen muss, wie alles weitergeht. Vertrauen darauf, dass manche Antworten erst entstehen dürfen. Vertrauen darauf, dass Entwicklung Zeit braucht.
Das ist nicht immer einfach. Gerade für Menschen wie mich, die gerne planen oder alles gut machen möchten. Aber ich merke, wie befreiend es ist, nicht jede Frage sofort beantworten zu müssen.
Wie der Juli im Pocket Yoga
Während ich diesen Juli vorbereitet habe, wurde mir noch einmal bewusst, warum mir Pocket Yoga so am Herzen liegt.
Die Sommer-Ausgabe besteht zum ersten Mal nicht aus einzelnen Übungen, sondern aus kleinen Mini-Flows, die sich miteinander verbinden lassen. Inspiriert von der Natur, dem Jahreskreis und den Energien dieses Monats sind kurze Auszeiten entstanden, die dich mitten im Alltag begleiten können – egal, ob du gerade im Urlaub bist, im Büro sitzt oder zwischen Familie, Beruf und Alltag einfach fünf Minuten nur für dich brauchst.
Pocket Yoga ist keine weitere Aufgabe auf deiner Liste. Es ist eine Einladung, immer wieder kurz innezuhalten, bewusst zu atmen, den Körper zu bewegen und bei dir selbst anzukommen. Gerade im Sommer, wenn Hitze, Termine und Erwartungen oft gleichzeitig auf uns einwirken, können diese kleinen Inseln einen großen Unterschied machen.
Fragen, die dich durch den Juli begleiten können
Vielleicht magst du dir in den nächsten Tagen immer wieder ein paar Minuten Zeit nehmen und dich fragen:
- Was ist in diesem Jahr bereits gewachsen?
- Wofür bin ich heute dankbar?
- Was möchte ich in diesem Sommer liebevoll nähren?
- Und wo darf ich mir erlauben, jetzt schon genug zu sein?
Für mich beschreibt genau diese letzte Frage die Essenz des Juli.
Weniger hudeln. Mehr vertrauen. Mehr fließen.
Langsam ist das neue sexy. 😉
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