Was, wenn es für Selfcare gar keine Definition geben kann?
Anfang des Jahres habe ich eine Frage gestellt: Was ist Selfcare für dich? Ich wollte herausfinden, welche Definitionen Menschen für Selfcare haben. Was sie darunter verstehen. Wie sie sie leben. Was ihnen wirklich guttut. BlogParade „Was ist Selfcare für dich?“
39 Beiträge später ist für mich vor allem eines klar geworden: Es gibt keine allgemeingültige Definition von Selfcare, weil sie für jede anders aussieht, sich anders anfühlt und sich anders zeigt. Und genau das hat diese Blogparade so spannend gemacht.
Die ersten Beiträge meiner Blogparade hatten oft einen gemeinsamen roten Faden. Sie haben sich ergänzt, miteinander gesprochen und gemeinsam etwas aufgebaut. Die letzten neun Beiträge waren dann plötzlich ganz anders. Wie eine wilde Blumenwiese – verschieden, bunt, kreativ, persönlich. Zuerst war ich verzweifelt: Wie fasse ich das jetzt zusammen? Wo ist der rote Faden? Am Ende ist mir klar geworden:
Die Vielfalt ist der rote Faden. Hier zeigt sich etwas sehr Wichtiges: Selfcare kann Schreiben sein, fermentiertes Obs, Kleidung, die Neuorientierung in den Wechseljahren oder die Entscheidung, endlich ehrlich mit sich selbst zu werden.
Kann man Selfcare lernen?
Die Anja Radermacher schreibt in ihrem Beitrag, dass Selbstfürsorge nichts ist, was wir lernen müssen, sondern etwas, an das wir uns erinnern dürfen. Und genau das hat mich an ihrem Beitrag so berührt. Es geht nicht um etwas Großes oder Besonderes, sondern um etwas Alltägliches. Nicht darum, noch mehr zu tun oder sich selbst zu optimieren, sondern wahrzunehmen, was gerade da ist und was man gerade wirklich braucht. Anja zeigt sehr schön, dass Selbstfürsorge dort entsteht, wo wir beginnen, auf uns selbst zu hören, ohne Druck, ohne richtig oder falsch, ohne irgendein Konzept erfüllen zu müssen.
👉 Beitrag von Anja Radermacher: Sorge gut für dich – Was Selbstfürsorge für mich bedeutet
Ist Selfcare eine Entscheidung?
Die Mirjam Köglsberger schreibt in ihrem Beitrag „Selfcare als Entscheidung“, dass Selfcare kein Gefühl ist, sondern eine Entscheidung, die wir immer wieder treffen. Das hat mir sehr gefallen, weil sie beschreibt, dass wir oft erkennen, was uns nicht guttut, aber trotzdem weitermachen wie bisher. Stress, Anspannung und Überforderung sind oft so normal geworden, dass wir sie gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Und genau dort beginnt für sie Selfcare. Nicht nur zu wissen, was uns guttut, sondern auch wirklich Verantwortung dafür zu übernehmen und Dinge zu verändern.
👉 Beitrag von Mirjam Köglsberger: Selfcare als Entscheidung
Muss ich mich wirklich ständig verbessern?
Die Siegrid Koglbauer schreibt darüber, warum Selbstoptimierung oft gar kein Wachstum ist. Ihre Essenz war für mich: Selbstfürsorge beginnt dort, wo ich aufhöre, mich ständig verbessern zu wollen. Das hat mich doch auch beschäftigt, weil wir oft glauben, wir müssten dauernd an uns arbeiten, uns optimieren, produktiver werden oder unsere Muster „wegmachen“. Aber Siegrid zeigt sehr klar, dass Entwicklung dann kippt, wenn sie sich gegen uns selbst richtet. Wenn wir gegen Müdigkeit arbeiten. Gegen Gefühle. Gegen alte Muster, die irgendwann einmal Schutz waren.
👉 Beitrag von Siegrid Koglbauer: Warum Selbstoptimierung oft kein Wachstum ist
Kann fermentiertes Obst Selfcare sein?
Ja. Genau das zeigt der Beitrag von Ngoc Ha, und was mir daran so gut gefallen hat: Sie bringt Selfcare auf etwas zurück, das sowieso jeden Tag passiert. Essen. Selfcare muss nicht etwas Zusätzliches sein, nicht noch ein Punkt auf einer To-do-Liste, sondern etwas, das selbstverständlich Teil unseres Alltags werden darf. Sie schreibt über fermentierte Lebensmittel, über einfache Gewohnheiten, über Nahrung, die nährt und stärkt. Und genau darin liegt für mich etwas sehr Wesentliches.
👉 Beitrag von Ngoc Ha: Selfcare mit fermentiertem Obst
Kann Kleidung echte Selfcare sein?
Die Caroline Sommer schreibt in ihrem Beitrag „Mode ohne Maskerade“, dass Selfcare der Mut ist, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist. Und ich liebe diesen Gedanken! Caroline beschreibt Kleidung nicht als Oberfläche oder Trend, sondern als Ausdruck. Als etwas sehr Persönliches, als zweite Haut. Sie zeigt, wie viel Energie es kostet, sich ständig anzupassen, Rollen zu erfüllen oder sich zu verbiegen. Und wie befreiend es sein kann, sich davon langsam zu lösen.
👉 Beitrag von Caroline Sommer: Echte Selfcare – Mode ohne Maskerade
Mit Caroline habe ich übrigens auch schon im Podcast gesprochen: Mode macht Mut
Warum wird Selfcare in den Wechseljahren plötzlich so wichtig?
Die Marion Kellner schreibt über Selfcare in den Wechseljahren und darüber, dass Selfcare oft genau dort beginnt, wo das Alte nicht mehr trägt. Das hat mich sofort berührt, weil genau das viele Frauen erleben. Dass das, was lange funktioniert hat – Disziplin, Durchhalten, Funktionieren – plötzlich nicht mehr reicht.
Und dann kommen diese Fragen:
Was passt noch?
Was kostet mich Kraft?
Wie möchte ich eigentlich weiterleben?
👉 Beitrag von Marion Kellner: Selfcare in den Wechseljahren
Zum Thema Wechseljahre und Selfcare war ich übrigens auch beim: MenoDay 2025
Wer ist eigentlich verantwortlich für meine Selfcare?
Die Stephanie K. Braun bringt das sehr klar auf den Punkt: Du bist für dich selbst verantwortlich. Nicht als Druck. Sondern als Einladung, dich selbst ernst zu nehmen. Stephanie beschreibt auch sehr ehrlich, wie oft wir uns selbst vergessen, weil wir für andere da sind oder hoffen, irgendwann etwas zurückzubekommen. Und genau dabei verlieren wir uns oft selbst. Selfcare beginnt für sie bei der Basis. Bei der Frage, ob ich mich selbst überhaupt mitdenke.
👉 Beitrag von Stephanie K. Braun: Du bist für dich selbst verantwortlich – Selfcare
Kann Schreiben Selfcare sein?
Die Ulrike Claudia Krenn schreibt darüber, dass Schreiben Selbstfürsorge pur sein kann, und ich glaube, viele kennen dieses Gefühl. Dass plötzlich alles still wird, wenn man beginnt zu schreiben – nicht um etwas Perfektes zu produzieren. Nicht um „gut“ zu schreiben. Sondern einfach, um Gedanken nach außen fließen zu lassen. Ulrikes Essenz war für mich: Selfcare ist der Moment, in dem ich mich ausdrücke und dabei wieder bei mir selbst ankomme.
👉 Beitrag von Ulrike Claudia Krenn: Schreiben ist Selbstfürsorge pur
Was ist eigentlich meine innere Orientierung?
Die Astrid von Weitenhiller schreibt über „Selfcare als Superpower“ und darüber, dass Selfcare Klarheit darüber ist, woran ich mich in meinem Leben orientiere – das geht sehr stark in Richtung Selbstführung. Astrid beschreibt, dass wir oft merken, dass etwas nicht mehr passt, obwohl im Außen eigentlich alles „gut“ aussieht. Und genau dort beginnt Selfcare: dort, wo wir beginnen zu spüren, was uns wirklich leitet.
Nicht das Außen, nicht Erwartungen- sondern wir selbst.
👉 Beitrag von Astrid von Weitenhiller: Selfcare als Superpower
Braucht echte Selfcare irgendwann gar kein Label mehr?
Diese letzten Beiträge zeigen noch einmal sehr klar, wie unterschiedlich Selfcare aussehen kann. Das Wie ist unterschiedlich. Das Was ist gleich. Selfcare kann Schreiben sein. Ernährung. Kleidung. Entscheidungen. Rückzug. Ausdruck. Veränderung. Für mich ist das die Essenz all dieser Beiträge. Selfcare ist erst wirklich Selfcare, wenn sie gar kein Label mehr braucht. Wenn sie zurückkommt zum Wesentlichen. Zu dir selbst.
Wenn Selfcare Teil deines Lebens wird, Teil des Rhythmus, in dem du dich bewegst, dann brauchst du das Wort irgendwann gar nicht mehr. Dann spürst du einfach, was dir guttut. Dann kommst du bei dir an.
Und vielleicht erklärt das auch Stimmen wie:
„Ich brauche keine Selfcare.“ oder „Ich mag das Wort nicht“
Nicht weil die Essenz davon unwichtig wäre, sondern weil das, was wesentlich ist, vielleicht immer schon in uns drin war.
Vielleicht müssen wir Selfcare gar nicht lernen – wir dürfen uns einfach wieder daran erinnern uns selbst wichtig zu sein.
Denn „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“
Alle Beiträge der Selfcare Blogparade
Selfcare Blogparade – Überblick
Die ersten vier Teile der Reihe findest du hier:
Teil 1 – Was ist Selfcare für dich?
Teil 2 – Was passiert, wenn wir Selfcare wirklich leben?
Teil 3 – Selfcare in einer neuen Disziplin
Teil 4 – Selfcare ist Selbstführung – ein Leben, das passt
Und wenn du dir im Alltag immer wieder kleine Erinnerungen an dich selbst wünschst, dann findest du hier mein Pocket Yoga mit kurzen Impulsen, Atemübungen und kleinen Auszeiten für zwischendurch: https://www.rani-yoga.at/pocketyoga/


