Was bedeutet eigentlich Selfcare für dich? Ich glaube, dass die Antwort auf diese Frage von jedem Menschen irgendwie ein bisschen anders beantwortet wird. Und ich habe mir gedacht, ich erzähle dir mal ganz kurz, wie ich überhaupt zu dem Thema Selfcare gekommen bin, wie ich Selfcare verstehe und der Weg dorthin.
Ich will ein Leben in Freude
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle und die sich im Laufe der Jahre ergeben hat, war:
Wie will ich eigentlich leben?
Wie will ich mein Leben gestalten?
Das hat so viel damit zu tun, wie wir leben und welche Entscheidungen wir treffen.
Und es ist so für mich, dass ich immer mehr feststelle, dass auch wenn wir zum Beispiel keine Entscheidungen treffen wollen, wir treffen immer eine Entscheidung. Und je weniger Entscheidungen wir selber treffen, umso mehr werden Entscheidungen für uns getroffen und umso unentspannter wird das Leben, weil wir dann von anderen geführt werden und damit wir die Gestaltungsfreiheit in unserem Leben oft auch verlieren.
Das Baukastensystem für Selfcare ist in dir dir
Mir geht es in diesem Blog und dem Podcast nicht darum, dir eine How to Selfcare Anleitung zu geben. Ich möchte dir einfach erzählen, wie ich dorthin gekommen bin, mit dem, was ich heute mache, nämlich meine Botschaft rauszuschicken in die Welt, dass Selfcare nicht egoistisch ist und dass ich glaube, dass sich kümmern um sich selber essenziell ist dafür, wie wir uns fühlen und dass deswegen Selfcare unbedingt an erster Stelle stehen sollte.
Und zwar nicht, weil ich dafür plädiere, dass wir egoistischer sein sollen, ganz im Gegenteil. Ich plädiere dafür, dass wir uns um uns selbst so gut kümmern, dass wir effektiv die Welt zu einem besseren Ort machen können. Und das geht nur, wenn wir einfach glücklich und zufrieden sind. Und dann sind wir auch entspannter. Und wenn wir entspannter sind, ist die Welt entspannter.
Die richtige Motivation für echte Selfcare
Meine Geschichte fängt an, da bin ich ungefähr 20 oder 22 Jahre alt. Da habe ich begonnen darüber nachzudenken, was ich so brauche. Und was braucht man, wenn man einen Job hat.
Abgesehen davon erfolgreich und zufrieden zu sein im Job sollte sollte Sport machen, sich gut um sich kümmern, man sollte sich gut ernähren, im Urlaub entspannen und was erleben..
Also habe ich das gemacht. Ich habe versucht, mich gesund zu ernähren, ich habe Sport gemacht, ich habe versucht, mich fit zu halten, weil man das so tut. Und ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, warum ich das mache.
Ich habe mit Yoga begonnen, als ich eine Diagnose bekommen habe. Das heißt, da war schon Alarmstufe rot. Da habe ich mir gedacht, eigentlich will ich schon seit Jahren Yoga beginnen, und dann machst du es halt jetzt.
Ich glaube, das ist so plakativ für die Welt. Wenn wir sehen, es geht wirklich nicht mehr anders, dann beginnen wir langsam unsere Muster zu ändern.
Die Yogafrau im Burnout!
Als ich dann mit Yoga angefangen habe, habe ich gespürt, da ist mehr. Aber 2007 hatte ich dann einen Burnout. Und jeder hat mich gefragt, oh mein Gott, du machst Yoga, warum hast du einen Burnout? Ja, weil Yoga einfach nur eine Maßnahme war, die ich hinzugefügt habe in meinen eh schon vollen Alltag, ohne darüber nachzudenken, was ich eigentlich brauche.
Ich bin in der Früh aufgestanden um 5 Uhr, bin um 6 Uhr außer Haus gegangen, war um 7.30 Uhr im Büro, bin nach der Arbeit in den Yogakurs, bin um 10 Uhr nach Hause gekommen, habe dort alles erledigt.
Du kannst dir mein Leben vorstellen.
Ich habe alles hineingestopft, was ich wollte, Kultur, Freunde treffen, alles noch dazu und noch dazu. Und bin aus der Yogastunde total entspannt rausgekommen und bin super gestresst zum Bahnhof.
Ich habe nicht verstanden, worum es eigentlich geht.
Und ich glaube, so geht es vielen. Wir wissen, Selfcare, großes Thema, wir wissen, wir bräuchten Entspannung, wir machen Selfcare zum nächsten Todo.
Aber: Wir verändern unser Denken nicht.
Selfcare als weiteres Todo wird scheitern
Ich war dann zu Hause, und dann habe ich gemerkt, jetzt habe ich keine Struktur mehr, jetzt muss ich mir meine Struktur schaffen.
Also wieder um sechs Uhr Walken gegangen, nachher Yoga gemacht und versucht, meinen Tag zu strukturieren.
Aus einem inneren Impuls heraus, mir etwas Gutes tun zu wollen?
Nein. Einfach, weil ich gesagt habe, ja, das muss man. Yoga muss man jeden Tag in der Früh machen.
Alles, was du nicht aus dem Impuls machst, dass du es für dich machst, alles, wo du dich nicht fragst, wie tut mir das und wie kann ich es für mich anpassen, wird niemals ganz deines werden.
Und ich sage nicht, dass es nicht gut ist, sich eine Praxis zu schaffen, Atemübungen zu machen, ganz im Gegenteil.
Das ist nach wie vor ein Teil meines Lebens. Aber ich verändere das auch immer wieder, weil sich unser Leben verändert. Einmal ist es mehr Yoga, einmal ist es mehr Walking, einmal ist es mehr Tanzen, einmal ist es mehr Meditieren. Es verändert sich.
Tägliche Selfcare ist nicht jeden Tag gleich
Was machst du, wenn du es einen Tag vergisst?
Dann ist am nächsten Tag, dass du sagst, nein, jetzt habe ich schon einen Tag vergessen, jetzt ist das Ganze nicht mehr.
Davon bin ich weggegangen. Wenn ich ein, zwei Tage Pause habe, heißt das für mich nicht, dass ich deswegen einen Zyklus durchbrochen habe. Es gibt immer einen Grund, warum du es durchbrochen hast. Die Frage ist für mich immer, was ist das Wichtigste. Ich kann es inzwischen sagen, das Wichtigste für mich ist, dass es mir gut geht.
Immer nur funktionieren macht dich nicht glücklich
Wenn du nach außen erfolgreich und glücklich ausschauen willst, dann ist es irgendwie schön, wenn alle sagen, wie schaffst du das alles nur, du bist so toll. Und dass dahinter die Fassade bröckelt, sieht keiner.
Du bist keine bessere Frau, wenn du dich kasteist. Du bist keine bessere Frau, wenn du dir deinen Spaß am Leben wegnimmst. Du bist auch keine bessere Frau, wenn du nur noch funktionierst.
Dein eigener Wert hängt nicht davon ab, was du tust, sondern wer du bist.
Und das ist etwas, was ich viel zu wenig spüre, wenn ich mit Menschen rede. Hast du nicht ein bisschen Zeit für dich? Ich kann nicht, höre ich dann und es folgen immer sehr gute Gründe warum es nicht funktioniert. Ich bin so müde davon das zu hören. Wenn wir immer nur Gründe finden, warum etwas nicht klappt statt Lösungen zu finden gibt es einen super Grund dafür.
Du bist einfach nicht deine Priorität.
Ehrlich gefragt: willst du so leben?
Wie will ich eigentlich leben? Will ich unglücklich sein? Nein, ich habe keine Lust mehr drauf. Ich will mich nicht übergehen. Ich will ein Leben, einen Alltag, in dem Selfcare dazugehört und in dem ich Dinge tue, weil ich es will und nicht, weil ich muss.
Das Wunderwerk Körper hat für mich Priorität
Ich habe eine spezielle Geschichte mit meinen zwei Transplantationen und meinem Krankenhausaufenthalten und dem Bewusstsein, wie wichtig der Körper für mich ist. Ich mache Bewegung auch deswegen, weil ich weiß, mein Körper fühlt sich dann besser, mein Körper ist dann stärker, und mit einem stärkeren Körper kann ich ein besseres Leben führen.
Für mich ist der Körper so ein Wunderwerk, so ein unglaubliches Geschenk, dass ich einfach so gut wie möglich dafür sorgen will, dass es meinem Körper gut geht. Weil ich weiß, wenn es meinem Körper gut geht, geht es meiner Seele gut, und wenn es meiner Seele gut geht, dann geht es meinem Geist gut.
Meine Geschichte kannst du nachlesen – in meinem Buch und hier – Podcastfolge 100 > Das Leben feiern! 15 Jahre mehr Leben
Pocket Yoga gibt es weil ich will, dass du dich priorisierst
Tausend mal höre ich: „Liebe Rani, ich finde dein Pocket Yoga ja super, ich komm nur nicht dazu, es zu nutzen. Ich weiß, es sind nur 5 Minuten am Tag. … ich melde mich, wenn ich mir dafür genug Zeit freigeschaufelt habe.“
Ich habe aus diesem Grund auch mein Pocket Yoga erfunden. Mir war nicht nur wichtig zu zeigen, man viel man in fünf Minuten bewirken kann.
Mir geht es auch darum, mit Pocket Yoga einen Erinnerung an sich selbst zu schaffen. Die Frauen soweit zu bringen, sich einfach fünf Minuten dazwischen für sich selbst zu nehmen.
Für mich ist das Ziel dahinter. Die Einladung, sich mehr Zeit für sich zu nehmen. Mitten im Alltag. Dass Selfcare nicht das Extra ist sondern der Teil vom Leben. Mein Ziel ist, dass immer mehr in unseren Kopf kommt: ich kann etwas für mich tun, immer dann wenn ich daran denken. Ich habe die Möglichkeit, mir jetzt den letzten Impuls anzuhören und mich für mich zu entscheiden kurz mit mir zu sein. Kurz im Laufe des Tages für mich präsent zu sein. Nicht nur dazu zu sein um zu funktionieren. Als Frau, Mutter, Eherfrau oder Partnerin, im Berufsleben, als Freundin oder andere Rolle meines Lebens.
4000 Wochen ist genug Zeit für ein gutes Leben
Es gibt ein Buch, das heißt 4000 Wochen, und 4000 Wochen bedeutet, ein durchschnittliches Leben sind 4000 Wochen. Und was machen wir mit dieser Zeit? Warten wir auf die nächsten Urlaube?
Ich finde einfach, es ist so wichtig, sich das Leben schön zu gestalten. Und das bedeutet nicht, dass ich nur am Pool liege und nichts mehr mache. Ich arbeite sehr sehr gerne. Ich leite gerne meine Yoga Kurse, ich bereite mich gern vor, ich gestalte gern meinen Podcast, bin super verantwortungsbewusst, wenn ich etwas anbiete, dann immer 100%. Das ist ja auch Teil von dem, wie ich leben will. Aber ich mache es nicht mehr auf meine Kosten.
Täglich entscheiden können – für mich
Heute zum Beispiel ist es sich nicht ausgegangen, dass ich in der Früh Yoga mache, werde ich jetzt am Abend zum Beispiel. Oder ich habe immer geglaubt, ich muss die Sachen in der Früh machen, habe in der letzten Zeit hauptsächlich am Abend Sport gemacht. Hat es mir gut getan? Ja. War mein Leben dadurch einfacher? Ja.
Und das ist Selfcare für mich, täglich mich entscheiden zu können, wie passt es heute für mich am besten.
Leben findet jetzt statt und Aufgeschoben ist irgendwann zu spät
Selfcare bedeutet für mich, immer wieder mir die Frage zu stellen, wie geht es dir denn, und was kannst du tun, damit sich das ändert. Vielleicht nicht in diesem Moment, aber vielleicht heute, vielleicht diese Woche.
Wie kannst du langsam und mit kleinen Schritten die Sachen, die dir wichtig sind, in dein Leben hineinbringen und dann auch wirklich konsequent bleiben und dich nicht ganz hinten anstellen und sagen, na ja, wenn ich dann mal auf Urlaub bin, wenn ich dann mal in Pension bin.
Leben findet jetzt statt.
Und die Frage ist wirklich, wie willst du leben und wie kannst du es dir einfacher machen?
Und ist Selfcare bei dir Priorität oder Todo?
Wie ist das eigentlich bei dir? Ich würde mich sehr dafür interessieren, wenn du mir das erzählen würdest oder in die Kommentare hineinschreibst, was du über meinen Selfcare Zugang denkst.
Ich glaube, es ist wichtig, Selfcare und Alltag nicht zu trennen. Ich glaube, es ist wichtig, sich immer wieder Gedanken zu machen, wie es mir geht, mich gut kennenzulernen, zu wissen, was ich brauche und mir das dann auch zu geben.
Ich danke dir fürs Zuhören.
Namaste.
Deine Rani.
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Liebe Rani, ich kann alles, was du sagst, so gut nachvollziehen. Vor allem, die Selfcare nicht zum nächsten To-Do zu machen, ist sooo wichtig. Danke fürs Erinnern und für deine Worte. Gerda
Liebe Gerda! Danke für deine Antwort! Ich denke, auch hier wird die Liebe siegen! Wenn wir verstehen was für ein Geschenk das Leben ist, unser Körper und wie wichtig es ist, sich wohl zu fühlen auf der kurzen Reise leben, dann werden wir nicht mehr anders können. Es ist, was es ist, sagt die Liebe 🙂