Der Dezember ist für mich immer ein Monat des Rückzugs. Und ich habe das Gefühl, dass wir ihn heutzutage oft nicht so nutzen, wie er ursprünglich gedacht war. Wir hetzen, organisieren, funktionieren, während die Natur längst in die Stille geht.

In diesem Blogartikel zu meinem Podcast, Folge 127, möchte ich dir erzählen, wie ich den Dezember sehe, welche Bräuche und Rituale mich begleiten und wie du Yoga und Selfcare in dieser Zeit besonders liebevoll nutzen kannst.

Der Dezember, Rückzug und Abschließen

Wenn man in die Natur schaut, passiert im Dezember erstaunlich wenig. Alles wird ruhiger. Alles fährt herunter. Früher hat man diese Zeit auch gefürchtet – Dunkelheit, Kälte, die Ungewissheit. Heute wissen wir: Diese Phase ist wichtig. Für die Natur. Für unser Nervensystem. Für unsere Seele.

Für mich persönlich ist nicht der Jänner der Neubeginn, sondern der Monat, in dem ich endgültig zur Ruhe komme. Der Dezember ist dafür da, abzuschließen, dankbar zu sein und innerlich stiller zu werden. Und genau dafür gibt es wunderbare Rituale, die uns unterstützen können – einige davon erzähle ich dir gleich ausführlich.

Die Sperrnächte vom 8.–19. Dezember

Zu den Sperrnächten letztes Jahr habe ich den Entschluss gefasst diesen Podcast wieder aufzunehmen – hier findest du die Pdcastfolge und den Blog dazu: Rauhnacht Sperrnächte Reflexion

Die Sperrnächte werden immer bekannter – und ich liebe sie. Sie sind für mich eine Vorbereitung auf die Rauhnächte. Zwölf Nächte, jeweils von 8. bis 19. Dezember, und jede Nacht steht für einen Monat des vergangenen Jahres.

Der 8.12. für den Jänner, der 9.12. für den Februar bis zum 19.12. für den Dezember

Du kannst an jedem Tag:

  • den jeweiligen Monat reflektieren
  • aufschreiben, was du gelernt hast
  • erkennen, was noch „abzuschließen“ ist
  • loslassen, was nicht mit ins neue Jahr soll
  • orakeln, wenn du möchtest – Karten ziehen, Träume aufschreiben
  • räuchern

Die Sperrnächte sind eine Art liebevolle Jahresbuchhaltung: 
Was darf gehen? Was darf ins Reine kommen? Was ist gut so, wie es war?

Wintersonnenwende am 21. Dezember

Die Wintersonnenwende ist für mich jedes Jahr ein magischer Moment. Die längste Nacht, der kürzeste Tag – und ab diesem Moment beginnt das Licht wieder zu wachsen.

In alten Traditionen nennt man diese Nacht auch Modranit – die Mütternacht. Man ehrte die Ahninnen, die Urmütter, die Kräfte, die uns tragen. Es ist eine Nacht der Hoffnung, der Geburt des Lichts und ein Tor in die Rauhnächte.

Hier passt auch das Ritual der 13 Wünsche, das du möglicherweise schon kennst.
(→ Hier kannst du zu deinem Blogartikel „13 Wünsche“ verlinken.)

Am 21. Dezember schreibst du 13 Wünsche auf kleine Zettel.
In jeder Rauhnacht verbrennst du einen Wunsch – der letzte, der übrig bleibt, ist jener, den du im kommenden Jahr selbst erfüllst.

Ich mache dieses Ritual seit Jahren, und es berührt mich jedes Mal.

Hier hab ich darüber geschriebe: Das Ritual der 13 Wünsche 

Rauhnächte vom 24./25. Dezember bis 5./6. Jänner

Die Rauhnächte beginnen entweder mit der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember oder, traditionell, nach der Wintersonnenwende. Beide Varianten sind möglich. Jede Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres.

Am 25.12. für den Jänner, am 26.12. für den  Februar und bis zum 5.1. für den Dezember

Es ist eine Zeit der Träume, der Reinigung, der Innerlichkeit.
Die Menschen früher sind durch ihre Häuser gegangen und haben mit Fichtenharz, Beifuß oder Tannenharzen geräuchert, um die Häuser zu schützen und Krankheiten fernzuhalten. Heute nutzen wir diese Zeit eher für Reflexion, Visionsarbeit oder einfach, um bei uns anzukommen.

Zu den Rauhnächten hab ich auch schon einige Blogaritkel gemacht. 

Feiertage & Bräuche im Dezember – ausführlicher erklärt

Der Dezember ist reich an alten Traditionen. Hier findest du die wichtigsten im Überblick:

4. Dezember – Barbaratag

Man stellt Barbarazweige (Kirsch- oder Obstzweige) ins Wasser.
Blühen sie zu Weihnachten, gilt das als Zeichen für Glück und Wandel.
Bitte nachhaltig kaufen, nicht abschneiden.

5. Dezember – Vollmond in den Zwillingen

Dieses Jahr sogar ein Supermond, weil der Mond der Erde besonders nahe ist.
Das bringt Licht ins Denken, Klarheit, innere Wahrheit, ungelöste Themen.

Sehr schön für Journaling und Bewusstwerden:
Was denke ich, aber spreche es nicht aus? Was ist wirklich wichtig?

13. Dezember – Luciafest

Aus Skandinavien. Lucia bringt mit Kerzen Licht in die dunkelste Zeit des Jahres als Symbol für Hoffnung, Freude, innere Leuchtkraft.

20. Dezember – Neumond

Ein dunkler, stiller Neumond.
Perfekt zum Sortieren, Loslassen, zur Dankbarkeit.

21. Dezember – Wintersonnenwende

Die Wiedergeburt des Lichts. Ritual der 13 Wünsche. Hier kannst du die Ahninnen-Energie ehren und dir Segen für das neue Jahr von ihnen holen

24.–25. Dezember – Weihnachtsfest & Beginn der Rauhnächte

Rituale, die dich im Dezember stärken

Tee – mein tägliches Ritual

Hier das vollständige Rezept für den Lichtee

Zutaten:

  • 3–5 Scheiben frischer Ingwer
  • 1 Stück Zimtstange oder ½ TL Zimt
  • 2–3 Kardamomkapseln (zerdrückt)
  • 1 Nelke
  • Optional: 1 Scheibe Orange oder Zitrone

Zubereitung:
Alles in 500 ml Wasser 10 Minuten sanft köcheln lassen. 
Kräuter abseihen. Gemütlich hinsetzen und genießen.  Der Tee wärmt dich, stärkt das Immunsystem, beruhigt das Nervensystem und schenkt dir Licht von innen.

Kerzenritual

Jeden Morgen eine Kerze anzünden. (Achte auf die Qualität der Kerze!) Tief und ruhig Atmen. 
Stell dir die Frage: „Was brauche ich heute, um mein Licht zu nähren?“

Räuchern

Beifuß (reinigend), Lavendel (beruhigend), Tannen- und Fichtenharz (schützend).
Ein Ritual für Klarheit und inneren Raum.

Spaziergänge in der Natur

Egal welches Wetter, die Natur tut uns immer gut. Wenn dir Nebel sonst nicht gefällt, vielleicht hilft dir das: Der Nebel beruhigt die Sinne und schenkt dir Klarheit von innen.

Yoga im Dezember – sanft, intuitiv, erdend

Der Dezember ist kein Monat für Leistung. Dein Nervensystem braucht jetzt Wärme, Weichheit und Erdung.

Gut geeignet sind

  • Gelenksmobilisation
  • Schultern kreisen
  • sanfte Vorbeugen
  • fließende Bewegungen zu Musik
  • Kindhaltung
  • Drehungen (Twists)
  • Yin-Positionen: länger halten, tiefer atmen
  • leichte Rückbeugen für den Herzraum
  • Hüftöffnungen für Loslassen

Atem:

Du kannst ein einziges Lied nehmen (3–6 Minuten) und deinen Körper intuitiv bewegen.
Es geht um Weichheit, nicht um Leistung.

Pocket Yoga Adventkalender – 1.–24. Dezember

Auf Instagram und Facebook findest du meinen täglichen Selfcare-Adventkalender:

  • jeden Tag 5–7 Minuten Pocket Yoga mit Atem und Körperübungen sowie Meditationen

Du findest ihn in meinen Stories. Hier kommst du zu meiner Instagram-Seite und hier zu Facebook

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Nutze gern diese Reflexionsfragen für deinen Dezember

  • Was möchte ich heuer wirklich abschließen?

  • Was braucht mein Herz, um sich sicher zu fühlen?

  • Welche Rituale tun mir jetzt gut?

  • Welches Licht möchte ich im neuen Jahr nähren?

  • Was zeigt mir der Vollmond – ehrlich und liebevoll?

  • Welcher Wunsch könnte mein letzter sein, der Wunsch, den ich selbst erfüllen darf?

„Die Rauhnächte atmen“ meine Begleitung für dich

Heuer begleite ich dich durch die Sperrnächte und Rauhnächte – mit Atemübungen, Meditationen und kleinen Ritualen, die du auch im neuen Jahr weiterüben kannst.

Ich glaube zutiefst an die Kraft des Atems.
Er holt uns in die Mitte zurück und macht Übergänge leichter.
In diesem Jahr lade ich dich ein, die Rauhnächte über den Atem zu erleben – sanft, transformierend, tief.

Die Rauhnächte atmen

Nachgedanken

Ich habe lange an diesem Dezember gearbeitet – und am Ende habe ich erkannt, dass Perfektion nicht das Ziel ist. Der Dezember ist ein Monat des Loslassens, und genau das durfte ich auch mit dieser Folge und diesem Text tun.

Ich hoffe, dieser Blogartikel schenkt dir Orientierung, Wärme und vielleicht einen neuen Zugang zu dieser wunderbaren Zeit.

Namaste
Deine Rani