Wie du die ruhigere Jahreszeit nutzt, um wieder mehr bei dir anzukommen
Der Oktober steht vor der Tür und damit habe ich mich wieder mit der Monatsenergie beschäftigt. Was kann der Oktober für deine Selfcare bedeuten, welche Themen kannst du dir anschauen und wie kannst du diese Zeit für dein Wohlgefühl nutzen?
Selfcare bedeutet für mich, mich selbst ernst zu nehmen. Meine eigenen Bedürfnisse, meine Emotionen und auch das, was ich eigentlich längst weiß.
Der Oktober zeigt sehr schön, wie sich die Energie verändert. Die Bäume verlieren ihre Blätter, die Tage werden kürzer und langsam beginnt der Wechsel zum Winter. Loslassen ist da natürlich ein Thema, aber in dieser Podcastfolge möchte ich es von einer anderen Richtung anschauen. Denn wenn jemand sagt: ‚Das musst du loslassen‘, gibt es trotzdem einen Grund, warum du noch daran festhältst, denn irgendwie bist du noch damit verbunden. Bevor wir uns ständig sagen, dass wir endlich loslassen sollten, finde ich es wichtig, erst einmal hinzuschauen und mich zu fragen:
Was brauche ich eigentlich? Was trägt mich und was stimmt für mich nicht mehr? Und warum?
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Veränderung muss nicht radikal sein
Wir wissen meistens längst, wenn etwas nicht mehr so ganz stimmig ist, und trotzdem brauchen wir Zeit, um uns davon zu verabschieden und etwas wirklich loszulassen.
Die Natur zeigt uns jedes Jahr so wunderbar, dass Veränderung nicht von einem Tag auf den anderen geschieht. Es ist nicht so, dass heute alle Blätter am Baum hängen und morgen alle unten liegen. Es dauert, bis sich die Energie zurückzieht und der Baum bereit ist, ein Blatt loszulassen.
Manchmal hängen die Dinge, die wir verändern wollen, mit anderen Dingen zusammen – sich darüber bewusst zu werden, kann schon der nächste Schritt sein. Ein Blatt nach dem anderen.
In dieser Folge geht es darum, wie viel Zeit wir uns für Veränderung geben. Was brauchen wir, um den nächsten Schritt überhaupt gehen zu können? Welche Stabilität brauchen wir dafür? Und muss wirklich alles sofort passieren?
Bedürfnisse, Grenzen und Wut
Wenn ich mich selbst ernst nehme, muss ich auch meine Bedürfnisse ernst nehmen. Und dann wird es spannend, weil meine Bedürfnisse nicht immer zu dem passen, was andere von mir möchten oder was ich selbst glaube, tun zu müssen. Das kann auch wütend machen und ich spreche im Podcast darüber, dass Wut mir zeigen kann, dass etwas nicht stimmt. Dass eine Grenze überschritten wurde, dass ich etwas brauche oder dass ich Ja gesagt habe, obwohl in mir eigentlich ein Nein war.
Ich bin lieber freudvoll als wütend, aber ich möchte meine Wut trotzdem spüren und leben. Und ich kann mich fragen: Wenn mich etwas wütend macht, wie viel Macht gebe ich dem über mich?
Auch Atemübungen können mich dabei unterstützen, erst einmal wieder bei mir anzukommen. Im Podcast erzähle ich von Apana Vayu und Bhramari, dem Summen, das ich gerne nutze, bevor ich etwas ausspreche oder eine schwierige Situation kläre.
Was brauchst du im Oktober?
Ich merke in dieser Jahreszeit auch körperlich, dass sich etwas verändert. Ich werde schneller müde und inzwischen lasse ich das einfach zu. Die Tage werden kürzer und ich muss nicht um zehn Uhr abends noch die volle Energie haben. Wir sind rhythmische Wesen und leben in einer rhythmischen Welt. Kein Tag ist gleich und warum sollten wir es dann sein?
Für mich ist diese Zeit deshalb auch Energiepflege. Die Natur zieht sich langsam zurück und ich kann dasselbe tun – und zwar um mich zu nähren und nicht um mich zu verstecken. Ich kann mich zurückziehen und beleidigt sein. Ich kann mich zurückziehen und wütend sein und beschließen, dass ich jetzt nicht mehr rede. Oder ich kann mich zurückziehen und wirklich ins Spüren gehen.
Was war da gerade los? Was brauche ich? Was fühle ich?
Die dunklere Jahreszeit beginnt
Ende Oktober kommen Samhain, Halloween und kurz danach Allerheiligen und Allerseelen. Die Abende sind merklich dunkler und für mich passen auch Persephone und Demeter sehr gut in diese Zeit. Persephone geht in die Unterwelt und Demeter trauert um ihre Tochter. Die Erde wird unfruchtbar und mit Persephones Rückkehr kommt auch das Leben wieder zurück.
Diesen Zyklus kennen wir auch aus unserem eigenen Leben. Wenn ich ein großes Projekt abgeschlossen habe, bin ich danach müde. Dann brauche ich eine Pause, bevor ich das nächste beginne. Wir haben diesen Rhythmus jeden Tag. Wir werden müde, schlafen und wachen wieder auf. Und jetzt erleben wir ihn noch einmal im Großen, im Herbst und im Winter.
Ich kann mich deshalb fragen: Was kann ich aus dieser dunkleren Jahreszeit mitnehmen und wofür möchte ich sie nutzen? Denn sie kommt sowieso.
Langsam auf das Jahr 2026 zurückschauen
Für mich beginnt im Oktober auch langsam der Jahresrückblick. Es sind noch drei Monate übrig und ich fange an zu schauen, was in diesem Jahr eigentlich passiert ist. Was möchte ich noch abschließen? Habe ich noch dieselben Pläne wie am Anfang des Jahres? Was hat Energie von mir bekommen und was ist liegen geblieben? Möchte ich es wieder aufheben oder möchte ich es liegen lassen?
Und welche Ziele habe ich aufgegeben, weil sie für mich nicht mehr stimmen?
Ich liebe Journals und für mich ist Schreiben ein befreiendes und reinigendes Ritual. Gerade diese sich zurückziehende Energie im Oktober kann ich dafür nutzen, immer mehr auf meinen Körper zu hören und meine Bedürfnisse wahrzunehmen, denn auch diese verändern sich.
Und damit komme ich wieder zurück zum Anfang dieser Folge: Es geht nicht nur darum, etwas loszulassen. Es geht darum hinzuschauen, warum wir manche Dinge noch nicht loslassen können und was wir brauchen, um uns selbst ernst zu nehmen.
Du möchtest tiefer eintauchen? Dann hör dir die ganze Folge #169 „Nimm dich selbst ernst“ im Krisenfest Podcast an.
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