Irgendwie hat es sich eingeschlichen, dass wir ab dem 1. Jänner alles beginnen wollen. Als wäre da ein Startschuss. Als müsste plötzlich Energie da sein, Klarheit, Motivation, Lust aufs Neue. Und vielleicht kennst du dieses Gefühl auch: dass sich das überhaupt nicht stimmig anfühlt. Dass der 1.1., der 2.1., der 3.1. sich eher schwer anfühlen, langsam, noch nicht bereit.

Die Tür ins Jahr

Für mich ist der Jänner kein Starttermin. Er ist eine Schwelle. Kalendarisch beginnt ein neues Jahr, ja. Aber gefühlsmäßig ist das oft nicht der Fall. Da sind noch die Rauhnächte, da ist noch Müdigkeit, da ist noch vieles, das nachklingt. Und genau das ist nicht falsch, sondern Teil dieses Monats.

Der Jänner ist ruhig. In der Natur passiert sehr wenig, zumindest nichts, was wir außen sehen können. Wenn etwas passiert, dann innen. Unter der Erde. Im Verborgenen. Das Licht kommt langsam zurück, ganz leise. Und diese Qualität spiegelt sich auch in uns wider. Der Jänner ist kein Monat zum Losrennen, sondern ein Monat zum Innehalten.

Gerade deshalb ist er so wichtig. Nicht, weil wir jetzt alles festlegen oder erledigen müssten, sondern weil wir uns Zeit nehmen dürfen, um uns auszurichten. Um zu spüren, worauf wir unser Jahr aufbauen wollen. Nicht fertig, nicht perfekt, sondern ehrlich und ruhig

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Der Jahreswechsel mitten in den Rauhnächten

Die Rauhnächte enden für mich nicht mit dem Kalender. Ihre Bilder, Gefühle und Themen wirken weiter. Ich habe sie dieses Jahr als sehr intensiv erlebt. In den ersten Nächten ging es stark um Gefühle, um Grenzen, um Werte. Um das, was ich nicht mehr mitnehmen möchte. Dann kam ein spürbarer Shift. Mehr Ruhe. Mehr Stabilität. Ein Gefühl von Festigen und Ankommen.

Gerade deshalb habe ich für mich entschieden, die Qualitäten der Rauhnächte nicht „abzuschließen“, sondern sie durch das Jahr mitzunehmen. Vor allem über den Atem. Dieses bewusste Ankommen, dieses Stillwerden, dieses Kraft-Sammeln trägt mich sehr. Und ich merke, wie viel sich dadurch im Alltag verändert.

Mein Wort des Jahres 2026

Mein Wort für dieses Jahr ist Langsamkeit. Das ist für mich kein Stillstand und kein Weniger-Tun. Es ist eine Haltung. Ein bewussteres Gehen. Ein Sich-Zeit-Geben. Je mehr ich mich mit dem Jahreskreis, mit Monatsenergien und auch mit Astrologie beschäftige, desto klarer wird mir: Ich habe ein ganzes Jahr Zeit. Ich muss nicht alles im Jänner erledigen.

Im Jänner geht es für mich um Fokus und Ausrichtung. Nicht um Disziplin, nicht um Durchziehen. Sondern um Fragen wie: Worauf baue ich mein Jahr auf? Was nehme ich aus dem letzten Jahr mit? Was darf dort bleiben? Diese Fragen brauchen keine schnellen Antworten. Sie brauchen Raum.

Wie dich Rituale stärken

Rituale helfen dabei. Kleine, wiederkehrende Dinge, die Halt geben. Ein Spaziergang. Ein Tee am Morgen. Ein paar Zeilen schreiben. Bewusst atmen. Es geht nicht um viel, sondern um Regelmäßigkeit und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.

Auch Yoga darf im Jänner anders sein. Nährender. Ruhiger. Weniger fordernd. Übungen, die das Nervensystem regulieren, die die Ausatmung betonen, die uns erden. Sitzende Positionen, Drehungen, stehende Haltungen mit Fokus auf Füße, Becken und Aufrichtung. Und auch der Blick spielt eine große Rolle. Wohin geht dein Blick? Wohin geht deine Energie? Wo ist dein Fokus?

Oft ist es hilfreicher, ein oder zwei Übungen zwischendurch zu machen, als große Vorsätze zu fassen, die dann Druck erzeugen. Kleine Schritte tragen weiter als große Pläne.

Dein Gefühl im Jahr 2026

Eine zentrale Frage begleitet mich im Jänner besonders: Wie will ich mich in diesem Jahr fühlen? Diese Frage liegt oft unter unseren Zielen. Hinter dem Wunsch nach mehr Sicherheit, mehr Erfolg, mehr Freiheit. Wie fühlt sich ein gutes Jahr für mich an? Wann bin ich bei mir zu Hause? Was gibt mir inneren Halt, wenn es im Außen wackelt? Und auch: Was darf leichter werden?

Leichter heißt für mich nicht, weniger zu tun. Sondern das, was ich gerne tue, so zu gestalten, dass es mich nährt. Dass es mich nicht auslaugt, sondern stärkt.

Immer wieder Drei

Am 6. Jänner feiern wir die heiligen 3 Könige, aber in alten Überlieferungen finden sich statt der drei Könige, drei Frauen. Die drei Bethen. Die Geschichten über diese drei Frauen finde ich wunderbar, den sie tragen ein inneres Bild von drei Kräfte, die wir alle brauchen: eine Kraft, die uns verwurzelt, eine, die uns nährt, und eine, die uns an Wandel erinnert. Werden, Sein, Vergehen.

Ich verbinde diese Qualitäten gern mit dem Atem. Beim Einatmen frage ich mich: Was nährt mich? In der Atempause: Was gibt mir Halt? Und beim Ausatmen: Wo geschieht gerade Wandel in meinem Leben? So werden die Bethen zu inneren Begleiterinnen, nicht als Konzept, sondern als Erfahrung.

Der Jänner darf ruhig sein. Er muss nichts beweisen. Er ist das Fundament für dein Jahr. Der Boden für dein Lebenshaus. Wenn du dir Zeit nimmst, diesen Boden bewusst zu gestalten, wird alles, was später wächst, davon getragen.

Wenn du magst, begleite ich dich dabei im Pocket Yoga. Mit kurzen Yoga-, Atem- und Meditationsimpulsen, abgestimmt auf Jahreskreis und Mond. Der Jänner ist kein Startschuss. Aber er ist eine Einladung. Und manchmal reicht genau das.

Hier findest du alle Informationen zu Pocket Yoga

Ranis Pocket Yoga – Dein Yogaimpuls to Go

Hör dir gern dazu meinen Podcast an