Wünschen. Wünsch dir was.
Das klingt meistens zuerst nach etwas, das sich nicht realisieren lässt. Und dann gibt es dieses 13-Wünsche-Ritual. In diesem Text erzähle ich dir ein bisschen von meinem Zugang dazu, wie ich die 13 Wünsche dieses Jahr durchgeführt habe und wie du sie auch für dich nutzen kannst. Und ich teile ein paar meiner Gedanken zum Thema Wünschen.
Mein Zugang zu den Rauhnächten
Ich habe in der letzten Podcastfolge schon ein wenig über die Rauhnächte und meinen Zugang dazu erzählt. Mir ist dabei immer wichtig zu sagen, dass es so viele Regeln gibt und dass es sich lohnt zu schauen, welche davon für dich gelten. Welche passen in dein Leben, welche passen zu dir und wie möchtest du diese Zeit erleben. Möchtest du die Rauhnächte für dich nutzen oder ist das für dich vielleicht gar kein interessantes Thema.
Warum das 13-Wünsche-Ritual für mich trotzdem wertvoll ist
Das 13-Wünsche-Ritual finde ich etwas, das man wunderbar nutzen kann, um sich auszurichten. Um zu schauen, was war, was ist gerade und wo möchte ich hin.
Rauhnächte als Zeit der Entschleunigung
Ich habe die Rauhnächte und auch die Sperrnächte dieses Jahr sehr bewusst begangen. Sie haben total das Tempo rausgenommen. Ich bin dadurch nicht besonders in Weihnachtsstimmung gekommen, aber ich bin in eine Stimmung gekommen, das Alte abzuschließen und das Neue willkommen zu heißen. Nicht im Sinn von ich muss wissen, was kommt, sondern im Sinn von ich möchte wissen, in welche Richtung ich fahre. Ein bisschen wie bei der Schifffahrt.
Warum der Atem meine Basis ist
Dieses Jahr habe ich den Atem als Basis gewählt. Die Atmung ist schon sehr lange im Fokus meiner Arbeit und meines Seins. Für mich gibt es kaum etwas, das mich besser mit mir, mit meinem Sein und mit dem Moment verbindet als eine Atemübung. Deshalb heißt es bei mir dieses Jahr: Die Rauhnächte atmen.
Rituale ohne Druck und Aberglaube
Wenn wir Rituale wie die Rauhnächte machen, ist es mir wichtig, den Druck rauszunehmen. Nicht aus einem Aberglauben heraus zu handeln, sondern aus einer bewussten Entscheidung. Nicht aus Angst, etwas falsch zu machen, sondern aus dem Wunsch nach Rückverbindung. Mit dem, was war, mit dem, was kommt und mit sich selbst.
Vertrauen in den ersten Impuls
Ich kenne dieses Gefühl von hätte ich doch anders gehandelt sehr gut. Ich bin immer mehr dorthin gekommen, meinem ersten Impuls zu vertrauen. Und selbst wenn sich Entscheidungen später als nicht ideal herausstellen, habe ich auf dem Weg etwas gelernt. Ich kann dann sagen, ich habe diese Entscheidung in diesem Moment ohne Zweifel getroffen.
Was mich am klassischen 13-Wünsche-Ritual gestört hat
Das 13-Wünsche-Ritual ist ein eher neues Ritual. Viele kennen es so, dass man 13 Wünsche aufschreibt und während der Rauhnächte verbrennt. Für mich war das immer ein bisschen komisch, weil ich am Ende oft gar nicht mehr wusste, was ich mir eigentlich gewünscht habe. Es hatte etwas von Verantwortung abgeben.
Warum ich das Ritual verändert habe
Ich habe gemerkt, dass die meisten Wünsche Dinge sind, bei denen ich selbst Schritte gehen kann. Gleichzeitig sind kritische Stimmen zum Ritual lauter geworden. Und ich habe mich gefragt, wie ich dieses Ritual zeitgemäß gestalten kann. So, dass es nicht nur ein schönes Feuerritual ist, sondern wirklich etwas bringt.
Der erste Schritt: eine Vision entwickeln
Ich beginne mit einer Vision. Heute in einem Jahr, wie will ich mich da fühlen. Wer sind die Menschen um mich herum. Wie lebe ich. Wo bin ich. Ich atme bewusst und versetze mich in dieses Gefühl.
Der zweite Schritt: Wünsche und kleine Schritte
Aus dieser Vision heraus entstehen meine Wünsche. Danach frage ich mich bei jedem Wunsch: Was ist der kleinste Schritt, den ich jetzt oder in nächster Zeit tun kann. Wirklich klein. Etwas Konkretes.
Der dritte Schritt: Hindernisse und Unterstützung
Im nächsten Schritt schaue ich, was mir im Weg stehen könnte. Welches Hindernis auftauchen könnte. Und wer oder was mich unterstützen kann, dieses Hindernis zu überwinden.
Was ich beim Verbrennen wirklich loslasse
Ich verbrenne nicht den Wunsch selbst, sondern die Hindernisse und die Bitte um Unterstützung. Für mich ist das der Moment, in dem ich sage: Ich weiß, was ich will. Ich weiß, was ich tun kann. Und ich gebe das ab, was schwer werden könnte.
Ein Wunsch pro Monat statt alles auf einmal
Ich muss nicht alles im Jänner erledigen. Ich kann mir jeden Monat einen Wunsch nehmen und mich vier Wochen lang damit beschäftigen. Schritt für Schritt. Wir haben 365 Tage im Jahr.
Warum dieses Vorgehen stressfreier ist
Für mich ist das nachhaltiger als klassische Neujahrsvorsätze. Es geht um ein Thema nach dem anderen und darum, das ganze Jahr zu nutzen.
Eine Beobachtung aus der Gruppe
Was mich besonders berührt hat, war, dass die Hindernisse in der Gruppe oft sehr ähnlich waren. Es waren nicht 13 verschiedene Hindernisse, sondern viel weniger. Das hat mir gezeigt, dass es vielleicht gar nicht so viel ist, was uns wirklich im Weg steht.
Wenn du das Ritual für dich machen möchtest
Im Blog findest du eine kurze Anleitung zum Ritual. Zusätzlich gibt es eine geführte Visualisierungsübung, die du separat erwerben kannst.
Zum Abschluss
Mach dir keinen Stress. Wenn du es nicht zur Wintersonnenwende gemacht hast, dann mach es jetzt. Während der Rauhnächte oder auch später. Es geht nicht um das richtige Datum, sondern um deine Ausrichtung.
Ich liebe diese Zyklen. Das Licht kommt zurück. Und eigentlich kann man diesen ersten Tag des Lichts jeden Tag feiern.
Sei lieb zu dir.
Sei gütig mit dir.
Sei langsam und achtsam.
Und frag dich immer wieder:
Was kann ich jetzt in diesem Moment tun, damit es mir ein kleines bisschen besser geht.
Alles Liebe
Rani
Hier kannst du dir die Visualisierungsübung holen
Das 13-Wünsche-Ritual – einfache Anleitung für dich
Nimm dir einen ruhigen Moment.
Du brauchst Papier, Stift und – wenn du möchtest – später eine feuerfeste Schale.
Schritt 1: Die Vision
Bevor du Wünsche formulierst, verbinde dich innerlich mit dir selbst.
Nutze dafür die Visionsmeditation oder nimm dir ein paar Minuten Zeit und stelle dir vor, wie dein Leben in einem Jahr aussehen soll.
Nicht im Detail. Sondern im Gefühl.
Wie fühlst du dich. Wie lebst du. Was ist dir wichtig.
Schritt 2: Die 13 Wünsche
Schreibe 13 Wünsche auf.
Nimm sie ernst.
Die Reihenfolge ist nicht zufällig.
Es geht nicht darum, „richtig“ zu wünschen, sondern ehrlich.
Schritt 3: Der Minischritt
Zu jedem Wunsch notierst du einen ersten, sehr kleinen Schritt.
Keinen Plan.
Keine To-do-Liste.
Nur einen Anfang. Etwas, das machbar ist.
Schritt 4: Das Hindernis
Frage dich bei jedem Wunsch:
Was steht mir dabei im Weg.
Das können Gedanken, Muster, Ängste oder äußere Umstände sein.
Diese Hindernisse schreibst du auf separate Zettel.
Schritt 5: Die Rauhnächte
In jeder Rauhnacht ziehst du einen dieser Zettel mit einem Hindernis und verbrennst ihn – mit der inneren Bitte, dass sich hier etwas lösen darf.
Der Wunsch bleibt bei dir.
Das Hindernis darf gehen.
Du musst nichts kontrollieren.
Du darfst beobachten, was sich im Laufe des Jahres bewegt.

