Frau laufend, Abendsonne golden im Hintergrund - Überschrift eingeblendet

Letzte Woche habe ich wieder begonnen Yoga zu unterrichten. Es war einfach wunderbar! Langsam kehre ich in ein „normales“ Leben zurück und beginne Schritt für Schritt damit mir wieder einen Rahmen zu schaffen.

Es war auch schön, zu sehen, wie viele YogaschülerInnen wieder in meine Kurse gekommen sind, denn nach über einem Jahr Pause ist das nicht selbstverständlich. Ich kenne das von meiner ersten Transplantation und von meinen zwei beiden Umzügen – jede Veränderung hat ihre Geschenke und ihre Herausforderungen. Es ist ein Neubeginn – in vieler Hinsicht.

Eine der Yogaschülerinnen fragte mich am Ende der Stunde ob ich wieder alles tun könne, ob ich sozusagen wieder ganz „die Alte“ sei. Und darüber hab ich jetzt doch viel nachgedacht. Die Antwort ist nein.

Natürlich nicht. Ich habe mich lange Zeit kaum bewegt und die OP war im Juli. Aber wieder fit zu werden ist mein Wunsch – und es ist mein Ziel! Und dafür tue ich etwas – jeden Tag!

Ausblick, eine Yogini steht auf einem Felsvorsprung und sieht in ein wunderschönes Tal

(c) Pixabaya

So hat es begonnen

Ich habe im April 2017 die Diagnose „chronische Abstoßung“ erhalten. Schon vor diesem Zeitpunkt, aber jedenfalls ab diesem Zeitpunkt habe ich bemerkt, dass ich langsamer und schwächer werde. Nichts ging mehr so, wie ich das gerne gehabt hätte. Ich mussste mich an das Tempo und die Kraft anpassen, die mein Körper noch bereit und fähig war zu geben. Ende August konnte ich keine Stufe  mehr steigen, ohne außer Atem zu kommen. im November war mir der Weg ins Yogastudio (10 Minuten zu Fuß) schon zu viel. Ich musste mal wieder aufgegeben, alles loslassen und ich habe mich dem gefügt.
Ab Dezember habe ich Sauersstoff gebraucht. Die Lungenfunktion war bei 18%.

So ging es weiter

Im Jänner war ich dann endlich auf der Liste für die Re-Transplantation und dann hieß es warten. Der Weg aufs Klo – eine Riesen-Anstrengung. Duschen – unter einer halben Stunde nicht zu machen – Haare waschen – ein Horrorszenario!

Im Juli dann die erlösende Operation – Dafür wird der Brustkorb quer (unterhalb der Brust) aufgeschnitten, das Brustbein vollständig durchtrennt. Die Heilung dauert Wochen. Medikamente wie Cortison, Immunsuppresiva (Unterdrückung des Immunsystems) Antibiotika stehen an der Tagesordnung. In den ersten Wochen geht ohne Schmerzmittel gar nichts. Das alles hilft dem Körper auf der einen Seite, belastet ihn auf der andern. Er verändert sich. Alles verändert sich.

Aber dann… yes, yes, yes, Baby!

(c) Pixabaya

Mit der Atmung kommt das Leben wieder in den Körper!

Mein Ziel ist es mich so rasch aber auch so gesund wie möglich wieder zu regenerieren und meine Fitness wieder aufzubauen. Regelmäßige Bewegung hilft auch, denn die Medikamente fördern den Muskelschwund – also ist Bewegung meine Unterstützung hin zu einem starken Körper. Mein Wunsch ist – mich gesund und kraftvoll zu fühlen.

Wenn du einen Wunsch hast, und daraus ein Ziel wird

– dann tust du etwas dafür – jeden Tag.

Und das ist auch schon das ganze Geheimnis!

Ich tue jeden Tag etwas für mein Wohlbefinden

Jeden Tag rolle ich die Yogamatte aus und übe. Zunächst sind da kleine Rückschläge. Im Vierfüßerstand tun auf einmal die Knie weh, die Handgelenke schmerzen, die Kraft ist einfach noch nicht da. Aber ich gehe kleine Schritte – jeden Tag und ich spüre die Veränderungen. Nach ca 2 Wochen waren die Handgelenke besser, die Knie unterlagere ich einfach mit einer Decke. Ich übe auch nicht jeden Tag gleich. Wenn ich müde bin, übe ich sanft, fühle ich mich stark, habe ich Kraft für mehr Herausforderungen!

Nicht aufgeben!

Jeden zweiten Tag setze ich mich auf den Hometrainer und fahre rad. Inzwischen habe ich 40 Minuten erreicht in denen ich ca die Hälfte der Zeit auf 65 Watt radle, meinen Puls immer im Auge. Begonnen habe ich auf Stufe eins, bei 20 Minuten. Ich richte mich aber auch nach meinem Befinden. Aktuell habe ich einen leichten Husten – also ein paar Tage Pause und das Erste Mal wieder 20 Minuten – Maximal 50 Watt. Das reicht. Ein Schritt zurück, zwei Schritte vor ist ein Cha-Cha, hab ich mal irgendwo gelesen! 🙂
Ich versuche jeden Tag ca eine Stunde spazieren zu gehen, entweder gehe ich mit meinem Mann gemeinsam, treffe jemanden oder habe einen Vortrag im Ohr während ich die Umgebung und die Bewegung an der frischen Luft genieße.

Freude

Freude ist ganz wichtig!  Zwar habe ich die Aktivitäten in meinem Kalender notiert, aber ich freu mich immer schon richtig auf die Bewegung! Wenn ich fit bin mache ich gerne auch ein Cardio-Training – Youtube ist voll davon. Wenn es Spass macht, macht man es noch lieber – das Ziel vor Augen – und wenn man sich bewegt dann freut sich der Körper schon darauf – man wird fast ein bisschen süchtig danach! Ein wundervolles Gefühl! 🙂

Laufsujet

(c) Pixabaya

Selbstmotivation

Du brauchst dafür einen guten Grund! DEINEN Grund!

Meine Gründe sind: Bei Yoga wieder den Handstand zu können. Ich möchte auch wieder auf die Berge gehen können und im Frühling würde ich gerne mit einem Lauftraining beginnen.

Ich erwarte gar nicht von mir, dass ich sofort wieder fit bin – das ist auch gar nicht nötig!  Der Weg ist das Ziel! Ich merke auch, dass ich jetzt 40 bin und nicht mehr 30. Der Körper hat schon viel mitgemacht – und das akzeptiere ich und ich kann gar nicht sagen wie dankbar ich meinem Körper dafür bin, was er jeden Tag, jede Stunde und Minute leistet! Es ist einfach großartig!

Ich lebe!

Leider nein, ich bin nicht so fit, wie ich es vor 2 oder 3 Jahren war!  Aber JA! Ich habe die Möglichkeit mit meiner neuen Lunge fitter zu werden als ich es jemals war – es liegt an mir – natürlich nicht nur – aber vor allem! 🙂

Es liegt an meiner Konsequenz, an meiner Liebe an meinem Denken.

Und so ist das für mich mit Zielen und Wünschen und deren Realisierung. Je klarer das Ziel – umso klarer wird was du dafür tun musst.

Und so rolle ich sie aus, meine Yogamatte – jeden Tag – und ich übe so gut ich kann und so viel es mir möglich ist. An manchen Tagen geht es schlechter, an manchen Tagen leichter. Es gibt so Wochen, wo gar nichts „weiter“ geht, es gibt Zeiten, da muss ich zurück schalten! Aber ich bleibe dran, und es wird. Es wird! Es ist schon so viel besser!

Was sind deine Ziele für die Du los gehst und was tust du dafür?

Schreib mir deine Antwort gerne in die Kommentare!

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DANKE!

Deine Rani