In Tibet sind die Menschen glücklicher, weil sie davon ausgehen, dass das Leben Leid bedeutet, und sich über Kleinigkeiten freuen und dankbar sind, Im „Westen“ glauben wir, das Leben habe für alle immer schön und einfach zu sein, und wir leiden, weil das Leben für uns Herausforderungen bereit hält die uns helfen zu wachsen und uns über das Glück bewusst zu werden das wir haben… so ähnlich steht es im Buch „Lachen mit Buddha“ von Harald-Alexander Korp. Wenn man es so betrachtet, ist „Glücklich sein“ eine Entscheidung darüber, was ich vom Leben erwarte und wie ich mit dem umgehe was mir geschieht.

In diesem Text schreibe ich, warum glücklich zu sein für mich eine Entscheidung ist, eine Entscheidung, die ich immer wieder zu treffen habe und die jeden Tag, wenn ich die Augen öffne, und in jedem Moment von mir getroffen werden kann.

Warum "glücklich sein" eine Entscheidung ist

Man sagt, dass das Üben von Yoga auf unseren Yoga-Matten, in unserem „Yoga-Raum“ den wir uns selbst erschaffen, ein Labor sei, ein Raum in dem wir uns beobachten können, indem wir in einem geschützten Raum mit unseren Stärken und Schwächen, unseren Emotionen, unseren Ängsten gegenüber stehen und ohne „Störungen“ von außen üben können, was im „echten“ Leben oft schwer ist, denn im Alltag sind wir abgelenkt von dem was uns umgibt, beschäftigt, ablenkt, und sind dennoch mit all dem konfrontiert was uns auch auf der Yoga-Matte erwartet. Unsere Gedanken und Emotionen.

Alles was wir schon einmal erlebt haben, alles was wir erkannt haben wird zu einer Ressource die wir auch im Alltag einsetzen können. So hilft das Üben von Yoga uns besser mit dem zurecht zu kommen was in uns ist.

Ich habe derzeit eine ähnliche Situation. Ich habe Zeit. Viel Zeit und wenig zu tun. Mein Bewegungsradius wir durch den Schlauch bzw. die Füllmenge meines Sauerstoffgeräts eingeschränkt,  mein Wollen oder Können durch die eingeschränkte Leistungsfähigkeit meines Körpers, der aktuell damit beschäftigt ist rund um eine schwächer werdende Lunge zu arbeiten…

…und trotzdem – oder genau deswegen bin ich davon überzeugt:

Glück ist eine Entscheidung.

Wovon spreche ich, wenn ich von Glück spreche?

Glück ist für mich ein Zustand der höchsten Zufriedenheit. Ein Gefühl der Leichtigkeit, der Freude und der Vollkommenheit. Vollkommenheit deshalb, weil ich in dem Moment nichts anderes brauche. Alles ist gut, so wie es ist.

Um dieses Gefühl zu fühlen brauche ich nicht viel. Alles rund um mich herum kann es auslösen, und ich kann aktiv etwas dazu tun. Das finde ich großartig! Ich bin mir inzwischen sicher: Der Schlüssel zum Glück ist Dankbarkeit – und das auf vielfache Weise. 

Um Dankbar zu sein baucht es nicht viel. Es bedarf einer Bewusstheit, einer Aufmerksamkeit und einer Entscheidungskraft.

Und damit bin ich schon bei der Behauptung angelangt die ich in der Überschrift aufgestellt habe.

Wenn ich glücklich sein will, dann muss ich mich bewusst dafür entscheiden. Ich muss wollen und dieses „müssen“ dann auch umsetzen. Das Wort „müssen“ verwende ich eigentlich nicht so gerne, aber in diesem Zusammenhang verwende ich es, denn es drückt aus, dass es eine Notwendigkeit ist, wenn ich mich bewusst dazu entscheide glücklich sein zu wollen und diesen Zustand auch immer wieder herzustellen.

Manche Dinge im Leben muss man einfach. Wenn ich den Tag beginnen will ist es notwendig, dass ich aufstehe, will ich ein Haus bauen, bauche ich einen Plan und Baumaterial und entweder baue ich selbst oder lasse bauen. Nur den Wunsch zu haben, reicht nicht. Es ist Aktivität nötig um schließlich in ein fertiges Haus einzuziehen.

Wir alle kennen das Gefühl von Glück, denn wir erleben es auch wenn wir uns nicht darum bemühen. Seltener, aber doch, denn das Leben schenkt uns immer wieder Momente in denen wir nichts tun, ruhig sind, oder in denen wir etwas aus dem Außen bekommen, dass dieses Gefühl in uns auslöst.

Ich habe für mich entschieden, dass ich öfter in diesen Zustand kommen möchte und wie es schon Voltaire ausdrückte:

"Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein." Zitat Voltaire

Meine Meinung dazu ist:

Krank zu sein ist anstrengend genug,
da muss ich nicht auch noch unglücklich sein!

Und statt „krank“ kann man hier einfügen was man möchte… Ich finde kein Zustand sollte einen davon abhalten sich Glück in sein Leben zu holen.

Vor allem weil es so einfach ist – oder sein kann.

Alles, was man können will, muss man üben. (schon wieder dieses „muss“, ich weiß) Dann drücke ich mich anders aus:

Wenn ich glücklich sein will, ist es nötig, dass ich etwas dafür tue.

Ich habe weiter oben schon erwähnt, dass es zunächst einmal nötig ist, dass ich mich dafür entscheide!

Wir treffen täglich immer wieder Entscheidungen, ob uns das nun bewusst ist, oder nicht. Aufstehen, duschen, Zähne putzen, Tee oder Kaffee, Semmel oder Brot, zu Fuß, mit dem Auto oder den Öffis, Arbeit oder nicht, freundliches Gesicht oder Griesgram, Blick auf das Handy oder die Umgebung, … ich habe hier schon sehr viele Entscheidungen weg gelassen und trotzdem – an einem „normalen“ Arbeitstag ist es hier noch nicht mal 8:00 oder 9:00 Morgens!

Ich kann mich in jedem Moment dafür entscheiden glücklich sein zu wollen.
Es braucht nur mein volles Bewusstsein, ein wenig Konsequenz und Entscheidungskraft.

Eine der wunderbarsten und einfachsten Methoden glücklich zu sein,
ist Dankbarkeit.

In den letzten Monaten habe ich wieder einige Interviews mit Louise Hay gehört und gesehen. Sie hat es verstanden für alles Dankbar zu sein. Als erster Gedanke am Morgen ein Dank an das Bett und die Decke. Ich hatte noch nie darüber nachgedacht. Aber ein erholsamer Schlaf gelingt eben am besten,  wenn man in einem ruhigen, warmen angenehmen Bett liegt. Gar nicht so selbstverständlich, aber so einfach! Jeder, der Nächte nicht geschlafen hat, oder immer wieder geweckt wurde weiß wie dankbar man sein kann wenn man ausgeruht aufwacht… und trotzdem wird es so schnell selbstverständlich.

Schlaf an sich ist schon ein Grund dafür dankbar zu sein, noch dankbarer könnte man sein, dass man gut geschlafen hat…

Ich bin zum Beispiel übe mich darin immer öfter daran zu denken, dankbar zu sein dafür, dass ich aufwache und dass mein Körper, trotz der vielen Anstrengungen noch immer funktioniert, dass meine Lunge noch immer atmet und ich trotzdem viele Momente habe, in denen ich mich nicht eingeschränkt fühle. Jetzt zum Beispiel, wo ich Inspiration, Kraft und Ruhe habe diesen Text zu schreiben. Dafür bin ich Dankbar, das macht mich zufrieden.

Die Sonne scheint in das Wohnzimmer. Wir sind erst vor kurzem umgezogen. Ich war noch in der Lage vieles zu organisieren und hatte noch die Kraft um uns hier einzurichten. Ich bin dankbar, dass alles so gelaufen ist. Alles was geschehen ist hat zu diesem Moment geführt in dem ich in einem hellen, sonnendurchfluteten Zimmer sitzen und diesen Text schreiben kann.

Bewusstsein und Achtsamkeit

Wenn ich durch das Leben wandle ohne mir Gedanken zu machen und dann meine Aufmerksamkeit nur auf die Dinge lenke die mich stören, werde ich schwerlich glücklich sein können.

Ich meine damit aber keineswegs alles negative auszublenden. Im Gegenteil. Ich finde es wichtig sich besonder die negativen Gefühle anzusehen. Wut, Ärger, Hass, sind Gefühle die in uns wirken und großen Schaden anrichten können und zwar dann, wenn wir sie uns nicht ansehen oder meinen, sie kämen aus dem Außen und wir könnten nichts dagegen tun, weil ja die anderen…

Jede Emotion die ich fühle, gehört mir, ist ein Teil von mir der gehört und gesehen werden möchte. Wenn ich mir das bewusst mache kann ich, wenn eine Emotion „hochkommt“ – was für ein schönes Bild!! – hinschauen und nachfragen woher sie kommt und wer sie ist. Ich mache das besonders gerne in der Meditation. Da kommt gerne mal ein Gedanke hoch und oft hat er eine Emotion als Begleitung. Sobald man beginnt die Emotionen anzusehen und nicht zu verdrängen, kann man erkennen, dass sie nicht so groß, nicht so furchteinflössend und mächtig sind wie wir dachten! Je länger ich meditiere umso schöner finde ich es, wenn ich danach aufstehe und wieder ein Stück weit mehr heil bin, weil ich durch dieses Handeln immer mehr Anteile von mir integriere oder auflöse was nicht mehr zu mir gehört.

Wenn ich mir darüber bewusst werde, was ich denke und was ich wann fühle und warum, kann ich viel besser darauf Einfluss nehmen und es steuern. Wir sind nicht die Sklaven unserer Emotionen, Gefühle und Gedanken! Wir können Einfluss nehmen, und wenn wir das gelernt haben, dann geht es darum das immer wieder zu üben, das Leben bietet uns immer wieder ein weites Übungsfeld.

Eines meiner Lieblingszitate vom Dalai Lama ist:

"Ich glaube, der Zweck unserer Existenz ist Glücklich sein."  Zitat vom Dalai Lama

Unser Leben kann Leiden bedeuten, ist es auch, denn jeder von uns hat Herausforderungen in seinem Leben, die uns manchmal übermächtig erscheinen, trotzdem kann ich inmitten einer anstrengenden Lebenssituation glücklich sein und Glück erleben. Es geht darum sich bewusst dafür zu entscheiden, lieber glücklich als unglücklich sein zu wollen und das dann auch umzusetzen.

Ich kann mich über das schlechte Wetter ärgern oder mich über den gemütlichen Nachmittag freuen. Ich kann mich in meiner Situation bemitleiden, oder all die Möglichkeiten sehen, die sich mir in dieser Situation bieten. Ich kann eine Grippe als Hindernis sehen in die Welt zu gehen oder als Möglichkeit meinem Körper mal wieder etwas Ruhe und Schlaf zu gönnen und den Weckruf zu hören um in Zukunft aufmerksamer auf die Signale zu hören, die mir mein Körper sendet.

Ich kann das Leben als Strafe sehen, oder als Labor – als einen Ort der vielfältigsten Möglichkeiten mich und meine Kraft auszuprobieren und auf die Probe stellen zu lassen. Ich kann das Leben zu einem Feld machen in dem ich täglich Ausschau halte nach Dingen für die ich Dankbar sein kann, Momente, die mir zeigen wie schön das Leben ist wenn es mir gelingt mich dafür zu entscheiden glücklich zu sein.

Entscheidungsfähigkeit, Achtsamkeit, Bewusstsein und Dankbarkeit… Alles Dinge die mir helfen Glücklich zu sein – egal was ist – und die in mir sind- jederzeit.

Ich freue mich, wenn du ausprobierst worüber ich schreibe!
Wofür entscheidest du dich? Wofür bist du dankbar?

Deine
Rani